Was machen psychische Erkrankungen mit den Betroffenen? Mit den Patienten und mit deren Umfeld? Diese Gedanken stehen in Joanne Ryans Stück „Tanz mit den Sternen“ im Fokus. Laura Remmler inszeniert es für das Theater Ansbach. Am Samstag hat es um 19.30 Uhr Premiere im Theater hinterm Eisernen.
Die Autorin Joanne Ryan weiß, wovon sie spricht, erzählt sie doch von ihren eigenen Erfahrungen mit der bipolaren Störung ihrer Mutter. Laura Remmler interessiert bei ihrer Regiearbeit, wie sich so eine Erkrankung auf eine Beziehung auswirkt, etwa die der erkrankten Mutter zu ihrer erwachsenen Tochter und umgekehrt. Da schwinge viel Autobiografisches der Autorin mit. „Manchmal war es schwer, Autorin und Bühnenfigur voneinander zu trennen”, sagt sie. „Spannend war auch“, ergänzt sie, „zu erkunden, wo die psychischen Probleme der erwachsenen Tochter, die als Angehörige schon lange Verantwortung für die Mutter übernommen hat, anfangen.“ Parentifizierung, also die Rollenumkehr zwischen Eltern und Kindern, sei ebenfalls ein Aspekt.
„Es ist eine schwierige Beziehung der beiden Frauen“, so Remmler, „zwischen Phasen von Depression und Ekstase, wobei es auch ganz unbeschwerte Momente gibt.“ Im Stück werde vieles nicht ausgesprochen, aber genau das spiele dann eben auch eine große Rolle.
Überlegungen, die bei der Inszenierung aufgekommen waren, waren etwa die Frage, wieviel Raum man der Krankheit geben könne oder auch wie es in den Personen aussehe, was die beiden Frauen innerlich bewege und wie man dem auf der Bühne begegnen könne.
An dieser Stelle kommt dann der Musiker Denis Fischer ins Spiel. „Mein Regiekonzept“, so Remmler, „ist nicht ohne Sound denkbar.“ Musik im eigentlichen Sinn, so Fischer, sei das nicht. Die Klanggestaltung diene eher dazu, innere Zustände zu spiegeln, eventuell auch Stimmungsschwankungen oder Veränderungen anklingen zu lassen.
Remmler findet es wichtig, dass ein solches Thema auch im Theater behandelt wird. Es gehe um Emotionen, um Verständnis für die Betroffenen, um das Gesehen-werden sowie auch das Krankheitsbild, das sehr individuell ausfallen kann. Das Theater könne hier wie ein Türöffner wirken. Die Krankheit stehe nicht immer im Vordergrund, parallel gebe es auch eine normale Mutter-Tochter-Beziehung, die aber jederzeit kippen könne. „Das Thema ist schon heavy“, findet die Regisseurin, „wird aber kurzweilig erzählt und hat durchaus leichte Momente.“ Nicole Schneider spielt die Mutter, Sophie Weikert ihre Tochter. Bühne und Kostüme gestaltet Christina Wachendorff.