Nicht „die wilden Schießer”: Wie sich die Ansbacher Jägervereinigung selbst sieht | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.11.2025 13:10

Nicht „die wilden Schießer”: Wie sich die Ansbacher Jägervereinigung selbst sieht

Martina Engelke-Bauer steht der Jägervereinigung Ansbach und Umgebung vor. Hier ist sie mit Jagdhund Rosi, einem Rauhaardackel, in ihrem Jagdrevier bei Betzendorf unterwegs. (Foto: Oliver Herbst)
Martina Engelke-Bauer steht der Jägervereinigung Ansbach und Umgebung vor. Hier ist sie mit Jagdhund Rosi, einem Rauhaardackel, in ihrem Jagdrevier bei Betzendorf unterwegs. (Foto: Oliver Herbst)
Martina Engelke-Bauer steht der Jägervereinigung Ansbach und Umgebung vor. Hier ist sie mit Jagdhund Rosi, einem Rauhaardackel, in ihrem Jagdrevier bei Betzendorf unterwegs. (Foto: Oliver Herbst)

Die Jägervereinigung Ansbach und Umgebung sucht den Kontakt zur Bevölkerung. „Wir leben in einem Zeitalter von Massentierhaltung”, sagt die Vorsitzende Martina Engelke-Bauer. Dem stellt sie das Wildfleisch als „hochwertiges Lebensmittel” entgegen. Den Menschen will sie jedoch noch mehr nahebringen.

Einer ganzen Reihe von Menschen ist gemäß Martina Engelke-Bauers Worten auch nicht bewusst, wie sie an Wildfleisch kommen. „Deshalb gehen wir ganz viel an die Öffentlichkeit.” Auf dem Ansbacher Weihnachtsmarkt präsentiert sich die Jägervereinigung im Rahmen des Flexibuden-Konzepts von 27. bis 30. November.

„Wildes Weihnachten” heißt das Motto. Die Vorsitzende nennt Wildfleisch ein regionales, ethisch vertretbares und nachhaltig erzeugtes Produkt von hervorragender Qualität. Dies wollten die Jägerinnen und Jäger hier deutlich machen.

Gewinnspiel und Gewürzmischung

Ein Gewinnspiel kündigt sie ebenso an, und die Organisation reicht Wildspezialitäten. Mitnehmen können Besucherinnen und Besucher Prospektmaterial des Bayerischen Jagdverbands (BJV) mit Rezepten und eine Gewürzmischung für Wildfleisch.

Bei einer Umfrage im Rahmen des Gewinnspiels komme stets heraus, dass die meisten Menschen Wild nur im Gasthaus äßen. „Sie wissen nicht, wo ein Jäger lebt, bei dem sie Wildfleisch bekommen.” Dies will die Roßtalerin verändern.

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Die Jägerinnen und Jäger müssten ihr Produkt stärker in den Vordergrund stellen. Schriftlich und mündlich sollen die Menschen auf dem Markt erfahren, wann und wo sie Wildfleisch erhalten.

Gespräch mit der Bevölkerung

Die Jägervereinigung will mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. „Wir möchten nicht als die wilden Schießer gesehen werden.” Mit ihrer Jagdschule sei es das Ziel der Organisation, den Nachwuchs entsprechend heranzuführen. Drei Ziele stünden dabei im Zentrum: die Kreatur zu achten, ein angemessener und artenreicher Wildbestand sowie der Gedanke, dass Wald mit Wild möglich ist.

„Gerade das Reh wird ein bisschen so hingestellt, als wenn es schuld ist, dass der Wald nicht mehr hochkommen und wachsen kann.” Dem sei nicht so. Mit der Wildlebensraumberatung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sei sie dabei, die Landwirtschaft zu sensibilisieren, etwas dafür tun, „dass das Wild auch draußen wieder Nahrung findet”.

Die Jägerinnen und Jäger wollen laut Martina Engelke-Bauers Worten ebenfalls, dass der Wald wieder hochkommt. Es könne jedoch nicht sein, dass man versuche, das Rehwild niederzuschießen und auszurotten. Die Vorsitzende ist seit 2005 Jägerin. Ihr Jagdrevier liegt bei Betzendorf (Stadt Heilsbronn). Außerdem betätigt sich die 53-Jährige als Falknerin.

Die erste Frau in ihrer Position

Vorsitzende der Jägervereinigung wurde die frühere Schatzmeisterin im April, nachdem sie den Verein vorher schon kommissarisch mit André Fitzthum geführt hatte. Der ehemalige Schriftführer ist inzwischen zweiter Vorsitzender.

Martina Engelke-Bauer ist die erste Frau in ihrer Position in Ansbach, wie sie schildert. „Ich habe eigentlich gedacht, die Jägervereinigung ist noch nicht so weit, dass eine Frau an der Spitze steht.” Sie ist stolz, dass durch ihren Verein so ein Ruck gegangen und er jetzt in der Öffentlichkeit wieder so präsent sei.

Unter anderem gibt es am 16. November rund um Kettenhöfstetten (Markt Flachslanden) ein Fotoshooting mit einem professionellen Fotografen. Im Fokus stehen Gespanne aus Jägerinnen und Jägern sowie ihren Jagdhunden. Viele Jäger verzichten heute auf einen Jagdhund, wie Martina Engelke-Bauer anmerkt. Für eine waidgerechte Jagd allerdings sei ein Hund wichtig. Dies möchte sie mit der Aktion zeigen.

Steigende Zahl an Mitgliedern

Die Vereinigung ist mit rund 560 Mitgliedern eine große, starke Kreisgruppe, wie die Vorsitzende betont. Sie sei die größte der fünf in Stadt und Landkreis Ansbach. Etwa zehn Prozent der Mitglieder seien weiblich. „Generell beklagen ja andere Vereine Austritte, aber bei uns steigen die Zahlen stetig.”

Jedes Jahr feiert die Jägervereinigung die Hubertusmesse mit Hubertusfeier, diesmal am Freitag, 7. November. Der Gottesdienst in der Kirche St. Margaretha in Rügland beginnt um 18.30 Uhr, die Hubertusfeier im Gasthaus Krone in Dietenhofen gegen 19.30 Uhr. Die Bevölkerung ist eingeladen. Voriges Jahr jedenfalls war der Zuspruch in Ansbach groß, wie Martina Engelke-Bauer berichtet.

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