Kreuzgangspiele 2026 in Feuchtwangen: Das ist das Ensemble für die Saison 2026 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.02.2026 18:03

Kreuzgangspiele 2026 in Feuchtwangen: Das ist das Ensemble für die Saison 2026

Gaben einen Ausblick auf die 78. Kreuzgangspiele (von links): Intendant Johannes Kaetzler, Bürgermeister Patrick Ruh und Dr. Maria Wüstenhagen, die Kulturbüro-Leiterin und Dramaturgin. (Foto: Jasmin Kiendl)
Gaben einen Ausblick auf die 78. Kreuzgangspiele (von links): Intendant Johannes Kaetzler, Bürgermeister Patrick Ruh und Dr. Maria Wüstenhagen, die Kulturbüro-Leiterin und Dramaturgin. (Foto: Jasmin Kiendl)
Gaben einen Ausblick auf die 78. Kreuzgangspiele (von links): Intendant Johannes Kaetzler, Bürgermeister Patrick Ruh und Dr. Maria Wüstenhagen, die Kulturbüro-Leiterin und Dramaturgin. (Foto: Jasmin Kiendl)

Die Besetzung für die 78. Feuchtwanger Kreuzgangspiele steht. „Wir haben ein tolles, junges Ensemble am Start”, verkündete Intendant Johannes Kaetzler am Freitag bei einem Pressegespräch und gab bekannt, wer die Hauptrollen spielen wird.

Das Ensemble der Festspiele habe sich inzwischen zu „einer eigenen Marke” entwickelt, meinte Bürgermeister Patrick Ruh. Ihm sei wichtig, dass das Ensemble, Lebensfreude, Solidarität und Offenheit füreinander versprühe, betonte der Intendant. Es dürfe „kein Haifischbecken” sein, es müssten Leute sein, „die zu uns passen“.

Lennart Matthiesen zurück auf der Bühne

Und so gibt es in der diesjährigen Saison ein Wiedersehen mit vertrauten Schauspielerinnen und Schauspielern, um die oft mit anderen Theatern konkurriert wird. Doch die Darstellerinnen und Darsteller wissen laut Kaetzler, dass sie in Feuchtwangen „gut aufgehoben sind”. Sie kennen und mögen die Stadt, die hinter den Festspielen steht. Zudem könnten dank eigener Fassungen der Stücke, Schauspielerinnen und Schauspieler mitgedacht werden, ergänzte Dr. Maria Wüstenhagen, die Dramaturgin und Leiterin des Kulturbüros.

Den Roman „Der große Gatsby” von F. Scott Fitzgerald – „ein Riesenstoff” mit „großem Tiefgang” – bearbeitet Kaetzler für die Bühne und führt auch Regie. Der Intendant verspricht eine aufwendige Inszenierung mit viel Musik und Showelementen. Jay Gatsby, die titelgebende Figur, wird Lennart Matthiesen verkörpern. Matthiesen wollte, nachdem er in den Vorjahren vor allem als Regisseur bei den Festspielen gewirkt hat, „unbedingt wieder spielen”, was er sicher mit „viel Herzblut” tun werde”, erklärte Kaetzler. Matthiesen sei „ein großartiger Schauspieler mit vielen Facetten”, dazu hochmusikalisch und eine Führungspersönlichkeit.

Sehr zur Freude von Kaetzler sind Joseph Reichelt als Nick Carraway und Kirsten Schneider als Jordan Baker zu sehen. Seit vielen Jahren fest zum Ensemble gehört Ulrich Westermann. Er spielt den „geheimnisvollen und schwer durchschaubaren” Dan Wolfsheim.

Berühmte Komödie neu übersetzt

Nachdem er im vergangenen Jahr als Fitzwilliam Darcy in „Stolz und Vorurteil” überzeugte, wechselt der „ganz tolle” Michael Grötzsch dieses Mal ins Komödienfach: In „Der Diener zweier Herren” spielt er den Truffaldino, eben jenen Diener, der für zwei Herren arbeitet. Es inszeniert Achim Conrad, der die berühmte Komödie von Carlo Goldoni aus dem Italienischen neu übersetzt hat und für die Bühne bearbeitet.

Erneut auf die Hauptrolle im Kinderstück „eingelassen” hat sich Juliane Krug, die 2025 mit dem Nachwuchspreis der RESRG Automotive ausgezeichnet wurde: Sie ist „Die kleine Hexe”. Ihren besten Freund und Ratgeber, den sprechenden Raben Abraxas, verkörpert Ben Erik Schröter. Die Fassung der Geschichte von Otfried Preußler für die Kreuzgangspiele stammt von Konstantin Krisch, der auch inszenieren wird.

Vier Neulinge im romanischen Geviert

2026 zum ersten Mal im romanischen Geviert zu sehen sind Tiki Marie Thöne, Philipp Peters, Marié Detlefsen und Sophie Militzer, die alle im Vorjahr bei Produktionen im Nixel-Areal mitgewirkt haben. Auf den Bühnen der zweiten Spielstätte gibt in der diesjährigen Saison die BühneBumm aus Hamburg für die kleinsten Theaterbesuchenden ab drei Jahren das Stück „Die Prinzessin auf der Erbse“, und Meike Pintaske und Mario Schnitzler packen für Menschen ab 13 Jahren den Klassiker „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann an.

Weiter auf Rekordniveau bewegt sich der Kartenvorverkauf. Knapp 23.000 Tickets sind schon weg, wie Wüstenhagen mitteilte. „Darauf können wir stolz sein”, meinte der Rathauschef, merkte aber an, dass jede Saison „harte Arbeit” und „ein neu erworbener Erfolg” sei. Der Intendant wertete die Zahlen als Indiz dafür, dass es gelungen ist, mit der Stückauswahl den Nerv des Publikums zu treffen. Der Anspruch sei zu unterhalten, aber mit Substanz.

Vernebelungsanlage wird ausprobiert

Kaetzler kündigte zudem an, dass die Stadthalle, die als Ausweichquartier bei ungünstigen Witterungsbedingungen dient, „aufgerüstet” wird. Um dort „adäquate“ Vorstellungen bieten zu können, wird eine große Lichtanlage installiert und es werden künftig Teile des Bühnenbildes mitgenommen.

Und der Intendant hatte zum Abschluss noch eine weitere gute Nachricht parat: In diesem Jahr wird versucht, im Kreuzgang an heißen Tagen für Abkühlung zu sorgen. Dafür wird in die Bühnentraversen eine Vernebelungsanlage eingebaut. Diese zerstäubt Wasser mit hohem Druck sehr fein. Die Tröpfchen verdunsten sofort und sollen die Umgebungstemperatur senken. „Das Publikum wird nicht nass”, versicherte Kaetzler.

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