Die Spenden gehen direkt dorthin, wo sie von den Betroffenen des Krieges in der Ukraine am Nötigsten gebraucht werden. Natalie Hofmann, Angelika Hennig und ihr Helferkreis „Ukrainehilfe Kirchengemeinde Gutenstetten“ organisieren schon seit Anfang des Krieges Geld für das schwer zerstörte Land. Nun wurde wieder ein Betrag von 2165 Euro überwiesen.
Die Buchhandlung Dorn hat den Erlös aus zwei Lesungen (22. und 23. Mai) des ukrainischen Autors Serhij Zhadan mit seinem Werk „Himmel über Charkiw – Nachrichten vom Überleben im Krieg“ als Spende an den Helferkreis in Gutenstetten übergeben. An den beiden Abenden kam eine stattliche Summe zusammen. Und der Lions-Club Bad Windsheim und die Rothenburger Rotarier steuerten ebenfalls noch Geld bei.
Es sei eine der größten Einzelspenden, die die Gruppe bisher erhalten habe, freuten sich Angelika Hennig, Natalie Hofmann, Ilona Nürnberg sowie Marietta und Günther Link. Der Ukraine-Helferkreis in Gutenstetten hat sich zu Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine spontan gegründet und zunächst Hilfe für die ankommenden Geflüchteten in den umliegenden Ortschaften organisiert.
So wurden in Windeseile große Mengen an Kleidung, Kinderspielzeug und Dinge des täglichen Bedarfs besorgt und direkt an die ukrainischen Familien weitergegeben. Hofmann nahm ein Ehepaar direkt bei sich in Pahres auf. Gemeinsam mit einem Helferkreis aus Burghaslach, an der Spitze Christian Hofmann, wurden dann noch Transporte in die Ukraine zusammengestellt und auf den Weg geschickt. Schnell fand man in der evangelischen Kirchengemeinde weitere Partner zum Spendensammeln.
Mit privaten Autos oder geliehenen Transportern wurden Hilfsgüter aus dem Landkreis Neustadt beispielsweise nach Lwiw gefahren. Seit Anfang dieses Jahres verfolgt dieser Ukraine-Helferkreis Gutenstetten um Hofmann und Hennig aber eine neue Strategie.
Die Mitglieder sammeln gezielt Geldspenden und stellen immer wieder ein bestimmtes ukrainisches Hilfswerk vor, das dann mit diesen Spenden unterstützt wird. Der Leitgedanke für die Änderung war: Das Geld soll den Menschen vor Ort direkt zugutekommen und die dortige Wirtschaft – so weit geblieben – ankurbeln.
Nach den ersten Monaten im Chaos hat sich die Versorgungslage in der Ukraine immer wieder verändert. Es wurden verschiedene Dinge dringend benötigt. So wurden im Winter Generatoren beschafft, um trotz zerbombter Infrastruktur Heizungen betreiben zu können. Ein anderes Mal wurde eine Hilfsorganisation unterstützt, die sich für die Instandsetzung von Bunkern für die Zivilbevölkerung einsetzt (Cremea SOS). So konnte auch der Unterricht an den Schulen aufrecht erhalten werden.
Die Organisation „Proliska“ arbeitet mit der UN zusammen, ist aus einer Jugendbewegung hervorgegangen und setzt sich für die Instandsetzung von Wohnungen und die Beschaffung von Medikamenten in der Ukraine ein. Dass das alles in dieser Form möglich wurde, ist auch der Verdienst von Nadya Yegay, der Schwiegertochter von Angelika Hennig, die als Diplomatin bei der kanadischen Botschaft arbeitet und zu den Hilfsorganisationen eine Verbindung herstellte.
Hennig, Hofmann und ihr Helferteam zeigten sich erfreut, Gewissheit zu haben, dass das Geld auch wirklich vor Ort ankommt, da es regelmäßig Rückmeldungen gebe. Die nächste Spendenaktion soll für „Notfall-Rucksäcke“ verwendet werden, damit Sanitäter im Krieg gut ausgestattet sind.
Um die Menschen in der Ukraine weiterhin zu unterstützen, werden weitere Geldspenden benötigt. Überweisungen gehen an das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Gutenstetten, Verwendungszweck „Ukrainehilfe Gutenstetten“, IBAN: DE97760695590001816136. Es können auch Spendenquittungen ausgestellt werden.
Die Kirchengemeinde unterstützt die Arbeit des Helferkreise weiterhin, betonte Pfarrer Sebastian Schultheiß. „Als Kirche sind uns die Menschen in Not wichtig und wir wollen unseren Beitrag leisten. Dass wir dazu auch Partner vor Ort gefunden haben, freut uns besonders.“