Nur zwei Parteien, die weder im Bundes- noch im Landtag vertreten sind, schicken bei der vorgezogenen Bundestagswahl im Wahlkreis Ansbach Direktkandidaten ins Rennen. Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 gab es noch vier Kandidierende kleiner Parteien.
Aktuell kämpfen nur noch ÖDP und Volt mit CSU, AfD, Grünen, SPD, Linken, FDP und Freien Wählern um die Erststimmen der Wähler in Stadt und Landkreis Ansbach sowie im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
Für die ÖDP strebt der 25-jährige Kevin Settler das Direktmandat an. Der Ingenieur für Gebäudetechnik stammt aus Geslau und wohnt in Obersulzbach, einem Ortsteil der Gemeinde Lehrberg. Settler ist ledig, aber in festen Händen.
Mitglied der ÖDP ist er seit November 2022. Zu seinen Hobbys gehören die Imkerei und verschiedene Sportarten, insbesondere Triathlon. Als politische Schwerpunkte nennt er nachhaltiges und erschwingliches Wohnen, das Sichern einer stabilen Energieversorgung mit Kostenreduktion für den Endverbraucher sowie den Tier- und Artenschutz.
Deutschland stehe vor einer Fülle drängender Probleme, die jedoch nicht mit den Denkweisen gelöst werden könnten, die zu diesen Problemen geführt haben. Er möchte die Legislative ökologischer gestalten: „Es reicht nicht aus, wenn wir alleine versuchen, möglichst nachhaltig zu leben,“ sagte er bei seiner Nominierung. Er unterstrich seine Unterstützung für die ÖDP durch die Aussage, dass es, wenn es um hohe ökologische Ideale geht, konsequenterweise eigentlich nur die ÖDP geben könne.
Zu seinen persönlichen Stärken und Eignungen zählt er seine wissenschaftliche Herangehensweise, strukturiertes Denken und Handeln sowie die Kommunikationsfähigkeit. In seinem Berufsalltag fungiert Settler mit als Schnittstelle zwischen Bauherren, Planern, sonstigen Entscheidern sowie den Monteuren der ausführenden Firmen.
Settler erinnert daran, dass die globale Temperaturerhöhung bereits im Jahr 2024 um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter für zwölf aufeinanderfolgende Monate gemessen wurde. Dies sei aus wissenschaftlicher Sicht keine Überraschung. Die bereits entstandenen irreversiblen Schäden an der Natur „werden uns und nachfolgende Generationen noch massiv treffen,“ ist er überzeugt.
Markus Wolff heißt der Kandidat der gesamteuropäischen Partei Volt. Der 51-Jährige kommt aus Wolframs-Eschenbach und hat eine erwachsene Tochter und einen Sohn.
Die Ziele einer klimaneutralen Wirtschaftspolitik und die Vision eines vollendeten vereinten Europas haben ihn vor kurzem bewogen, das erste Mal in seinem Leben in eine Partei einzutreten, schreibt er über sich selbst.
Seinen Kindern möchte er ein sicheres, grenzenloses und demokratisches Europa mit einer lebenswerten gesunden Natur hinterlassen. Für ihn als ehemaligem Fallschirmjäger ist klar, dass Europa eine eigene Armee braucht.
Insbesondere möchte er den Kindern in Deutschland das Recht auf paritätische Sorge der Eltern im Wechselmodell ermöglichen. Dazu gebe es bereits eine Resolution des Europarats, die die Mitgliedstaaten auffordere, dies zu ratifizieren. Ebenso ist die steuerliche Gleichbehandlung von Eltern mit Kindern mit und ohne Trauschein eines seiner politischen Ziele. Durch seinen Werdegang vom Wehrpflichtigen zum Konditormeister und Betriebswirt in Handwerk, Lebensmittelindustrie und zuletzt in der Pharmazie hat er nach eigener Einschätzung ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Wissen gesammelt.
Hinzu kommen Erfahrungen aus diversen Ehrenämtern, zum Beispiel als Hilfsschöffe im Jugendgericht Ansbach sowie in Sport- und Faschingsvereinen.
In der diesjährigen Faschingssession ist er zum zweiten Mal ein Nürnberger Faschingsprinz. Seine weiteren Hobbys sind Fußball, Schwimmen und jahreszeitabhängiger Outdoorsport zu Lande und zu Wasser. Außerdem beschreibt er sich als „Dachzeltnomaden“.