Dienstagmorgen flatterte ein Brief im Bad Windsheimer Rathaus ein, der Bürgermeister Jürgen Heckel so gar nicht gefallen hat. Sein geschäftsleitender Beamter Jürgen Boier verlässt die Stadt.
Boier hat einen Antrag auf Versetzung eingereicht. Das bestätigt Heckel auf Nachfrage unserer Redaktion. Diese Vorgehensweise ist bei Beamten, die ihren Arbeitsplatz wechseln wollen, so üblich. Boier leitete seit Mitte 2019 die Geschäfte der Stadt Bad Windsheim.
Im vergangenen Jahr wollte er der Stadt bereits schon einmal den Rücken kehren, um im unterfränkischen Röttingen Bürgermeister zu werden. Der Posten war ihm eigentlich so gut wie sicher, da es bei der Wahl keinen Gegenkandidaten gegeben hatte. Allerdings wurde im Vorfeld im Hintergrund ordentlich die Werbetrommel für Steffen Romstöck aus dem Ort gerührt, dessen Namen dann auch 52 Prozent der Wahlberechtigten auf ihren Wahlzettel schrieben. So blieb der 45-Jährige Bad Windsheim erhalten.
Boier war für ein Statement bislang nicht zu erreichen und auch Heckel bestätigte lediglich den „Versetzungswunsch”. Er hab noch nicht mit Boier darüber gesprochen und sei auch kalt erwischt worden, weil er nicht damit gerechnet habe, so Heckel. Er werde jetzt erst einmal das Gespräch mit Boier suchen, dann werde es an die Neubesetzung gehen.
Die Stelle des Geschäftsstellenleiters ist nicht die einzige vakante Stelle im Bad Windsheimer Rathaus. Da Melanie Greifenstein ihren Posten als Kämmerin aus familiären Gründen zur Verfügung stellt, übernimmt sie zwar eine freie Stelle in diesem Amt, ein neuer Kämmerer oder eine Kämmerin wurden aber noch nicht eingestellt, sagt Heckel.
Gesucht wird zudem ein Stadtbaumeister, der die Stelle von Ludwig Knoblach antritt, wenn der Ende 2026 in den Ruhestand geht. Dieser Posten soll schon früher besetzt werden, damit der neue Mann oder die neue Frau in die „Aufgabe hineinwachsen kann”.