Jetzt steht auch das Datum fest: Der Geschäftsleitende Beamte Jürgen Boier verlässt die Stadt Bad Windsheim Ende des Monats Oktober und wechselt zur Verwaltungsgemeinschaft Großlangheim.
Die unterfränkische Gemeinde im benachbarten Landkreis Kitzingen ist Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft. Neben Großlangheim gehören noch die Gemeinden Kleinlangheim und Wiesenbronn dazu. In der Verwaltungsgemeinschaft übernimmt Jürgen Boier als Leiter der Hauptverwaltung im Prinzip die gleiche Funktion wie in Bad Windsheim.
Boier hatte im vergangenen Jahr Bürgermeister von Röttingen werden wollen, war aber überraschend – obwohl als einziger auf dem Stimmzettel – nicht gewählt worden. Zu den Gründen seines jetzigen Wechsels erklärt Boier auf Nachfrage der Redaktion, dass er etwas Neues habe tun wollen. „Die Stelle in Großlangheim hat mich gereizt“, sagt der 46-Jährige.
Zum Stichtag 30. Juni 2024 war die Verwaltungsgemeinschaft Großlangheim laut den Zahlen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung auf einer Fläche von rund 44 Quadratkilometer für insgesamt 4268 Einwohner zuständig (Markt Großlangheim: 1560 Einwohner, Markt Kleinlangheim: 1628 und Wiesenbronn: 1080).
Boier hat es an seiner neuen Stelle mit zwei ehrenamtlichen Bürgermeistern und einer Bürgermeisterin zu tun, wobei nur der bisherige Gemeinschaftsvorsitzende, Großlangheims Bürgermeister Peter Sterk, bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr wieder antreten wird.
Boier, der aus dem Bodensee-Raum stammt, war vor über 25 Jahren nach Uffenheim gekommen und ist dort zu Hause. Sein Medizinstudium hatte ihn damals nach Franken geführt. Zudem ist er ausgebildeter Rettungssanitäter. Doch dann weckten die Verwaltungswissenschaften sein Interesse. Nach dementsprechenden Studium waren die Regierung von Mittelfranken, aber auch das Landratsamt seine weiteren beruflichen Wirkungsstätten. Er hatte unter anderem mit den Bereichen Asyl und Wohnraumförderung zu tun. Zum 1. Juli 2019 wechselte er schließlich als Geschäftsleitender Beamter ins Bad Windsheimer Rathaus.
Diese Zeit im Rathaus bezeichnet er jetzt als „spannend“. Die Themen, mit denen er sich zu befassen hatte, seien vielfältig und herausfordernd gewesen. Es sei aber auch eine Zeit mit vielen Personalwechseln gewesen, Schlüsselpositionen seien neu besetzt worden. Und nicht zuletzt denkt er an die Corona-Jahre zurück:. „Viele Mitarbeitende sah man da nur vorübergehend“, erinnert sich Boier. Er spricht von einem „Arbeiten im Krisenmodus”.
Den Vereinen in der Stadt will er treu bleiben. In einem Atemzug nennt er den Lions Club, die Windshemia und auch dem historischen Festspiel der Stadt Bad Windsheim „Der Wagnertanz” bleibt er erhalten. Darüber hinaus will er beim Rettungsdienst und im Katastrophenschutz aktiv bleiben, ebenso bei den Uffenheimer Schützen sowie im CSU-Ortsverband Uffenheim.
Für seine Nachfolge läuft das Bewerbungsverfahren. Gefunden ist mittlerweile schon, wie berichtet, mit Michael Bender ein Nachfolger von Stadtbaumeister Ludwig Knoblach. Derzeit noch unbesetzt ist die Kämmererstelle.