Bartholomäus Pakulski wird neuer Schauspielleiter am Theater Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.04.2026 19:50

Bartholomäus Pakulski wird neuer Schauspielleiter am Theater Ansbach

Ansbach zukünftiger Schauspielleiter: Bartholomäus Pakulski. (Foto: Thomas Wirth)
Ansbach zukünftiger Schauspielleiter: Bartholomäus Pakulski. (Foto: Thomas Wirth)
Ansbach zukünftiger Schauspielleiter: Bartholomäus Pakulski. (Foto: Thomas Wirth)

Die Genossenschaft „Theater Ansbach – Kultur am Schloss“ hat einen neuen Schauspielleiter gefunden: Bartholomäus Pakulski. Er ist derzeit als Musiktheater- und Konzertdramaturg am Theater Erfurt engagiert. In Ansbach übernimmt er die Stelle von Robert Arnold, der nach Wolfsburg ans Scharoun-Theater wechselt.

Bartholomäus Pakulski, Jahrgang 1984, wurde in Polen geboren, kam als Kleinkind mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Wolfsburg auf. In Göttingen schloss er das Studium in Musikwissenschaft und Romanischer Philologie ab. Erst als Student entdeckte er das Theater für sich. Als Schüler dominierten andere Interessen, erzählt er: „Ich saß in meinem stillen Kämmerlein und habe viel gelesen und komponiert.“

Theatererfahrung in Sachen Regie sammelte er unter anderem in Neuss, Erfurt und Weimar. Er schreibt auch selbst Texte für die Bühne. Im Mai etwa wird am Theater Erfurt die Krimi-Kammeroper „Der Fall Frieda Baum“, für die er das Libretto verfasst hat, uraufgeführt. Das musikalische Hauptmotiv hat er Daniel Roth, dem Komponisten, gleich mitgeliefert.

Am 1. September Schauspielleiter

Als Schauspielleiter in Ansbach beginnt Bartholomäus Pakulski offiziell am 1. September. Davor steht der Umzug an. Seinen kleinen Sohn, erzählt er, habe er bereits im Kindergarten angemeldet. Seine Lebenspartnerin werde in Erfurt bleiben. Sie ist dort am Theater als Mezzosopranistin engagiert.

Die Genossenschaft „Theater Ansbach – Kultur am Schloss” will auch nach der Sanierung des Hauses mit einem festen Ensemble arbeiten. (Foto: Jim Albright)
Die Genossenschaft „Theater Ansbach – Kultur am Schloss” will auch nach der Sanierung des Hauses mit einem festen Ensemble arbeiten. (Foto: Jim Albright)

Theater Ansbach: Genossenschaft hält am Ensemble fest

Wird es in Ansbach weiterhin ein Ensembletheater geben? Die Trägergenossenschaft ist zuversichtlich. In einer Pressemitteilung bezieht sie Stellung.
06.03.2026 17:57
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Die zukünftige Aufgabe verlangt schon jetzt seinen Einsatz. Seit 1. März arbeitet der Theatermacher daher auf Mini-Job-Basis für die Ansbacher Kultur-Genossenschaft, um seine erste Saison vorbereiten zu können. Der nächste Spielplan sei bereits fertig, sagt er. Aber erst, wenn alle Verträge mit den Theaterverlagen geschlossen sind, will er ihn vorstellen. „Er wird ganz divers.” So viel verrät Pakulski schon. „Da wird für jeden und für jede was dabei sein, alle Altersgruppen umfassend.” Für die Kleinsten will er etwas anbieten – und für die Größten. Dass es ein Weihnachtsstück gibt, ist für ihn selbstverständlich.

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Haus in schwieriger Lage

Derzeit arbeitet er daran, ein neues kleines Ensemble aufzubauen. In der vergangenen Woche hatte er Vorsprechen dafür. Pakulski: „Wir werden nach wie vor ein Ensemble von drei Menschen aufrechterhalten. Immer mit der Möglichkeit, auch Gäste und Gästinnen ins Haus zu holen.“

Der Theatermacher übernimmt die größte Sparte des Hauses in einer schwierigen Lage. Der Schauspieler und Regisseur Robert Arnold blickt so skeptisch auf die Zukunft, dass er nach nur einer Saison als Spartenleiter ans Scharoun-Theater wechselt, das er frühere Ansbacher Intendant Axel Krauße leitet.

Das Theater Ansbach kämpft, wie viele andere Bühnen in Deutschland, mit steigenden Kosten und muss mit knapper werdenden Zuschüssen zurechtkommen. Darüber hinaus kann es sein Gebäude nicht angemessen nutzen, da der große Zuschauersaal seit über zwei Jahren geschlossen ist und eine Sanierung ansteht, die mehrere Jahre dauern wird. Die Theaterleute ziehen daher im Herbst in einer Ausweichspielstätte um.

Bindung zum Publikum stärken

Dieser Herausforderung stellt sich Pakulski „total bewusst“. Er musste nicht lange überlegen, ob er nach Ansbach geht. „Das war eigentlich sofort für mich klar”, denn er findet, dass das Theater „generell ziemlich viel Potenzial hat – auch die Interimsspielstätte.“

Besonders freut er sich darauf, dass er als Schauspielleiter mehr künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten als bisher hat. Der Zusammenhalt im Haus ist ihm sehr wichtig. Dass er seinen ersten Spielplan für Ansbach allein zusammengestellt hat, werde daher das einzige Mal sein. Seine Idee: Er möchte sich mit allen im Haus zusammensetzen, um gemeinsam über Erfahrungen, Meinungen, Vorstellungen zu sprechen und dann als Team „in einem quasi demokratischen Prozess” die Spielzeit konzipieren.

Präsent vor Ort, in der Stadt will er sein, um die Bindung zum Publikum zu stärken. Am liebsten würde er daher einen Teil seiner Arbeitszeit im Foyer verbringen und dort einen Schreibtisch aufstellen.

Geschichten von Menschen aus Ansbach

Eine andere Idee ist ein Langzeitprojekt, das er über drei Spielzeiten hinweg spannt. „Es wird um die Ansbacher und die Ansbacherinnen gehen. Und zwar möchte ich mich mit Menschen befassen, hier aus Ansbach, die eine Geschichte zu erzählen haben.” Zum Beispiel Menschen aus dem Gefängnis.

Der Vertrag von Bartholomäus Pakulski läuft über drei Jahre. In diese Zeit fällt, falls die Sanierung des Hauses gut vorankommt, die Vorbereitung für die repräsentative Wiederöffnung. Danach wird das Haus, so sieht es bislang die Theater-Genossenschaft, wieder eine Intendanz erhalten – mit einer solchen Leitungsstelle sind mehr Entscheidungsbefugnisse verbunden. Dass der Intendant dann Bartholomäus Pakulski heißt, ist nicht ausgemacht – aber auch nicht ausgeschlossen.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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