Hauptstraße 50 – eine Hausnummer mit herausragender Bedeutung für die gesamte Gemeinde und deren Umgebung. „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“, wann immer eine dieser Tätigkeiten gefordert ist, rücken von dort Aktive der Freiwilligen Feuerwehr Illesheim aus.
Am Sonntag wurde deren neues Domizil an der Hauptstraße offiziell seiner Bestimmung übergeben und im Beisein zahlreicher Ehrengäste und Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde feierlich eingeweiht.
Der Gemeinde Illesheim ist mit dem funktionalen Bau des Feuerwehrhauses, das mittelfristig neben dem inzwischen zwölf Jahre alten Löschfahrzeug ein zweites aufnehmen wird, etwas gelungen, das aktuell bei öffentlichen Bauten eher eine Ausnahme ist: Sowohl der Zeitplan, und noch wichtiger, das vorgesehene Budget, wurden eingehalten.
Rund 1,7 Millionen Euro habe die Gemeinde für das neue Haus der Feuerwehr ausgegeben, sagte Bürgermeister Roland Scheibenberger in seiner Begrüßung. Spatenstich sei am 5. September 2023 gewesen. Rund eineinhalb Jahre später könne das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden.
Die Feier begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst im eigens aufgebauten Festzelt, zu dem die Illesheimer Ehrenamtlichen mit ihrem Löschfahrzeug von der Ortsmitte „hinaus“ zu ihrem Feuerwehrhaus zogen.
Vorneweg marschierten erstmals die Angehörigen der Jugendfeuerwehr, die passend zum Anlass am Sonntag offiziell gegründet worden war. Sie bekamen während der Grußworte Lob von allen Seiten. Stellvertretender Landrat Reinhard Streng nannte den Nachwuchs „Alltagshelden, die morgen andere schützen“.
Im Mittelpunkt der Blaulichtfamilie standen trotzdem die älteren Kameraden, die zu jeder Tages- und Nachtzeit, neumodisch „24/7“ ausgedrückt, bei einer Alarmierung ausrücken, getreu dem Motto der Feuerwehren „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“. Pfarrerin Christine Stradtner hatte passend dazu symbolhaft für die Hilfe am Nächsten das Gleichnis vom barmherzigen Samariter in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gestellt.
Am bereits zum Gottesdienst nahezu voll besetzten Zelt zeige sich, so Kreisbrandrat Alfred Tilz, dass die Bürger Illesheims „zu ihrer Feuerwehr stehen“. Landtagsabgeordneter Werner Stieglitz erinnerte daran, dass bayernweit rund 320.000 Feuerwehrleute zum Schutz von Menschen und Gütern bereitstünden.
Dazu gehört unter anderem auch die amerikanische Feuerwehr des Flugplatzes Illesheim, die mit zahlreichen Kräften ihre Freunde und Partner der kommunalen Floriansjünger zu deren Hauseinweihung besuchten. Die US-Feuerwehr unterstützt bei schweren Schadensereignissen im hiesigen Bereich auch zivile Kräfte.
Ebenso waren neben den vielen örtlichen und überörtlichen Vertretern aus Politik, Verwaltung und Bürgermeistern hochrangige Offiziere der US-Armee samt deren Illesheimer Pfarrer unter den Gästen. Musikalisch begleitete der Posaunenchor aus Musikern der gesamten Gemeinde die feierliche Einweihung.
Bei aller Freude erinnerte Kommandant Dieter Grau an teils physisch und psychisch fordernde 136 Einsätze, zu denen die Aktiven seit Übernahme ihres Fahrzeuges ausrücken mussten. Dass dabei alle gesund vom Einsatz zurückkamen, sei nicht selbstverständlich. Dass diese unfallfreien Alarmierungen und Einsätze auch in Zukunft bei der Rückkehr zum neuen Feuerwehrhaus so bleiben möge, war der unisono geäußerte Wunsch in allen Grußworten. Reichlich gebrauch machten die Besucher und Besucherinnen von den angebotenen Gruppenführungen durch das neue Feuerwehrhaus.