Vier Teams, fünf Jury-Mitglieder und ein überraschendes Ende – das bot der „Campus der Löwen“, der Gründungstag der Hochschule Ansbach. Bereits zum vierten Mal lud die Gründungsberatung Gäste, Interessierte und Studierende auf den Campus ein.
Unternehmensstände, eine „Open Stage“ für künstlerische Talente und eine After-Show-Party gaben das Rahmenprogramm für das eigentliche Event des Abends: Den „Campus der Löwen“, angelehnt an das bekannte Showkonzept „Höhle der Löwen“ des Fernsehsenders VOX, in dem Erfinder und Gründer ihre Ideen vor hochkarätigen Investoren präsentieren. Dort erhoffen sie sich Expertise und finanzielle Unterstützung.
Ebenso beim Format an der Hochschule: Vier Teams aus Mittelfranken hatten die Möglichkeit, ihre Ideen vor einer fünfköpfigen Jury zu präsentieren. In diesem Jahr bestand sie aus Tim Beier, Franziska Schalm, Florian Gebauer, Dr. Kathrin Steinbrink und Norbert Kessler – allesamt Unternehmer und Gründer aus der Region.
Das Event hatte Johannes Hähnlein, Leiter der Gründungsberatung an der Hochschule, vor vier Jahren ins Leben gerufen. „Wir haben ein Format gesucht, das eine Plattform für Gründer und Studierende gleichermaßen bietet“, erklärt der Nachwuchsprofessor. Denn: Nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne wirkten Studierende mit. „Sie übernehmen hier Verantwortung“, so Hähnlein.
Das erste Team des Abends stellte die App „Onezy“ vor. „Junge Leute haben wirtschaftlich schlechte Perspektiven und sind oft orientierungslos“, sagte Mitgründer Orhun Cicek. Den richtigen Job zu finden, sei häufig nicht einfach. Ihre Lösung: Praktika, die nur einen Tag dauern und einen kurzen Einblick ins Unternehmen geben. Diese möchte das Gründerteam via Smartphone vermitteln. Die Jury konnten sie begeistern, sie sei „verliebt“ in die Idee.
Die Welt nachhaltiger machen – das möchte das Team hinter „Quakz“. Mithilfe einer App soll eine Art Tausch- und Leihbörse entstehen. Dinge, die man nicht alltäglich braucht, könnten so untereinander getauscht werden. Mitgründer Berker Aydogdu mahnte auf der Bühne die Nachhaltigkeit an: Gekaufte Dinge stünden oft ewig in der Ecke herum, bevor man sie schließlich doch wegschmeiße. Er bekräftigte: „Mit unserer App wollen wir Teil der Kreislaufwirtschaft werden.“
Das Thema der nächsten Vorstellung: mentale Gesundheit. Sie sei bis heute immer noch ein Tabu-Thema, kritisierte das Team rund um „Resoul“ auf der Bühne. Die drei Gründerinnen entwickelten eine Gewichtsdecke aus nachhaltigen Materialien. Gewichtsdecken sorgen für einen erholsameren Schlaf und sollen Stress und Ängste reduzieren. Die Jury war begeistert: „Die Idee ist eine fünf von fünf“, sagte Tim Beier.
„Gido“ machte das Quartett komplett. Durch digital geführte Audioguides sollen Locals und Touristen zusammengebracht werden. Per App können Ortsansässige einer beliebigen Stadt einen Audioguide einsprechen. Wer als Besucher in diesem Ort unterwegs ist, kann sich die Route kaufen und in eigener Geschwindigkeit ablaufen. „Mich hättet ihr als Kundin an Bord“, lobte Jurorin Franziska Schalm die Idee und hinterfragte gleichzeitig, wie man die Qualität der Audio-Touren gewährleisten könne. Mitgründerin von „Gido“, Anna Kilgenstein, kündigte an: „Wir werden künstliche Intelligenz einsetzen und ein Bewertungssystem für unsere Nutzer einführen, um schlechte Aufnahmen herauszufiltern“.
Nun lag es an der Jury, zu entscheiden, wer den ersten Platz belegt und damit 1000 Euro sowie einen Gutschein für ein Gründer-Coaching erhält. Trotz langer Beratung konnte sie sich nicht auf ein Siegerteam einigen und entschied daher: In diesem Jahr soll es erstmals zwei Sieger geben – „Resoul“ und „Gido“. „Wir fanden einfach beide Ideen mega“, begründete Florian Gebauer die Entscheidung. „Die Gründerinnen leben für das, was sie präsentiert haben.“
Für die Gewinner-Teams bedeutet der Sieg viel: „Wir werden unseren Prototypen weiterentwickeln und uns stärker professionalisieren“, sagte etwa Franziska Tischler, die zum Team „Resoul“ gehört. Das Team „Gido“ will zusätzlich ins Marketing investieren.
Für Initiator Hähnlein ging ein erfolgreiches Event zu Ende: „Wir haben uns weiterentwickelt und wieder eine Plattform für neue Ideen geben können“, sagte er.