Die Premiere hätte nicht besser laufen können. Schönes Wetter und ein buntes Programm lockten Jung und Alt in Massen nach Neuhof und sorgten dafür, dass das erste Schäferfest in der Gemeinde ein Riesenerfolg wurde. Kunsthandwerk, kulinarische Genüsse, Wissenswertes über die Natur am Kolmberg und die wolligen Vierbeiner ließen keine Langeweile aufkommen.
Nach dem Gottesdienst konnte Bürgermeisterin Claudia Wust vor der Schlossscheune schon eine stattliche Besucherschar begrüßen, die sich wenig später die Waren an den Ständen des Kunsthandwerkermarktes anschaute und auch so manches hübsche Stück erstand. Wust hatte die Schäferschippe ihrer Großvaters mitgebracht. Dabei handelt es sich um ein multifunktionales Werkzeug, das Wanderschäfer seit Jahrhunderten nutzen. Auch Schäfer Florian Hirsch, der mit seinen Coburger Fuchsschafen regelmäßig am Kolmberg anzutreffen ist, hatte ein Exemplar dabei.
Die Bürgermeisterin betonte, dass die Idee, ein Schäferfest zu veranstalten, auch beim Naturpark Frankenhöhe gut angekommen sei. Sie freute sich, neben stellvertretendem Landrat Hans Herold und Bezirkstagspräsidenten Peter Daniel Forster, Stefan Schuster, stellvertretender Bürgermeister in Burgbernheim, Johanna Sieger, Geschäftsführerin beim Naturpark Frankenhöhe, dessen Geschäftsführerin Renate Hans und SPD-Landtagsabgeordneten Harry Scheuenstuhl begrüßen zu können. Ihr Dank galt den Vereinen, Verbänden, Ausstellern und Helfern, die zum Gelingen beitrugen.
Der Bezirkstagspräsident betonte, dass Schafe nicht nur Wolle und Fleisch lieferten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und für die Kulturlandschaft leisten, in dem sie etwa für deren Entbuschung sorgen. Darauf verwies später auch Hans Herold. Forster bedauerte, dass das Geld, dass Schäfer für die Wolle bekommen, oft nicht reiche, um die Schafscherer zu bezahlen. Wie diese arbeiten, konnte man beim Rundgang erleben ebenso wie die Pferchtechnik von früher und heute. Forster rührte die Werbetrommel für die aus unbehandelter Schafwolle hergestellten Schafwollpellets, die etwa im Garten gute Dienste leisten.
Renate Hans erinnerte daran, dass der Naturpark Frankenhöhe bereits seinen 50. Geburtstag feierte. Der Naturschutz stehe nicht im Widerspruch zum Leben im Naturpark. Gerade im Bereich Naturschutz spiele die Schäferei eine große Rolle und trage dazu bei, dass viele Pflanzen und Tiere einen Lebensraum haben. Diese Kleinode gelte es, für nachfolgende Generationen zu erhalten.
Eine wichtige Aufgabe haben die Naturparkranger, die ebenfalls vor Ort waren. „Sie bringen den Kindern das Thema Natur näher.“ Dies war auf einer Rundtour mit 13 Stationen, bei der man mächtig Höhenmeter machte, zu erleben. An einem Rastplatz sorgte eine Märchenerzählerin für Unterhaltung. Nach der gelungenen Premiere wird das Schäferfest in Neuhof sicherlich neu aufgelegt.