Die Idee ist aus einer Stammtischlaune in den 1990er Jahren heraus entstanden. Längst hat sich der Almabtrieb zwischen den Schnelldorfer Ortsteilen Theuerbronn und Gailroth (Landkreis Ansbach) zu einem Besuchermagneten entwickelt. Am Samstag war es wieder so weit.
Von der Rapsalm der Familie Rieker im 30 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Theuerbronn wurden 21 Rinder nach Gailroth geführt. Zum 27. Mal fand der Almabtrieb statt. Er lockte rund tausend Zuschauer und Zuschauerinnen an die Strecke.
Beim Team vom Obst- und Gartenbauverein Gailroth um Simon Brand liefen die organisatorischen Fäden zusammen, doch alle Vereine und Gruppen aus den beiden Ortsteilen halfen mit. Die Freiwillige Feuerwehr Gailroth mit Kommandantin Christina Rieker übernahm die Verkehrssicherung.
Einer der „Drahtzieher“ des Almabtriebs war seinerzeit Herbert Gundel. Bei der Almbauernfamilie Rieker waren noch vier Rinder im Stall in Theuerbronn und wenn diese nach Gailroth bei einem Almabtrieb geführt werden, übernimmt Gundel die Zeche, hieß es damals. Die Männer schlugen ein und der erste Almabtrieb fand statt.
Dynamik bekam das Ereignis mit der Wahl von Thomas Unhoch zum Schnelldorfer Bürgermeister. Er wollte dazu eine Musikkapelle aus seiner oberbayerischen Heimat organisieren. Der Almabtrieb hat sich seitdem zu einem überregionalen Spektakel entwickelt. Laut Simon Brand kommen immer wieder Anfragen von Vereinen und Gruppierungen, die teilnehmen möchten.
27 Vereine und Abordnungen – von Jägervereinen über Trachtengruppen, Feuerwehren und Schlepperfreunden aus Franken und Hohenlohe – reihten sich in diesem Jahr nach den 21 Rindern der Züchterfamilie Streng von der Obermühle bei Schillingsfürst und von Kai Gronbach aus Wildenstein sowie der Musikgruppe Holz-Blech-Chaoten aus Sonthofen in einem langen Festzug ein.
In Imkerkleidung und als Bienen verkleidet war eine Gruppe dabei sowie Feuerwehrleute in historischer Kluft. Die Jäger hatten ihren Wagen mit Herbstlaub und Tannenwedel geschmückt und sogar die mitfahrenden Kinder hatten ihre Kettcars mit Blumen geschmückt.
Auch Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bezirksrat Herbert Lindörfer aus Feuchtwangen liefen mit sowie in oberbayerischer Tracht und klassischem Allgäuer Melkerhut der ehemalige Bürgermeister Thomas Unhoch.
Problemlos führten die Frauen und Männer die Rinder von Theuerbronn nach Gailroth, wo sie von einer großen Menschenmenge empfangen wurden. Außerdem hießen am Ortseingang einige Alpakas mit neugierigen Blicken die Gruppe willkommen.
Nach der Versorgung der Tiere ließen sich alle Beteiligten das Rindfleisch mit fränkischem Kren oder regionale Schmankerl schmecken. Am Nachmittag und bis spät in die Nacht wurden Musik und ein Showprogramm geboten.