Einen Comic hatte Robert Arnold, Schauspielleiter des Ansbacher Theaters, bisher noch nie inszeniert. Jetzt macht er es bei „Adolf – Der Bonker“, nach dem gleichnamigen Comic von Walter Moers. Premiere hat das Stück im Kleinen Haus am Samstag, 8. November, um 20 Uhr. Sie ist bereits ausverkauft.
Comics, so Arnold, seien ein ganz eigenes Genre, die Herausforderung dabei, wie man Sprechblasen in eine spielbare Bühnenfassung bringt. Die Ansbacher Inszenierung folgt der Bühnenfassung von Moritz Nikolaus Koch, der den dritten Teil der Adolf-Bände für das Theater für Niedersachsen Hildesheim bearbeitet hatte.
Robert Arnold erzählt, dass er während seiner Tübinger Zeit in George Taboris „Mein Kampf“ gespielt habe, mit dieser Art von Humor gut umgehen könne. Auf tragikomische Weise habe sich Tabori der Figur Hitler genähert, eine Balance zwischen Lächerlichmachen und Ernsthaftigkeit angestrebt. Walter Moers habe sich bei seinen Comics von diesem Ansatz inspirieren lassen, so Arnold.
Die große Frage: Darf man sich über Hitler überhaupt lustig machen? Ja, findet auch der Regisseur, das Grauen würde man sonst gar nicht aushalten. „Aktuell“, so Arnold, „leben wir in herausfordernden Zeiten, können das Erstarken merkwürdiger Strömungen in allen möglichen Ecken wahrnehmen.“ Nationalistisch-faschistoides Denken finde man weltweit, auch in Europa. „Ein erschreckendes Phänomen“, ergänzt er, „für das es zahlreiche Beispiele gibt.“ Putin oder Trump seien nicht die Einzigen.
Die Aufgabe des Theaters sei es, mit jedem Stoff irgendwie zu sympathisieren, umzugehen. „Aber, wie soll das“, fragt sich Arnold, „hier gehen, wo es um einen Diktator und Massenmörder, speziell um Hitler geht?“ Überzogen, schrill und skurril müsse die Herangehensweise bei dieser Produktion sein, „müsse richtig reinknallen“.
Es ist Ende April 1945, der Krieg für das Deutsche Reich längst verloren. Die ganze Welt weiß das, nur Adolf wehrt sich vehement dagegen, zieht sich mit seinem Schäferhund Blondi in seinen „Bonker“ zurück. Kapitulieren? Niemals.
„Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Realitätsverlust zeichnen diese Figur“, sagt Arnold, „was auf eine krankhafte psychotische Störung, eine multiple Persönlichkeit”, schließen lasse, „jemanden, der die Orientierung verloren hätte.“
Für Christine Mertens, die Arnold schon lange als Kollegin kennt, sei dies eine große Herausforderung, da sie alle Figuren, zum Teil parallel spielen müsse. Mit ihr, so der Regisseur, habe er genau die richtige Schauspielerin gefunden, die auch bereit sei, sich diesem brisanten Stoff mit clownesker Neugier zu nähern, einfach auch einmal absurde Ideen durchzuspielen. Die Musikerin Johanna Dörr sorgt live mit verschiedenen Blockflöten auf der Bühne für Sound- und Geräuschkulisse, spiegelt auch Blondi, Hitlers Hund.
Eine besondere Aufgabe, so die Ausstatterin Tame Priwitzer, sei auch die Bühnengestaltung, um eine Bunker-Atmosphäre in Schräglage darzustellen. Persiflage und Karikatur seien adäquate Mittel. Abschließend gibt Arnold noch zu bedenken, dass das Kleine Haus im Untergeschoss des Theaters durchaus eine Bunker-Assoziation zulasse. Wie das Stück vom Publikum aufgenommen werde, da sei er sehr gespannt.