In der Bibart im südlichen Steigerwald lebt die stark gefährdete Bachmuschel. Um ihren Lebensraum zu verbessern, wurde nun auf Initiative von Felix Wolfrum vom Landesfischereiverband Bayern ein Absturz im Gewässer umgebaut.
Doris Hofmann vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken betreut seit dem Jahr 2008 im Auftrag der Regierung von Mittelfranken das „BayernNetzNatur”-Projekt „Bachmuscheln im Südlichen Steigerwald“. Ziel des Vorhaben sei es, die Bachmuschelgewässer im Einzugsbereich der Aisch ökologisch so aufzuwerten, dass diese Art dort gute Lebensbedingungen vorfindet und sich wieder ausbreiten kann, erläutert Hofmann die Hintergründe.
Begleitet wird sie von Benedikt Schmid aus dem Wasserwirtschaftsamt Ansbach, der als Sachgebietsleiter „Gewässerentwicklung” tätig ist. Er erklärt, dass der etwa 30 bis 40 Zentimeter hohe Absturz, der sich oberhalb der Kleingartenanlage von Markt Bibart befand, ein Wanderhindernis für Fische war – insbesondere auch für die Aitel, die Rotfeder und den Dreistachligen Stichling, die Wirtsfische der Bachmuscheln darstellen. Die Ausbreitung erfolgt durch die Muschellarven, die sich an die Kiemen dieser Wirtsfischarten anheften.
Der Höhenunterschied soll nun auf drei unterschiedliche „Ausruhbecken”, so der offizielle Terminus, auf einer Länge von 15 bis 20 Metern verteilt werden, so dass die Fische nur noch einen Höhenunterschied von 10 Zentimetern zu überwinden haben, erzählt Schmid weiter.
Die Muscheln spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der Gewässer, berichtet das Experten-Duo. Sie filtrieren das Wasser und tragen damit zur Selbstreinigung der Gewässer bei. Alle sechs Jahren findet eine Bestandsaufnahme statt.
Im Zuge des Klimawandels werden größere Bäche immer wichtiger für den Erhalt der Arten. Hierzu gehört auch die Bibart, die durch das Wasser des Rehberggrabens gespeist wird. Dort befindet sich auch die Quellpopulation. Leider trocknet dieser Graben nach heißen Sommertagen und wenig Regen seit 2015 immer wieder in Teilabschnitten aus – so mussten heuer wieder 121 Bachmuscheln und 450 Teichmuscheln aus dem Graben in die Bibart umgesetzt werden.
Umso wichtiger sei es, betonen die Fachleute, die Bibart hinsichtlich ihrer Eignung für Bachmuscheln und Wirtsfische zu verbessern. Mit dem Umbau des Absturzes in eine Sohlgleite konnte die Durchgängigkeit des Bachs verbessert und ein Wanderhindernis für die Wirtsfische der Bachmuscheln beseitigt werden.
Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen betrugen rund 5100 Euro und wurden, aufgrund gestrichener Fördermittel für den Landschaftspflegeverband Mittelfranken, komplett aus dem Haushalt des Wasserwirtschaftsamts im Rahmen der Gewässerunterhaltung finanziert.