Dürre und Fischotter: Sorgen der Teichwirte bei Jahresversammlung in Birnbaum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.12.2025 19:00

Dürre und Fischotter: Sorgen der Teichwirte bei Jahresversammlung in Birnbaum

Der neu gewählte Beirat des Fischerzeugerrings Mittelfranken mit (vorne, von links) Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, Referentin Lena Bächer von der LfL und MdL Gabi Schmidt als bisherige Vorsitzende.  (Foto: Fritz Arnold)
Der neu gewählte Beirat des Fischerzeugerrings Mittelfranken mit (vorne, von links) Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, Referentin Lena Bächer von der LfL und MdL Gabi Schmidt als bisherige Vorsitzende. (Foto: Fritz Arnold)
Der neu gewählte Beirat des Fischerzeugerrings Mittelfranken mit (vorne, von links) Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, Referentin Lena Bächer von der LfL und MdL Gabi Schmidt als bisherige Vorsitzende. (Foto: Fritz Arnold)

Auf eines der trockensten Jahre seit 2015 blickte der Fischerzeugerring Mittelfranken in seiner Jahresversammlung zurück. Zudem leiden die Teichwirtinnen und Teichwirte in der Region unter einem schleppenden Speisefischmarkt, da die Nachfrage in der heimischen Gastronomie weiter zurückgeht.

Große Sorgen machen sich die heimischen Karpfenzüchtenden wegen der Verbreitung der Fischotter, das wurde bei Jahresversammlung klar. Der rund 400 Mitglieder zählende Fischerzeugerring Mittelfranken hatte hierzu in die „Hammerschmiede“ in Birnbaum (einem Ortsteil von Gerhardshofen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) eingeladen.

Die Probleme mit dem Fischotter sind aber nicht die einzigen, die die Erzeugerinnen und Erzeuger haben, machte Gabi Schmidt deutlich. Die Vorsitzende des Fischerzeugerrings und zugleich Landtagsabgeordnete (Freie Wähler) ging in ihrer Rede auf die immer stärkere Ausbreitung der Silberreiher ein. Importe würden zudem für einen wachsenden Preisdruck sorgen.

Gesetzliche Vorgaben werden benötigt

Um gegen Fischotter vorgehen zu können, brauche es gesetzliche Vorgaben. Um diese zu bekommen, sei eine wissenschaftlich abgesicherte Basis zu den Zahlen und den Schäden erforderlich, war die einhellige Meinung. Lena Bächer vom Institut Fischerei an der Landesanstalt für Landwirtschaft stellte dazu ein Teich-Test-Netz vor, an dem sich möglichst viele Teichwirtinnen und Teichwirte beteiligen sollten.

Nur mit konkreten Daten ließen sich politische Gegenmaßnahmen begründen, machte die Referentin deutlich. Die Zahl der Silberreiher wird wohl durch den nicht weit entfernt liegenden Brombachsee begünstigt, zeigten sich die Teilnehmenden überzeugt.

In den wegen des Klimawandels immer häufiger auftretenden milden Wintern ist es nach Angaben des Ringberaters Otto Müller sinnvoll, Karpfen auch in dieser Jahreszeit zu füttern. Denn bei erhöhten Temperaturen steige der Energieverbrauch der Fische. Er erhöhe sich bei K1 und K2 bei Eisfreiheit und belaufe sich auf zwei Prozent der Fischbiomasse pro Woche.

Hoffnung auf weniger Trockenheit

Müller hofft, dass der kommende Sommer nicht wieder so trocken wird und nicht wieder „Aischgründer Wasserspiele“ nötig seien, um die Weiher bei hohen Temperaturen zu belüften. In diesem Jahr kam es auch zu Notabfischungen, weil das Wasser fehlte. Seiner Einschätzung nach werde das Satzfischangebot im Frühjahr eher knapp sein.

Zur Fütterung sagte Otto Müller, dass Karpfen generell fettarm seien. Ausreißer nach oben seien vor allem auf die Fütterung von Roggen zurückzuführen, so seine Erfahrung.

Nachfolge ist noch unklar

Vorsitzende Gabi Schmidt kündigte an, dass sie wegen der Aufgaben als Ehrenamtsbeauftragte des Landtages nicht mehr für eine weitere Amtszeit an der Spitze des Fischerzeugerrings Mittelfranken zur Verfügung stehen könne.

Die Nachfolge wird aus den Reihen des Beirates in den nächsten Wochen bestimmt, der bei der Veranstaltung neu gewählt wurde. Ihm gehören jetzt an: Lena Stang (Teichwirtin aus Eckenberg), Michael Maderer (Fischereibeauftragter des Bezirks), Hans Hausmann (Altendettelsau), Thomas Schmaußer (Absberg), Andreas Bleicher (Gunzenhausen), Harald Siller (Ansbach), Christoph Oberle (Kosbach) und Wilfried Heller-Brehm (Gerhardshofen).


Von Fritz Arnold
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