Was macht eigentlich ein Dirigent? Und wie klingt eine Zuckerfee? Fragen, die beim ersten „Konzert für die Mittelstufe“ zur Sprache kamen. Susanne Hoch, Konzertdramaturgin am Theater Ansbach, hat dazu am Beispiel von Pjotr Tschaikowskis Nussknacker-Suite ein Konzept erarbeitet.
Umgesetzt wurde das neue Konzept zur Musikvermittlung in Kooperation mit den Nürnberger Symphonikern. Am Dirigentenpult stand im Ansbacher Onoldiasaal Leonhard Kreutzmann.
Eingeladen hatte Susanne Hoch, die die Konzert-Sparte am Theater Ansbach leitet, die Jahrgangsstufen 8 bis 10. Die beiden Konzerte am Donnerstag – das erste für Schülerinnen und Schüler aus Förderschulen, das zweite für junge Leute aus Realschule und Gymnasium – waren inhaltlich sehr ähnlich. Da die jeweiligen Lehrpläne etwas unterschiedliche Schwerpunkte setzten, bezog Hoch das auch bei ihrer Planung ein.
Welche Instrumente gibt es überhaupt in einem Orchester? Da wussten die Schülerinnen und Schüler schon einiges. Das Fundament, so Susanne Hoch, bilden die Streicher, die es „von hohen bis zu tiefen Tönen“ gibt. Wie unterschiedlich etwa Violine, Bratsche, Cello, Kontrabass sowie auch Holz- und Blechbläser klingen können, führten der Dirigent Kreutzmann und die Nürnberger Symphoniker, insgesamt etwa 50 Musikerinnen und Musiker, anhand von Beispielen aus der Nussknacker-Suite vor.
So wurde gut nachvollziehbar, wie unterschiedliche Stimmungen und Bilder, etwa je nach Wahl von Instrumenten, Tonhöhe, Takt oder auch unterschiedlichen Spielarten, entstehen und mit nur kleinen Änderungen abgewandelt werden können. Eine leicht schwebende, glitzernd geheimnisvolle Aura verlieh etwa die Celesta mit ihren angeschlagenen Metallplatten der Zuckerfee. Zwei Oktaven tiefer gespielt, hatte sich die Zuckerfee aus dem Staub gemacht. Susanne Hoch bezog die Schülerinnen und Schüler immer wieder mit ein.
Im zweiten Konzert lag der Schwerpunkt weniger auf den einzelnen Instrumentengruppen, sondern mehr auf der Frage, wie Orchester, wie wir sie heute kennen, entstanden und wann die einzelnen Instrumente dazugekommen sind. Es wurde erläutert, dass sich die Anfänge bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lassen; zu den Streichern kamen nach und nach Holz-, später auch Blechbläser. Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Bedeutung des barocken Generalbasses ab, sodass auch die Bassinstrumente zunehmend eine Hauptrolle spielen konnten. Die Orchester wurden größer, der Klang voluminöser, dem heutigen Symphonieorchester zunehmend ähnlicher.
Letztlich klärte sich auch die Rolle des Dirigenten, der selbst ja kein Instrument spielt. Seine Aufgabe, so Kreutzmann, sei es, die Werke mit dem Orchester zu proben, darauf zu achten, dass alle gemeinsam anfangen und aufhören. Dazwischen müsse er unter anderem auch das Tempo sowie die Einsätze im Blick haben
Abschließend bekamen die Zuhörerinnen und Zuhörer unter der souveränen Leitung des jungen Dirigenten noch die gesamte Nussknacker-Suite zu hören. Ausdrucksstark und klangfarbig, ergänzt mit Projektionen der jeweiligen Ballettszenen. Das Konzept, das Susanne Hoch den beiden Konzerten zugrunde gelegt hatte, ging auf, brachte den jungen Leuten klassische Musik näher, weckte ihre Neugierde.