Premiere am Theater Kopfüber in Ansbach: Die Abenteuer des Barons von Münchhausen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.04.2026 09:07

Premiere am Theater Kopfüber in Ansbach: Die Abenteuer des Barons von Münchhausen

Der alte Münchhausen erzählt von einer winterlichen Reise, die er, nicht gerade zur Freude der Frau vom Sozialdienst, mit einem Feder-Schnee-Gestöber aus seinem Kissen verdeutlicht. (Foto: Elke Walter)
Der alte Münchhausen erzählt von einer winterlichen Reise, die er, nicht gerade zur Freude der Frau vom Sozialdienst, mit einem Feder-Schnee-Gestöber aus seinem Kissen verdeutlicht. (Foto: Elke Walter)
Der alte Münchhausen erzählt von einer winterlichen Reise, die er, nicht gerade zur Freude der Frau vom Sozialdienst, mit einem Feder-Schnee-Gestöber aus seinem Kissen verdeutlicht. (Foto: Elke Walter)

Am Ostermontag war es endlich so weit: Das Theater Kopfüber feierte Premiere mit seiner Neufassung von „Die Abenteuer des Barons von Münchhausen”. Das Zweipersonenstück für Menschen ab acht Jahren inszenierte der polnische Regisseur Dominik Nowak in Zusammenarbeit mit Theaterchefin Claudia Kucharski.

Dichter Flockenwirbel auf der winterlichen Reise, die Münchhausen einst nach Russland geführt hat. Alt und einsam ist er geworden, lebt auf, sobald er von seinen früheren Abenteuern erzählt. Eine Handvoll Federn aus einem Kissen lässt das Schneegestöber auf der Bühne erlebbar werden. Der Boden ist mit dichtem Feder-Schnee bedeckt. Nur eine der besonderen Geschichten.

Keinen Kontakt nach draußen

Einfach hat es die Frau vom Sozialdienst (Claudia Kucharski) nicht mit ihrem neuen Klienten, dem alten Baron von Münchhausen (Thomas Cermak). Der lebt zurückgezogen in seiner Wohnung, inmitten vieler Erinnerungen an seine fantastischen Abenteuer. Sein Bett, in Form eines Bootes, der passende Rückzugsort (Raumgestaltung: Claudia Kucharski) zum Träumen und Zeit totschlagen.

Kontakt nach draußen hat er schon lange nicht mehr. Doch so geht das nicht, fanden die vom Sozialdienst, schickten ihm ihre Kollegin Diana vorbei. Sie soll schauen, ob er noch zurechtkommt, ihm gegebenenfalls helfen, mit ihm spazieren gehen. Ein paar Hinweise hat sie schon bekommen: Ein Sonderling, dem soziale Vereinsamung drohe, ausgestattet mit einem unstillbaren Erzählbedürfnis.

Zunächst nicht begeistert von der Störung

Münchhausen selbst ist zunächst auch nicht begeistert von der Störung, will einfach nur seine Ruhe. Aber jetzt ist Diana da. Einen Moment später springt er dann doch aus dem Bett, beginnt lebhaft zu erzählen. Seine Geschichten klingen wirr und unverständlich.

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Und Diana? Sie hat keine Zeit für sowas. Ihr eng getakteter 20-Minuten-Betreuungsplan lässt es nicht zu, darauf einzugehen. Diana fühlt sich gestresst, während ihr Klient, dem sie nicht wirklich folgen kann, ungebremst weitererzählt. Unverständnis und Konflikte sind vorprogrammiert.

Aber nach und nach ändert sich das. Die zum Teil recht irrwitzigen Geschichten, etwa die vom Pferd auf dem Kirchturm, dem Ritt auf der Kanonenkugel, der winterlichen Reise nach Russland, bei der reichlich Kissenfedern als Schnee über die Bühne wirbelten, sowie auch der Besuch beim Sultan von Konstantinopel, können die Erlebniswelt des Barons nur in Auszügen, dafür aber mit intensiven Bildern spiegeln (Kostüme: Veronika Stünkel).

Darius Gall, Hauskomponist des Theaters, hat den Spielszenen den passenden Klangraum gegeben. Kucharski und Cermak lassen, unter der Regie von Dominik Nowak, die beiden unterschiedlichen Welten genussvoll aufeinanderprallen. Sie zeichnen die beiden Figuren wunderbar schräg und doch liebenswert. Ob und wie es den beiden doch gelingt, einen Weg zueinander zu finden, erzählt die Inszenierung auf sehr unterhaltsame Weise.

Die nächste Vorstellung von „Die Abenteuer des Barons von Münchhausen” findet noch auf der Bühne im Theater Kopfüber am 12. April statt. Weitere Termine auf der Freiluftbühne im Hof folgen dann im Sommerprogramm.

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