Waldbrandgefahr: Ehrenamtlicher aus Neuhof geht in die Luft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.06.2023 18:38

Waldbrandgefahr: Ehrenamtlicher aus Neuhof geht in die Luft

Tobias Wiesen Neuhof wirkt als ausgebildeter Luftbeobachter. Er und seine Kollegen suchen etwa Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren ab. Gestartet wird vom Flugplatz Ansbach. (Foto: Selfie/Tobias Wiesen)
Tobias Wiesen Neuhof wirkt als ausgebildeter Luftbeobachter. Er und seine Kollegen suchen etwa Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren ab. Gestartet wird vom Flugplatz Ansbach. (Foto: Selfie/Tobias Wiesen)
Tobias Wiesen Neuhof wirkt als ausgebildeter Luftbeobachter. Er und seine Kollegen suchen etwa Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren ab. Gestartet wird vom Flugplatz Ansbach. (Foto: Selfie/Tobias Wiesen)

Hoch hinaus treibt es Tobias Wiesen in seinem Ehrenamt. Konkret rund 600 Meter hoch. Der 33-jährige Neuhöfer gehört seit 2021 der Luftrettungsstaffel Bayern an und ist für diese als Luftbeobachter im Einsatz. Dafür musste er eine einwöchige Ausbildung an der Feuerwehrschule in Würzburg absolvieren, die jedes Jahr aufgefrischt wird.

Das bedeutet viel Engagement für ein Ehrenamt. Angeordnet werden die Flügeim Falle von Wiesen von der Regierung von Mittelfranken. Zum Team gehören ein Pilot und zwei Luftbeobachter – einer von der Forstseite und einer aus dem Bereich Feuerwehr oder Katastrophenschutz.

Der Start ist auf dem Flugplatz Ansbach-Petersdorf

Gestartet wird vom Flugplatz Ansbach-Petersdorf (Gemeinde Weihenzell). Der Pool der Luftbeobachter ist groß. 2022 war Wiesen in dieser Funktion nur einmal im Einsatz, 2023 bisher noch nicht. Aber das kann sich schnell ändern.

Wann wird die Luftrettungsstaffel alarmiert? Sie ist für ihr Aufgabenspektrum jederzeit einsatzfähig. Allerdings unter einer Voraussetzung: Es muss nach Sichtflugregeln geflogen werden können. Aktiv wird man, so der Neuhöfer, für die Waldbrandüberwachung, wenn eine besondere Gefährdung besteht. So hatte die Regierung von Mittelfranken etwa für Samstag und Sonntag eine Luftbeobachtung zu diesem Zweck angeordnet. Grund: Hohe Temperaturen und kein Regen in vielen Bereichen Mittelfrankens. Beflogen wurde im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim etwa der Raum Emskirchen.

Die Beobachtungsstrecke ist immer gleich

Wie ist das Prozedere nach einem Anruf? Erfolgt dieser und hat Tobias Wiesen Zeit dafür, fährt er zur Integrierten Leitstelle nach Ansbach, wo er auch hauptberuflich tätig ist und holt dort den Funkkoffer. Anschließend geht es zum Flugplatz in Petersdorf. Dort bespricht er sich mit dem zweiten Beobachter sowie dem Piloten. Dann beginnt die Flugvorbereitung. „Die Beobachtungsstrecke ist immer gleich. Wir befliegen ganz Mittelfranken. Unser Fokus liegt auf den Forstgebieten – vor allem auf dem Reichswald in Nürnberg.“

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Den Grund dafür liefert er gleich mit. „Dort sind die Böden besonders trocken. Dementsprechend hoch ist die Waldbrandgefahr.“ Wird eine Rauchentwicklung gesichtet, bespricht sich das Team, fliegt gegebenenfalls zurück. Im Sommer kann es durchaus sein, dass es sich nicht um ein Feuer, sondern um aufgewirbelten Staub durch die Arbeit auf den Feldern handelt. Wird Rauch oder ein Feuer registriert, werden die Koordinaten der Leitstelle in Ansbach per Funk mitgeteilt – ebenso worum es sich genau handelt. Dann wird vor Ort gekreist, bis die Einsatzkräfte kommen.

„Von oben sieht man viel mehr”

„Bei Bedarf können wir sie direkt zur Einsatzstellen lotsen – von oben sieht man viel mehr.“ Dies ist vor allem in Waldgebieten von großer Hilfe, wo auch ein Navigationsgerät nicht weiterhilft. Wenn die Feuerwehr vor Ort ist und aktiv wird, ist die Arbeit der Luftbeobachter an dieser Stelle getan und es geht weiter. Zu den Aufgaben der Luftbeobachter gehört es auch, zu dokumentieren und Fotos zu schießen.

Die Waldüberwachung ist nur eine der Aufgaben der Luftrettungstaffel. Aktiv ist diese ferner bei Hochwasser. Sie kontrolliert, wo etwa Brücken und Straßen überschwemmt sind. Dann kann die Feuerwehr konkrete Angaben erhalten, wo sie aktiv werden muss. Wenn es um Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz oder um forstliche Zwecke geht, werden die Teams ebenfalls eingesetzt. Aus der Höhe sind Schadensflächen im Wald etwa durch Käferbefall gut auszumachen. Schwerpunkt ist aber die Waldbrandüberwachung.

Viele Qualifikationen für die Aufgabe

Was reizt den zweifachen Vater an dieser Aufgabe? „Hier verbinden sich all die Dinge, die ich gerne mache“, erklärt der 33-Jährige. Dazu gehört sein Engagement bei der Neuhöfer Feuerwehr. Dort ist er als Gruppenführer im Einsatz. „Ich bin darüber hinaus Segel- und Motorseglerpilot und arbeite an der integrierten Leitstelle in Ansbach.“

Dort werden die Notrufe 112 entgegengenommen, Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert – ebenso wie die Luftbeobachter. Für sein Ehrenamt bringt er eine weitere Qualifikation mit. Er hat Forstwissenschaften studiert und zwei Jahre als Förster im Revier Rothenburg/Feuchtwangen gearbeitet. Dort ist er noch nebenberuflich aktiv.

„Die Luftbeobachtung macht mir viel Spaß“, resümiert der Neuhöfer. Das ist wichtig: „Immerhin opfert man Zeit, von der man wenig hat.“ Nun bleibt abzuwarten, wann sein erster Einsatz in diesem Jahr kommt. Langweilig wird ihm bis dahin aber nicht. Seine Familie freut sich, wenn er daheim ist und dann gibt es ja noch 20 Hektar Landwirtschaft, das ehrenamtliche Engagement bei der FFW und beim BRK-Rettungsdienst...

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