Mit Blumenkränzen geschmückte Rinder, Kuhglocken und Alphornklänge: Am Hesselberg herrscht am Tag der deutschen Einheit eine Stimmung wie im Voralpenland. Dafür sorgt die Landwirtsfamilie Heß aus Röckingen, die ihre schottischen Hochlandrinder zurück ins Winterquartier führt. Für die vielen Zuschauer ist es ein buntes Spektakel.
Mehrere hundert Zuschauer wollten sich ein „Highlight“ in der Hesselbergregion bei besten Witterungsbedingungen nicht entgehen lassen: Zum sechsten Mal fand ein „Almabtrieb“ von der drei Hektar großen Sommerweide am Südosthang des Hesselberg hinab zur Winterweide bei Röckingen statt.
Die Eigentümer der aus elf schottischen Hochlandrindern bestehenden Herde, Karlheinz Heß sen. und jun., zogen mit ihren mit Kränzen geschmückten Tieren in das Winterquartier, wo sie von Bulle „Hubsi“ schon erwartet wurden. Unter der musikalischen Begleitung von Ulrich Lutz folgten die Zuschauer aller Generationen in angemessenem Abstand der Herde bis zum Ortsrand von Röckingen.
Dort hat die Gemeinde ein Wiesengrundstück für die Beweidung kostenfrei zur Verfügung gestellt, da die Tiere mit ihren flachen Klauen als „Landschaftspfleger“ für die eigentlich zuständige Kommune tätig werden. Beim Start und am Ziel des Spektakels wurde bei herrlichem Herbstwetter eine Art Volksfeststimmung verbreitet.
Die zahmen schottischen Highlander ernähren sich nur von Gras und Heu sowie den schmackhaften Hesselbergkräutern. Als tägliches Leckerli erhalten sie eine Breze oder eine Semmel, die sie genüsslich verzehren, berichten die Landwirte.
Der stressfreie Aufenthalt im Freien setzt sich auf der Winterweide fort. Dort kommen die Tiere mit nassen oder gar verschneiten Flächen gut zurecht, haben aber einen Unterstand mit Heu und Wasser zur Verfügung. Die vier Kühe, zwei Ochsen, drei Jungrinder und zwei Kälber hören auf Namen wie Lisa, Lotte oder Flöckchen und lassen sich gerne von den Besitzern streicheln.
Da die Rinder kein Kraftfutter erhalten, wird laut Eigentümer eine „grandiose Fleischqualität“ erzielt. Ein großer Kundenkreis aus naher und weiter Entfernung bestätigt diese Einschätzung. Trotz der allgemein deutlich gestiegenen Preise blieben ihnen die „Gourmets“ erhalten, so Karlheinz Heß sen.
Die Alphornbläser Dinkelsbühl umrahmten das Ereignis musikalisch mit dem Anblasen vor dem Start sowie im Zielbereich. Reichlich Beifall belohnte die sieben Musiker für ihren Auftritt.