Nach Jahren der Vorbereitung steht das südlich von Schillingsfürst ausgewiesene Areal für Waldbestattungen vor der Inbetriebnahme. Eine dafür wichtige Formalie ging im Rathaus über die Bühne. So wurde die auf diese Nutzung bezogene Widmung der Fläche für die Dauer von 99 Jahren vertraglich fixiert.
Die für Waldbeisetzungen reservierten acht Hektar Forst sind Eigentum des fürstlichen Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst, das bei dem Termin von Constantin Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst vertreten war. Die Geschäftsführung für den Friedwald übernimmt das Fürstenhaus Oettingen-Wallerstein, das schon andernorts solche Anlagen betreibt, und zwar bei Fremdingen, Harburg und Bopfingen. Repräsentiert wurde das Haus bei der Zusammenkunft von Carl-Eugen Prinz zu Oettingen-Wallerstein. Für die Stadt leistete Bürgermeister Michael Trzybinski die Unterschrift.
Mit der Widmung des Geländes für die Dauer von 99 Jahren als Bestattungswald würden sowohl die bestattungsrechtlichen als auch die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um den Standort nach Inkrafttreten der Friedhofssatzung und der Gebührenordnung offiziell in Betrieb zu nehmen, hieß es in einer Mitteilung zu dem Termin.
Der Bestattungswald mit dem offiziellen Namen Ruhebaum Hohenlohe-Schillingsfürst entstehe „in einer landschaftlich reizvollen Lage im Naturpark Frankenhöhe”. Alte Buchen, Eichen sowie weitere standorttypische Baumarten prägen das ruhige Waldgebiet, das künftig als Ort des stillen Gedenkens dienen werde. Der Wunsch nach naturnahen und pflegefreien Ruhestätten nehme deshalb seit Jahren zu. Der Bestattungswald verstehe sich als zeitgemäße Ergänzung zum bestehenden Friedhofsangebot.
„Das Konzept hat uns sowohl inhaltlich als auch organisatorisch überzeugt“, wird Bürgermeister Trzybinski in der Pressemitteilung zitiert. Mit dem Bestattungswald werde „ein würdevolles und zeitgemäßes Angebot” geschaffen. Wichtig sei aus Sicht der Kommune, „dass die Friedhofsträgerschaft klar bei der Stadt verbleibt“. Der operative Betrieb erfolge im Rahmen eines Verwaltungshilfevertrages mit dem Ruhebaum-Team des Hauses Oettingen-Wallerstein. Die hoheitlichen Aufgaben sowie die satzungsrechtliche Ausgestaltung lägen hingegen weiterhin bei der Kommune. Die vorbehaltliche Zustimmung seitens der Aufsichtsbehörden werde „als problemlos eingeordnet”.
In dem Projekt komme eine langfristige Verpflichtung gegenüber Region und Natur zu Ausdruck, so Constantin Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst: „Unser Wald ist seit Generationen Teil der Geschichte und Identität dieser Region. Er wurde nachhaltig bewirtschaftet und stets mit Blick auf kommende Generationen gepflegt.” Ihn nun auch als Ort des stillen Gedenkens zu öffnen, sei „ein folgerichtiger Schritt“. Die Widmung auf 99 Jahre unterstreiche den dauerhaften Anspruch des Projekts, denn ein solcher Ort entstehe nicht für wenige Jahre, sondern für Generationen.
In dem Bestattungswald sollen Ruhestätten an ausgewählten Bäumen angeboten werden, sowohl Einzelruhestätten als auch Familienbäume mit mehreren Beisetzungsmöglichkeiten. Ein Andachtsplatz im Wald werde persönliche Abschiedszeremonien in naturnaher Umgebung ermöglichen. Bis zur geplanten Eröffnung im Frühjahr stünden noch vorbereitende Maßnahmen an. Wege würden mit Hackschnitzeln ausgelegt, einzelne Bereiche behutsam freigestellt und der Andachtsplatz gestaltet.