Warum die 25. Auflage des Viehmarkts in Wettringen heute wie ein Volksfest ist | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.03.2026 06:30

Warum die 25. Auflage des Viehmarkts in Wettringen heute wie ein Volksfest ist

Die Alpakas waren die heimlichen Stars vom Viehmarkt in Wettringen. (Foto: Ulrich Schwandt)
Die Alpakas waren die heimlichen Stars vom Viehmarkt in Wettringen. (Foto: Ulrich Schwandt)
Die Alpakas waren die heimlichen Stars vom Viehmarkt in Wettringen. (Foto: Ulrich Schwandt)

Der Wettringer Frühlings- und Viehmarkt hat eine lange Tradition. Sie reicht bis zum 2. April 1849 zurück. Damals erhielt der Ort die Genehmigung für drei Vieh- und Krämermärkte im Jahr. Wettringen besaß damit offizielle Marktrechte, erklärte Bürgermeister Matthias Rößler beim Fest zum 25-jährigen Jubiläum des wiederbelebten Marktes.

Zu der Feier waren viele Ehrengäste gekommen. Darunter mehrere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den Nachbargemeinden sowie Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Auch Mitglieder des Bezirkstags und kirchliche Vertreter und Vertreterinnen nahmen an der Veranstaltung teil.

Urkunden zum Marktrecht sind weg

Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Wettringer Viehmarkt von großer Bedeutung. Handelnde, Bauern und Bäuerinnen aus der ganzen Region kamen zusammen, um mit Kälbern, Rindern und Ferkeln zu handeln. Während des Krieges gingen jedoch die offiziellen Urkunden zu den Marktrechten verloren oder wurden zerstört. Deshalb gilt Wettringen heute nicht mehr als Marktgemeinde, obwohl die Marktrechte laut Rößler aus der Geschichte belegt sind.

Nach dem Krieg fand der Markt noch einmal im Jahr im März statt. Doch Anfang der 1960er Jahre endete diese Tradition – der Viehhandel hatte inzwischen stark an Bedeutung verloren. Erst zur 900-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2000 wurde der Markt wiederbelebt. Altbürgermeister Michael Kandert löste damit ein Wahlversprechen ein. Am 4. März 2000 fand wieder ein Viehmarkt in Wettringen statt – allerdings in neuer Form. Aus dem Viehmarkt wurde ein Bauernmarkt mit Landmaschinen, regionalen Produkten und Ständen von Gewerbetreibenden. Tiere gibt es seitdem nur noch zum Streicheln oder zum Gewichtsschätzen.

Bürgermeister Rößler dankte Altbürgermeister Kandert für sein Engagement. Als Anerkennung überreichte er ihm ein Luftbild von Wettringen und einen Vesperkorb. Auch für Rudi Mack und Gerhard Probst gab es ein besonderes Dankeschön.

Lob für das ehrenamtliche Engagement

Landrat Dr. Jürgen Ludwig lobte das starke ehrenamtliche Engagement in der Gemeinde, insbesondere bei der Festgestaltung. Besonders hob er die Arbeit der Feuerwehr hervor und übergab dafür einen Scheck. „Wettringen ist eine aufstrebende Gemeinde”, sagte der Landrat. Die wirtschaftliche Entwicklung verlaufe positiv, vor allem im Gewerbegebiet. Dort entsteht auch ein neuer Stützpunkt der Bundeswehr. Außerdem rief Ludwig dazu auf, regionale Produkte zu kaufen. Das stärke die Region und den Zusammenhalt.

Für einen festlichen Rahmen sorgte der Gesangverein. Unter der Leitung von Josefine Mack sangen die Mitglieder frühlingshafte und fränkische Lieder. Zu hören waren unter anderem „Seid gegrüßt, ihr lieben Gäste“ und „Den schönsten Frühling sehn wir wieder“.

Einblicke in die Ortsgeschichte

Auch rund um den Markt gab es viel zu entdecken. Das Heimatmuseum öffnete seine Türen und zeigte Einblicke in die Geschichte des Ortes. Besucher und Besucherinnen konnten außerdem an Kutschfahrten teilnehmen, die Kirche St. Peter und Paul bei Führungen kennenlernen oder über einen Flohmarkt im Kindergarten schlendern. Jahrmarktstände, ein Kinderkarussell und Torwandschießen sorgten für Unterhaltung. Dazu gab es Musik von Dieter Gauß mit seiner Quetschn.

Der Markttag kam bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gut an. Einige äußerten jedoch einen Wunsch: Warum ist der Markt denn nur an einem Tag? Man könnte doch wenigstens den Sonntag noch mit einbeziehen, die Attraktivität Wettringens mit dem tollen Angebot dadurch noch weiter steigern. Vielleicht ist das ja eine Anregung – für den nächsten Markttag 2026.

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