Eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage entsteht derzeit westlich von Königshofen in Richtung Meierndorf. Mit rund 12.000 Kilowatt-Peak (kWp) ist die Anlage laut den Betreibern der Sonnenkraft Königshofen die leistungsstärkste im gesamten Landkreis Ansbach.
Die Arbeiten laufen bereits seit etwa einem Monat. Aktuell sind 25 Personen auf der Baustelle tätig. Es werden knapp 30.000 Module auf knapp neun Hektar verbaut, die genug Sonnenstrom erzeugen, um etwa 3400 Haushalte mit Energie zu versorgen, hieß es bei einem Ortstermin. Mit der Geslauer Firma HEG Energie habe man einen regionalen Anbieter gefunden, der als Generalunternehmer die Anlage schlüsselfertig errichten werde, teilten die Betreiber mit.
Die HEG-Geschäftsführer Johannes Riegel und Günther Heidingsfelder betonten, dass der Trend deutschlandweit zu großen Anlagen gehe. Durch die Nutzung der Anlage in Königshofen könnten jährlich bis zu 5500 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2024 geplant, teilten Christian Frank, Tanja Frank-Herzog und Stephan Schirmer mit, die bei der Sonnenkraft Königshofen als Geschäftsführer fungieren.
Ein herausragendes Merkmal des Projekts sei die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung, betonten die Verantwortlichen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger könnten sich an die Betreiber wenden. Das vorrangige Ziel sei es laut den drei Geschäftsführern, allen Bürgerinnen und Bürgern der Marktgemeinde Bechhofen eine bevorzugte Beteiligung am Projekt zu ermöglichen. Die Sonnenkraft Königshofen plant, einen eigenständigen Stromtarif anzubieten. Dieser solle es ermöglichen, Ökostrom aus der vor Ort produzierten Energie zu beziehen. Der Stromtarif werde voraussichtlich mit der Inbetriebnahme der Anlage zur Verfügung stehen.
Heidingsfelder erläuterte, dass man sich bei solchen Projekten immer in einem Spannungsfeld befinde: Es gelte das Gleichgewicht zwischen Investoren, die an einer attraktiven Rendite interessiert sind, und den Stromkunden, die einen günstigen Kilowattstundenpreis wünschen, bei der Kalkulation herzustellen.
Die Geschäftsführer der Sonnenkraft Königshofen gaben bekannt, in Kontakt mit möglichen Betreibern von Großspeichern zu stehen. Man prüfe aktuell verschiedene Konzepte. Die Anbindung der Anlage erfolgt über das Umspannwerk Waizendorf. Die Infrastruktur dorthin ist laut Heidingsfelder bereits ausgebaut. Aufgrund der Netzausbaupläne des Netzbetreibers in der Region, insbesondere im Bereich der Regionalplanung für Windräder, gehe man davon aus, dass auch das Problem möglicher Abschaltungen der Photovoltaik-Anlage gelöst sein werde.
Riegel erklärte, dass der Standort in der Nähe des Umspannwerkes von großem Vorteil sei. Leider erfolge der Netzausbau immer erst dann, wenn das Stromnetz ausgelastet sei. Doch man müsse langfristig denken und die Anlage in Königshofen als Investition für die nächsten 50 bis 100 Jahre sehen. Die verbauten Module sollen 30 bis 35 Jahre ihren Dienst tun.
Ein zweiter Bauabschnitt unmittelbar neben der sich in der Umsetzung befindlichen Anlage umfasse weitere sechs Hektar und sei bereits genehmigt. Doch aktuell gebe das Stromnetz nicht genug Kapazität her, um diesen auch anzugehen.
Mit der Pflege der Flächen soll laut Christian Frank ein Landwirt aus der Region beauftragt werden. Außerdem sei eine Beweidung mit Schafen möglich.
Bürgermeister Sven Waidmann und sein Amtsvorgänger, der Landtagsabgeordnete Helmut Schnotz erläuterten, dass mit der Anlage bei Königshofen fast das Ende der Fahnenstange für Freiflächen-Photovoltaikanlage in der Marktgemeinde Bechhofen erreicht sei: Ein Beschluss des Gemeinderates besagt nämlich, dass maximal ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für derlei Zwecke genutzt werden dürfe. Zwischen Großenried und Mörlach sei noch eine Anlage genehmigt worden. Dafür gebe es aber noch keine konkreten Umsetzungspläne.
Riegel betonte, dass man mit der Anlage der Landwirtschaft keine Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung entziehe: Denn der Ertrag der Äcker war zuvor für den Betrieb von Biogasanlagen genutzt worden.