Strenge Kontrolle in Ansbach: Biotonnen werden nur noch nach diesen Regeln geleert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.04.2026 13:31

Strenge Kontrolle in Ansbach: Biotonnen werden nur noch nach diesen Regeln geleert

Eine rote Karte an der Biotonne signalisiert im Landkreis Ansbach, dass zu viele Störstoffe im Müll Sind. Der Behälter wurde nicht geleert. (Foto: Landratsamt Ansbach/Markus Gabler)
Eine rote Karte an der Biotonne signalisiert im Landkreis Ansbach, dass zu viele Störstoffe im Müll Sind. Der Behälter wurde nicht geleert. (Foto: Landratsamt Ansbach/Markus Gabler)
Eine rote Karte an der Biotonne signalisiert im Landkreis Ansbach, dass zu viele Störstoffe im Müll Sind. Der Behälter wurde nicht geleert. (Foto: Landratsamt Ansbach/Markus Gabler)

Künftig gelten schärfere Regeln beim Biomüll in Ansbach. Hintergrund ist eine Novelle der Bioabfallverordnung, mit der der Gesetzgeber den Anteil von Fremdstoffen – vor allem Kunststoffe – drastisch reduzieren will. Die Verwaltung hat jetzt darüber informiert, unter welchen Umständen künftig die Biotonne einfach stehen bleibt.

Das größte Problem seien aktuell die kompostierbaren Kunststoffbeutel, informierte Angelika Ruis vom Baureferat. Die Zersetzungszeiten dieser Beutel seien viel zu hoch, als dass sie in den Entsorgungsanlagen behandelt werden könnten. Außerdem seien sie kaum noch von herkömmlichen Plastiktüten zu unterscheiden. Deshalb ist ihre Verwendung in der Biotonne künftig verboten. Zukünftig gilt auch eine „Trenntabelle Bioabfall”, die genau regelt, was in die braune Tonne gehört und was nicht.

Störstoff-Scanner beim Abholen im Einsatz

Wie so etwas aussieht, kann man bereits seit einem Jahr im Landkreis Ansbach beobachten. Dort ist ein Störstoff-Scanner im Einsatz. Wenn der Alarm schlägt, bleibt die Biotonne stehen. Dann wird eine rote Karte angehängt, die darüber informiert, warum die Annahme verweigert wurde. Dort wird klar gemacht, welche Stoffe nicht geeignet sind, um Humus aus dem Bioabfall zu erzeugen. Also zum Beispiel Asche, Tierstreu, Hygieneartikel, Medikamente, Windeln, Straßenkehricht, Speisefette und -öle oder Staubsaugerbeutel.

Im Bauausschuss sorgte die Ankündigung der Verwaltung für einige Überraschung. Vor allem das Verbot der kompostierbaren Plastikbeutel müsse man den Bürgerinnen und Bürgern nahebringen, sagte CSU-Fraktions-Chef Jochen Sauerhöfer: „Die kannst Du ja in jedem Discounter kaufen.” Man müsse die Leute informieren, dass man diese Beutel mit Bio-Aufschrift eben nicht mehr verwenden dürfe.

„Die kannst Du ja in jedem Discounter kaufen”

Sabine Stein-Hoberg (Grüne) fragte,. ob man die „Trenntabelle Bioabfall” nicht im Abfallwegweiser der Stadt abdrucken und auf der städtischen Internetseite veröffentlichen könne. Das sei bereits in Arbeit, versicherte Angelika Ruis.

Oberbürgermeister Thomas Deffner scherzte, die Stadträte seien ja noch im Wahlkampfmodus und könnten Videos drehen, um die Bürgerinnen und Bürger aufzuklären. Ernsthaft betonte er aber, „dass das kontrolliert wird und notfalls die Tonne stehenbleibt”. Auch im Ansbacher Stadtgebiet soll dann ein Aufkleber die Bürgerinnen und Bürger darüber informieren, warum die Annahme des Biomülls verweigert wurde.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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