Die Emskirchener Ortsverbände der ÖDP und von Bündnis 90/Die Grünen haben ihre Zusammenarbeit bei der anstehenden Kommunalwahl besiegelt. In einer als „richtungsweisend” eingestuften Versammlung nominierte das Öko-Bündnis sowohl einen Bürgermeisterkandidaten als auch eine Ratsliste, teilte die ÖDP in einem Pressetext mit.
Mit der kürzlich erfolgten Neugründung des Grünen-Ortsverbands in Emskirchen sei ein neuer politischer Impuls entstanden, hieß es in dem Schreiben. Als „Höhepunkt der Versammlung” wurde Tristan Billmann (ÖDP) ohne Gegenstimme zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Der aktuell noch 29-Jährige, zum Wahltag dann 30-Jährige, könne trotz seines vergleichsweise jungen Alters auf eine beachtliche politische Laufbahn blicken, merkte die ÖDP an. Der Biolandwirt aus Gunzendorf ist Vorsitzender des ÖDP-Bezirksverbands Mittelfranken, stellvertretender Kreisvorsitzender und Beisitzer im bayerischen Landesvorstand. So habe er fundierte Erfahrung in der Verbandsarbeit und politischen Gestaltung.
„Tristan Billmann verkörpert die Verbindung von landwirtschaftlicher Praxis und ökologischer Weitsicht“, hieß es laut der Pressemitteilung in der Versammlung. Billmann selbst habe betont, dass er Emskirchen mit frischen Ideen und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung in die Zukunft führen wolle. Billmann tritt somit gegen die Amtsinhaberin Sandra Winkelspecht und den Freie-Wäher-Kandidaten Siegfried Schönleben an.
Das erklärte Ziel der ÖDP sei es von Beginn an gewesen, „die ökologisch-sozialen Kräfte im Ort nicht zu zersplittern”. Vielmehr wolle man diese „in einer starken Gemeinschaft” bündeln. Die Wählergemeinschaft spreche mit gemeinsamer Stimme „für den Klimaschutz, den Erhalt unserer Artenvielfalt und ein sozialgerechtes Emskirchen”, betonte ÖDP-Ortsvorsitzender Johannes Maibom.
Die ÖDP ist seit mehreren Wahlperioden eine politische Kraft in Emskirchen und stellte in Harald Kempe sogar zwei Wahlperioden, also zwölf Jahre lang, den Bürgermeister. Unter Kempes Leitung fand nun auch die Nominierung der Liste statt. Sie spiegle sowohl die Expertise der ÖDP-Mitglieder als auch den frischen Wind des neuen Grünen-Ortsverbands wider, hieß es in der Pressemitteilung. Inhaltlich herrschte große Einigkeit zwischen den Partnern. „Der Zusammenschluss ist ein Signal des Aufbruchs“, wurde Grünen-Ortsvorsitzende Iris Müller Stahl in der Pressemitteilung zitiert.
Grüne und ÖDP setzen auf den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort, die Förderung der regionalen Wertschöpfung sowie auf eine Verkehrspolitik, die Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt behandelt. Ein besonderes Augenmerk liege zudem auf der sozialen Teilhabe und auf der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.
Für die nun bald zu Ende gehende Wahlperiode hatten ÖDP und die Gruppierung „Zukunft. Gemeinsam” (ZG) eine Wählergemeinschaft gebildet und waren 2020 mit vier Frauen und Männer in den Rat eingezogen. Von dem amtierenden Mandatsträgerquartett kandiert jedoch niemand mehr.
1.-3. Tristan Billmann (30 Jahre, Biolandwirt)
4.-6. Iris Müller-Stahl (47, Sachbearbeiterin)
7.-9. Finn Gohlke (28, Maschinenbauingenieur)
10.-11. Andrea Wolf (39, Elektroingenieurin)
12. Jack Karpiel (42, Diplom-.Ökologe)
13. Sabine Garbisch (61, Verkaufsleiterin)
14. Daniel Schemm (28, Ingenieur)
15. Daniel Wolf (40, Elektroingenieurin)
16. Nicole Reich (28, Entwicklungsingenieurin)
17. Ulrich Henschker (50, Kfz.-Meister)
18. Monika Kapp (63, Sozialversicherungsfachangestellte)
19. Thomas Gauch (65, Diplom-Ingenieur Landschaftsbau)
20. Johannes May (30, Lagerist)
Die Altersangaben beziehen sich auf den Wahltag am 8. März 2026.