In Neuhof entstehen neue Räume für Kreativität und Handwerk | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.02.2024 15:48, aktualisiert am 26.02.2024 16:39

In Neuhof entstehen neue Räume für Kreativität und Handwerk

Michael Schmutzer hat seine Visionen umgesetzt. Der Innenausbau erfolgt mit Vollholz. (Foto: Ute Niephaus)
Michael Schmutzer hat seine Visionen umgesetzt. Der Innenausbau erfolgt mit Vollholz. (Foto: Ute Niephaus)
Michael Schmutzer hat seine Visionen umgesetzt. Der Innenausbau erfolgt mit Vollholz. (Foto: Ute Niephaus)

Michael Schmutzer ist ein Macher und Entdecker. Er ist ein Mann mit Visionen, der kaum zu stoppen ist, wenn es um deren Realisierung geht. Ihm ist es dabei ein Anliegen, das Ganze zu sehen, sinnvolle Wertschöpfung zu betreiben und kreative Ideen von der Theorie in die Tat umzusetzen. In Neuhof im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim entstehen auf dem Gelände der ehemaligen Trocknung die Macherhöfe.

Die schon einige Jahre brachliegende Immobilie wird nach und nach wieder belebt. Darauf entsteht nun Schritt für Schritt ein neues privatwirtschaftliches Gewerbegebiet und ein moderner Handwerkerhof, in dem sich verschiedene Gewerbetreibende ansiedeln können. Die ersten sind schon da. Dies sind neben einem örtlichen Nahwärmeanbieter auch noch ein Haustechnik-, Sanitär- und Spenglerbetrieb sowie ein Elektrofachbetrieb und ein Ingenieurbüro.

Die Tätigen sollen gut zusammenpassen

Der Neubau für ein Autohaus nebst Werkstatt soll noch in diesem Jahr auf einem Teil des insgesamt 20.000 Quadratmeter großen Areal entstehen. Weitere Betriebe haben schon Interesse bekundet. „Es sind noch Kapazitäten vorhanden. Wir wollen aber auf Qualität setzen.“ Wichtig ist Schmutzer auch, dass die hier Tätigen zusammenpassen.

Die Altgebäude fielen nicht der Abrissbirne zu Opfer. Vielmehr blieben und bleiben diese erhalten und werden zeitgemäß und an den Bedürfnissen der Mieter und Käufer orientiert saniert. Für die Innenarbeiten nutzte man Massivholz. Die Fassaden sind neu.

Beim Rundgang zeigt Schmutzer die Rückfassade des größten Gebäudes. Die verwendeten neuen Polikabonatplatten sind wärmedämmend und lichtdurchlässig und sorgen für Helligkeit im Innern – und die wärmedämmende Schicht leistet ihren Beitrag in Sachen Energieeinsparung. Die an der Fassade angebrachten Holzbalken stammen sogar noch aus Trocknungszeiten.

Lagerflächen, Atelier und Ausstellungsraum in einem Haus

Einen Teil dieses Gebäudes nutzt Michael Schmutzer, der Gründer der Design-Offices, selbst. „Es ist mein neuer Betriebsstandort für das Studio Schmutzer“, erklärt der 56-jährige gelernte Einzelhandelskaufmann. In diesem befinden sich Lagerareale und ein Atelier, aber auch Ausstellungsflächen für Arbeitslandschaften. Mit diesen reagiert seine Firma auf die Veränderungen in der Arbeitswelt, die flexibles und innovatives Wirken verlangen.

Schmutzer ist dabei eines wichtig: Die Arbeitslandschaften, die man für Unternehmen plant, müssen sich den Aufgaben anpassen. Sie sollen Orte zum Wohlfühlen sein, sie sollen inspirieren, Kreativität fördern und eine hohe Effizienz haben. In Neuhof können die Kunden diese Arbeitslandschaften dann ausprobieren.

Attraktiv sollen die Örtlichkeiten aber auch für die Mitarbeiter der anderen Firmen sein, die sich ansiedeln. Etablierte Betriebe sind genauso willkommen wie junge Unternehmen, auch Start-ups sind ein Thema. „Man kann in einer Werkstatt ebenfalls Wohlfühlatmosphäre schaffen“, ist sich Schmutzer sicher. Auch dort brauche man Orte zum Austausch.

Ein moderner Handwerkerhof ist geplant

Nichts aus der Retorte und von der Stange will Michael Schmutzer auch bei seinem Projekt „Macherhöfe“ liefern. Der moderne Handwerkerhof soll sich organisch entwickeln. „Es soll ein wirtschaftlich gesundes Wachstum entstehen.“

Für den 56-Jährigen spielt das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle. Das machte er auch gegenüber dem Neuhöfer Gemeinderat deutlich, der vor Beginn der Sitzung vorbeischaute. „Wir versuchen, so viel Bausubstanz wie irgend möglich zu erhalten und auch alte Baumaterialien wiederzuverwenden.“ Recycelt wurde beispielsweise schon Material, das aus dem Volksbad in Nürnberg stammt, „und das wir erwerben konnten“.

Recycelte Baustoffe für mehr Nachhaltigkeit

Solche Baustoffe wieder einzusetzen, ist Michael Schmutzer wichtig. Dabei lässt er jedoch ein Problem nicht unerwähnt: Oft scheitere das Ganze an den Logistikkosten. Er selbst hatte das Glück, in einer Halle auf dem Gelände ein großes Bestandslager mit alten Baumaterialien, die man für die Sanierung vor Ort benötigt, einrichten zu können. Daraus stammen auch die ausrangierten Bürotüren, die aufgearbeitet nun als WC-Türen dienen.

Maßgeblich mit daran beteiligt, dass Schmutzer das Areal erwarb, war auch Johannes Ziegler, der sich als Energieversorger selbst auf den Macherhöfen angesiedelt hat. „Ich war gleich Feuer und Flamme für das Areal“, erklärt Ziegler. Diese Begeisterung sprang auf Schmutzer über, der das Gelände 2021 gekauft hatte. Begeistert ist auch Markus Güllich von den neuen Räumlichkeiten für seinen Gebäudetechnik-, Sanitär- und Spengler-Betrieb.

Bis Mitte 2025 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein

Einen Blick auf das Areal warfen auch die Räte bei ihrem Rundgang. Dabei erfuhr das Gremium, dass noch rund 1500 Quadratmeter an Gewerbeflächen zu haben sind. Wie viele Betriebe noch dazukommen können, das hängt von der jeweils benötigten Fläche ab. Die noch anstehenden Renovierungsarbeiten sollen bis Anfang 2025 abgeschlossen werden, die Neubauten, so der Plan, bis Mitte 2025 stehen.

Erhalten bleibt auch der nicht mehr benutzte, aber weithin sichtbare Schlot der früheren Trocknung. „Er spiegelt die Historie wider, ist ein Erkennungszeichen und weist auf den Gewerbestandort hin.“ Es bleibt spannend, wie sich der weiter entwickeln wird. Weitere Infos zum Projekt finden sich hier.

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