Brassissimo bringt die Musik von Leonard Bernstein in den Ansbacher Onoldiasaal | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.03.2026 13:11

Brassissimo bringt die Musik von Leonard Bernstein in den Ansbacher Onoldiasaal

Das Ensemble Classique empfahl sich für weitere Herausforderungen. (Foto: Martin Stumpf)
Das Ensemble Classique empfahl sich für weitere Herausforderungen. (Foto: Martin Stumpf)
Das Ensemble Classique empfahl sich für weitere Herausforderungen. (Foto: Martin Stumpf)

Unter dem Motto „Brassissimo – 35 Jahre Leonard Bernstein“ gastierte das Ensemble Classique im Onoldiasaal. Das Konzert war geprägt von vielen musikalischen Epochen und einem speziellen Klang.

Den Anfang machten die Blechbläser des Gymnasiums Carolinum unter der Leitung von Mark Sirok mit „Opera Pops“, einem Medley aus Opernmelodien. Das Ensemble Classique hatte die Gruppe vor dem Konzert eine Stunde lang angeleitet. Die vielen Takt-, Tempo- und abrupten Rhythmuswechsel, die das Werk anspruchsvoll machen, gelangen den jungen Musizierenden mühelos. Mit einem geschlossenen Klang empfahl sich die Gruppe für weitere Herausforderungen.

Das renommierte „Ensemble Classique“ besteht seit 40 Jahren und tritt mit drei Trompeten, drei Posaunen und Pauken sowie Schlagzeug auf. Es kommen also nur eng-mensurierte Blechblasinstrumente zum Einsatz, die den Klang hell und silbrig machen. Zusammen mit dem Schlagwerk ergibt das je nach musikalischer Epoche viele Möglichkeiten von strahlend über schmelzend bis zu zackig – und von allem macht das Ensemble reichlich Gebrauch. Der Verzicht auf einen Tiefbass wäre nur im direkten Vergleich zu bemerken gewesen.

Bearbeiten der Werke von Leonard Bernstein

Der Bezug auf Leonard Bernstein, der als „Wegbereiter“ im Programm genannt wird, rührt daher, dass im zweiten Programmteil Bearbeitungen seiner Werke erklingen. Anlass ist dessen 35. Todestag, der sich jetzt, im Jahr 2026, zum 36. gejährt hat. Vorher aber geht es mit Albinoni, Gervaise, de Falla, Tschaikowsky und Mozart durch die europäische Musikgeschichte von Renaissance bis Romantik. Stets sind es natürlich Bearbeitungen, die erklingen, da die Originale niemals für diese Besetzung angelegt waren.

Das gelingt alles äußerst geschmeidig, konzertant und dank der schlanken Besetzung auch sehr durchhörbar. Voran gingen zwei kostbare, weil anders nicht dargebotene moderne Werke, die spielerisch diesen Stilkosmos vorwegnahmen. Winfried Rochs „European Fanfare“ und Christoph von Reitzensteins „Festliche Bläsermusik“ spielen mit Pomp und Harmonik, als kämen sie von einem Komponisten, der im Barock erwacht wäre, seinen Tag bis zur Romantik verbracht hätte und nun kurz vor dem Schlafengehen sein musikalisches Tagwerk notieren würde.

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Faible für Arrangements und Klangfarben

Das Faible für Arrangements, Klangfarben und Abwechslung ging im zweiten Teil, der dem 20. Jahrhundert gewidmet war, weiter. Jazz, insbesondere Swing, und Bernsteins moderne sinfonische Tonsprache waren zu hören bei Medleys aus „Mass“ und „Westside Story“ sowie Stücken von Fats Waller und Duke Ellington. Das bot vielfältige Gelegenheit, die hervorragenden Eigenschaften des Ensembles zu zeigen, als da wären kraftvoll synkopierter Trompetenschmiss, hinreißender Posaunenschmelz und mutig collagierte große Klangfarben-Gemälde.

Bei den Zugaben kam auch die Lebensfreude zu ihrem Recht: „When the Saints“ im Stil einer Marching-Band und „Tico-Tico“ mit einer Jazz-und einer Hohen Trompete als Soloinstrumenten – Silber noch einmal in Reinform.


Von MARTIN STUMPF
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