Viele Vereine klagen, dass es immer schwerer ist, Engagierte zu finden, die mit anpacken. Da ist es schon etwas Besonderes, dass sich in Neuhof im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ein Verein „Treffpunkt alte Schule“. neu gründet. Und dass bei der Gründungsveranstaltung 33 Menschen anwesend waren.
Kurz gesagt, wollen sie – auch zusammen mit anderen Vereinen – die Dorfgemeinschaft stärken und die alte Schule mit Leben füllen. Dort traf man sich auch zur Gründungsveranstaltung. Bürgermeisterin Claudia Wust freute sich nicht nur über die große Resonanz, sondern auch über die hohe Bereitschaft, im neuen Verein Verantwortung zu übernehmen.
Die alte Schule gehört der Kirchengemeinde, so dass Pfarrerin Bianca Jacoby als Hausherrin die Begrüßung übernahm. Mit Geldern der Gemeinde soll es saniert und ausgebaut werden.
Der neue Verein allerdings kümmert sich weniger um Bautechnisches, sondern darum, wie das Domizil mit Leben erfüllt wird. Schon jetzt finden dort verschiedene Veranstaltungen statt, sei es das Reparaturcafé, Yoga oder ein Nähtreff.
Daneben werden im Vereinszweck kulturelle Veranstaltungen wie Filmvorführungen oder Sport- und Bewegungsangebote genannt. Termine für verschiedene Altersgruppen wie Seniorencafé oder Eltern-Kind-Gruppe sind ebenfalls aufgeführt. Aber denkbar ist auch viel weiteres, was bisher noch nicht explizit erwähnt wurde, erläuterte die künftige Vorsitzende Kerstin Müller.
Für sie erfüllte sich ein Traum, den sie bereits jahrelang verfolgt, zuletzt als Quartiersmanagerin in Neuhof auch hauptamtlich. Die Anfänge waren schon 2018 ein Markt der Generationen und 2019 der Workshop Zukunftswerkstatt. An der Spitze des Vereins steht ein gleichberechtigtes Duo: Heinz Thürauf wurde mit Müller einstimmig gewählt.
Bei diesem historischen Ereignis waren vorrangig Regularien abzuwickeln. Fast alle Entscheidungen fielen einstimmig, es gab aber auch schon die erste Abstimmung mit knappem Ergebnis.
Den Vorstand komplettieren als Kassenführerin Tanja Schaepe. Das Protokoll wird reihum von den Beisitzenden geführt, da sich niemand als Schriftführer oder Schriftführerin zur Verfügung stellte. Beisitzer(innen) sind Dieter Krug, Walli Thürauf, Vera Kiefer, Anna Scheuenstuhl, Jochen Sill, Gerhard Böhmlehner und Christoph Matzke. Aber zu den Vorstandssitzungen seien alle willkommen, die mitanpacken wollen, wurde betont.
Die Kasse werden Herbert Zink sowie Claudia Wust prüfen. Die Bürgermeisterin und die Pfarrerin werden außerdem qua Amt zu den Vorstandssitzungen geladen, „schließlich wollen wir mit der Kirchen- und der politischen Gemeinde gut zusammenarbeiten“, wie Müller sagte.
Unterschiedliche Meinungen gab es bei der Beitragsgestaltung. Vorgeschlagen wurde vom Vorbereitungsteam ein Jahresbeitrag von 25 Euro für Einzelpersonen und von 40 Euro für Familien. Von den Stellen, welche bei der Vereinsgründung beraten hatten, waren eher höhere Beiträge empfohlen worden, so dass die Verantwortlichen das Gefühl hatten, bereits sehr günstig zu liegen.
Eine Teilnehmerin gab allerdings zu bedenken, dass viele schon in mehreren Neuhöfer Vereinen Mitglied sind. „Das läppert sich dann schon ganz schön.“ Gerade mit Blick auf die Gewinnung weiterer Mitglieder und auf jüngere Leute plädierte sie für günstigere Beiträge und hatte damit knapp die Hälfte der Anwesenden hinter sich.
Zeichen dafür, dass alle an einem Strang ziehen, war, dass die Beitragsordnung danach trotzdem von allen einstimmig verabschiedet wurde. Sie sieht vor, dass Mitglieder auf Antrag geringere oder gar keine Beiträge zahlen. Die beiden Vorsitzenden werden weiterhin mit Formalien beschäftigt sein: Die Eintragung ins Vereinsregister und die Beantragung der Gemeinnützigkeit stehen an, sowie eine Nutzungsvereinbarung mit der Kirche beziehungsweise der Kommune, eine Schankgenehmigung oder die Raumbelegung inklusive einer Gebührenordnung.
Doch schon bald soll auch Thema der Sitzungen sein, wie man den Vereinszweck erfüllt: den Zusammenhalt in Neuhof stärken.