Weil sich nach dem Rückzug Karin Bierstedts 2023 niemand für die Nachfolge fand, blieb beim Verein Alt-Rothenburg (Landkreis Ansbach) die Leitung zwei Jahre unbesetzt. Inzwischen sind die Dinge geregelt. Stellvertreter Dr. Hellmuth Möhring, der in der Übergangszeit schon kommissarisch einsprang, übernahm den Vorsitz nun offiziell.
Die Vorstandswahlen waren die wichtigste formale Programmpunkt der Hauptversammlung, die mit dem Jahresbericht eröffnet wurde. Dr. Mathias Braun als Schriftführer trug diesen vor. Demnach hatte sich der Ausschuss in insgesamt elf Sitzungen unter anderem mit dem Sanierungsvorhaben Judengasse 12 befasst. Die Maßnahme sei auf jeden Fall zu einem „Leuchtturmprojekt“ der Stadt geworden, meinte er.
Kontrovers sei über das Thema Photovoltaik-Anlagen in der Altstadt diskutiert worden. Außerdem habe der Verein Stellungnahmen zu den Pflasterungen in der Altstadt abgegeben und sei für Beratungen zum Thema Denkmalschutz zur Verfügung gestanden. Zu den Aufgaben der Vorstandschaft gehöre auch das Management weiterer Immobilien.
Das Bucharchiv in der Burggasse hatte vorher auch schon Jochen Ehnes angesprochen. Ziel sei es, dass möglichst viele Bücher verkauft werden können, bisher seien es immerhin 12.000 Stück gewesen. Mehrmals würden im Laufe des Jahres entsprechende Aktionen angeboten, um weiterhin den Buchverkauf zu fördern. „Unser Ziel ist es, Bücher an die frische Luft zu bringen und sicherzustellen, dass sie in gute Hände gelangen“, so Ehnes. Bereits vergriffene Werke könnten als eBook weiter vermarktet werden, worauf Alt-Rothenburg als einer der ältesten Vereine der Stadt besonders stolz sei.
Dr. Mathias Braun bezeichnete das Management des Röderturms als gute Einnahmequelle. Sehr gut angekommen sei die erst kürzlich durchgeführte Ausstellung zusammen mit der Oskar-von-Miller-Realschule. Zu einem erfolgreichen Sicherungs- und Erhaltungsprogramm habe sich die Aktion „Kleine Kostbarkeiten“ entwickelt. Der Verein habe außerdem bei verschiedenen Veranstaltungen Präsenz gezeigt und Führungen oder Fachvorträge angeboten. Viel Zeit nehme die Sichtung von Zeitzeugenmaterial zum Thema Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt in Anspruch.
Die aktuelle Mitgliederzahl betrage 353. Die Tendenz sei leicht steigend. Zu den Aktivitäten habe auch die Akquirierung von Spenden gehört. In diesem Zusammenhang dankte Braun vor allem den Rotariern, dem Lions Club, der Sparkasse und der Stadt für die Unterstützung.
Den Kassenbericht trug der Kassier Josef Hochbauer vor. Der Umfang und die Ausführlichkeit mit vielen Zahlen hänge damit zusammen, „dass der Verein ein kleines Unternehmen ist“, betonte er. Sehr erfreulich sei das gestiegene Spendenaufkommen. Die Mieteinnahmen hätten rund 16.400 Euro betragen. Leider seien die für 2024 zugesagten Fördermittel in Höhe von 700.000 Euro noch nicht eingetroffen. Ende 2024 habe das Vereinsvermögen 278.312 Euro betragen.
Die Kasse wurde von Eduard Knoll und Peter Schaumann geprüft. Sie bestätigten dem Kassier eine „hervorragende Arbeit“. Alle Belege und Konto-Auszüge seien lückenlos vorgelegen. Peter Schaumann erlaubte sich noch eine persönliche Anmerkung: 2024 sei kein einfaches Jahr gewesen und doch habe es wesentliche Baufortschritte und ein positives Jahresergebnis gegeben, so Schaumann.
Beim Vorstandsvotum wurde Dr. Hellmuth Möhring einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Als Stellvertreterin wird Gudrun Knoll-Schäfer fungieren. Einstimmig wurden Dr. Mathias Braun als Schriftführer und Josef Hochbauer als Kassier bestätigt. Die Versammlung sprach sich bei einer Gegenstimme mehrheitlich dafür aus, dass der Ausschuss in den beiden nächsten Jahren aus insgesamt elf Personen bestehen wird. Gewählt wurden Christine Birmann, Karin Bierstedt, Camilla Ebert, Jochen Ehnes, Franziska Krause, Bernhard Mall, Sabine McIntosh, Willi Pfitzinger, Susanna Regina Rattay, Lothar Schmidt und Klaus Zerkowski. Die Kasse wird weiterhin von Eduard Knoll und Peter Schaumann geprüft.
Dr. Hellmuth Möhring kündigte an, dass die Fertigstellung des Gebäudes Judengasse 12 sich noch einmal etwas verzögere. Freiwillige, die zum Waschen von etwa 500 Ziegelsteine bereit sind, seien herzlich willkommen. Realistischer Zeitpunkt für den Abschluss der Arbeiten sei der September, erklärte er auf Anfrage der Redaktion.
Stadtheimatpfleger Hans-Gustaf Weltzer regte in der Hauptversammlung an, dass der Verein wieder zu seinen ursprünglichen Zielen zurückkommen müsse. Das hohe Gebundensein an Immobilien habe längere Zeit davon abgelenkt.