Wo früher Vieh gewogen wurde, kann sich die Bevölkerung nun mit Lesestoff eindecken. Es sei „eine Spinnerei“ gewesen, das alte Waaghäuschen in Neustett nicht abzureißen, sondern in dieser Form umfunktionieren, meinte Ortsbäuerin Sabine Finkenberger bei der Einweihungsfeier. Der Aufwand habe sich aber gelohnt
Hinter den Landfrauen, die das Projekt in dem Adelshöfer Gemeindeteil initiiert hätten, „steht ein ganzes Dorf“, erklärte sie weiter. In dessen Mitte sei ein attraktiver Begegnungsort entstanden. Der neu gestaltete Vorplatz mit Ruhebänken und Tisch solle nicht nur Einheimische, sondern auch Wanderer, Pilger und Radfahrer zum Verweilen einladen: „Ich denke, dass sich unser Waaghäuschen mit seiner neuen Nutzung und Gestaltung sehen lassen kann.“
Bürgermeister Johannes Schneider betonte, dass mit dem alten Waaghäuschen auch ein Stück Dorfkultur verbunden sei. Man könne solche Zeugnisse aus der Dorfgeschichte nicht einfach wegwerfen, sondern müsse sie für nachfolgende Generationen erhalten. Die Möglichkeit, auf Mittel aus dem ILE-Topf zugreifen zu können, sei eine gute Möglichkeit, solche Projekte zu realisieren.
„Die Pflege der Dorfgemeinschaft ist das A und O eines guten Miteinanders“, betonte der Rathauschef weiter. Den Landfrauen dankte er für ihr großes Engagement bei dem Vorhaben, welches dazu geführt habe, dass aus einer Wortmeldung in einer Bürgerversammlung „eine sehenswerte Bereicherung des Dorfbildes“ geworden sei.
Pfarrer Johannes Raithel erklärte mit einem Zitat aus dem biblischen Buch der Sprüche, dass die Ehrfurcht vor Gott Grundlage für die menschliche Erkenntnis sei. Er hoffe, „dass Menschen hierherkommen und sich an diesem einladenden Ort gerne begegnen“. Er bat um den Segen Gottes für alle Menschen, die hier rasten und sich dann wieder auf ihren Weg machen. Im Inneren des ehemaligen Waaghäuschens wurden Holzregale montiert, auf denen eine dreistellige Anzahl von Büchern Platz finden sollte. Als besondere Attraktion blieb die alte Viehwaage vor Ort, die komplett restauriert und neu gestrichen wurde.
Sämtliche Bauarbeiten seien von regionalen Handwerksbetrieben ausgeführt worden, hieß es. Zusätzlich hätten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer viele Arbeitsstunden beigetragen. Umrahmt wurde die Feier vom örtlichen Posaunenchor. Die Landjugend sorgte für die Verpflegung.