Wenn er an einen Meisterdetektiv denke, komme ihm jetzt Kalle Blomquist in den Sinn und nicht mehr zuerst Sherlock Holmes, erzählt Ben Erik Schröter. Geschuldet ist das wohl vor allem einem Umstand: Der 24-Jährige verkörpert im diesjährigen Kinderstück der Feuchtwanger Kreuzgangspiele eben jenen Kalle Blomquist.
Für Ben Erik Schröter sind es bereits die dritten Kreuzgangspiele. Das erste Mal war er 2023 unter der Regie von Intendant Johannes Kaetzler im Jugendstück „Woyzeck. Ein Fragment“ im Nixel-Garten zu sehen. Damals absolvierte er noch seine Ausbildung an der Freien Schauspielschule in Hamburg. 2024 spielte er dann im Nixel-Garten im Kleinkinderstück „Der Regenbogenfisch“, das Konstantin Krisch inszenierte, den Regenbogenfisch und Plitsch sowie im romanischen Geviert – wieder unter der Regie von Kaetzler – kleinere Rollen im Abendstück „Der Besuch der alten Dame“.
Dass es für ihn dieses Jahr bei den Kreuzgangspielen so nahtlos weitergeht, weiß der Jungschauspieler, der aus dem niedersächsischen Winsen (Aller) im Landkreis Celle stammt, zu schätzen: „Das ist ein großes Privileg. Dafür bin ich sehr dankbar.“
Für die Rolle des Kalle Blomquist habe ihn Regisseur Konstantin Krisch offensichtlich im Kopf gehabt, was ihn gefreut habe, sagt Ben Erik Schröter. Er griff sich zu Hause gleich den ersten „Kalle“-Band von Astrid Lindgren, dessen Bühnenfassung in Feuchtwangen zu sehen ist, aus dem Regal. Dort stand dieser schon immer, jedoch ungelesen, wie der 24-Jährige bekennt. Das holte er nun nach.
Das ist ein
Schon beim Lesen des Buchs merkte er, dass ihn die Rolle des Kalle reizt. „Kalle ist sehr analytisch. Ich fürchte, das bin ich manchmal auch ein wenig“, erklärt Ben Erik Schröter und lacht. Kalle sei außerdem neugierig, was etwas Schönes sei.
„Wir kommen alle neugierig auf die Welt, aber manchmal geht das, wenn man nicht aufpasst, über die Jahre verloren.“ Das findet er persönlich sehr schade. Es sei wichtig, neugierig zu bleiben, wach durch die Welt zu gehen und Dinge zu hinterfragen. Es würde ihn freuen, wenn die kleinen, aber auch die großen Zuschauerinnen und Zuschauer diese Botschaft mitnehmen würden.
Das Nummer-Eins-Problem von Kalle sei, dass er mit seinen 13 Jahren von den Erwachsenen nicht ernst genommen und unterschätzt werde. Aber: „Kinder haben es verdient, dass man sie ernst nimmt, ihnen zuhört“, betont Ben Erik Schröter. Auch das soll vermittelt werden.
Wie in den vergangenen Jahren rundet auch dieses Mal die Musik von Michael Reffi das Kinderstück ab. Das Singen und Tanzen mache ihm Spaß, sagt der 24-Jährige. Und: Dabei entstehe auf der Bühne unter den Schauspielerinnen und Schauspielern eine tolle Energie. Wenn diese Dynamik auf das Publikum überspringe, sei es umso schöner. Ohnehin gehe ihm das Herz auf, wenn er Kinder auf den Rängen lachen höre und sehe, erklärt Ben Erik Schröter.
Dass Detektivgeschichten unabhängig vom Alter spannend sind, beweist die zweite Abendproduktion im diesjährigen Spielplan – „Sherlock Holmes – ein Skandal“. Darin wird Ben Erik Schröter in kleineren Rollen zu sehen sein: „Es ist schön, auch in diesem Stück dabei zu sein“, sagt der Darsteller des Meisterdetektivs für Kinder und Familien.
Das Kinderstück „Meisterdetektiv Kalle Blomquist“ ist regelmäßig unter der Woche und an den Wochenenden zu sehen. Nähere Informationen und Karten gibt es im Kulturbüro unter der Telefonnummer 09852/90444 oder unter www.kreuzgangspiele.de