Was ein alter Fabrikbau und üppige Natur miteinander zu tun haben? Manches, denn rostige Strukturen können aussehen wie Baumrinde. Und zwischen harten Metallstreben können zarte Pflanzen sprießen. Somit stehen die Fotografien aus der Thermoselect-Anlage von Ulrich Forkel und die Blumengemälde von Ekkehardt Hofmann im Zusammenhang.
Die beiden Künstler aus Leutershausen, die eine lange Freundschaft verbindet, stellen ab Freitagabend im Citrushaus im Ansbacher Hofgarten aus. Mitten im Grünen also, mit Blick auf Palmen, Agaven, Fuchsien und Heilkräuter. Hofmanns Blumenbilder in intensiven Farben, teils gegenständlich, oft abstrakt, fügen sich hier prächtig ein. Ebenso die Fotografien Forkels, die organisch anmutende Muster zeigen oder auch Gewächse, die sich Raum verschaffen, sich ausbreiten und ihren Platz zurückerobern auf dem verlassenen Müllverbrennungsareal.
Der Fotograf hatte die Chance, vor einigen Jahren in der geschlossenen Thermoselect-Anlage an der A6 bei Ansbach viele, viele Bilder zu machen. „Es geht dabei um die Themen Vergänglichkeit und Verwandlung, meine Fotos sind keine Dokumentation der Stilllegung und des Abrisses”, erklärt Forkel. Im Zentrum der Aufnahmen ist zum Beispiel eine zierliche Pflanze zu sehen, von Raureif bedeckt wie der Stahl neben ihr. Oder ein vom Rost geschaffenes Bild auf einer Containerwand.
Neben der Lost-Place-Serie in Farbe zeigt Forkel elf Schwarzweißbilder einer Frau. Keine normalen Porträts, sondern Detailaufnahmen: der Mund, ein Auge, das halbe Gesicht ... Was nehme ich vor allem wahr, wenn ich eine Person mustere? Nimmt jeder das Gleiche wahr bei der Betrachtung? Solche Fragen möchte der Künstler stellen.
„Wir kommen aus verschiedenen Bereichen und finden trotzdem zusammen”, sagt Ekkehardt Hofmann mit Blick auf die gemeinsame Ausstellung mit Ulrich Forkel. „Wir sind auf einer Wellenlänge, obwohl wir die Welt als Fotograf und als Maler durchaus unterschiedlich ansehen.”
Zu seinen eigenen präsentierten Arbeiten nennt Hofmann die Schlagworte „Umbruch und Transformation”. Aus Blumen und Bäumen, aus Holz und Wasser, Stein und Erde werden in seinen Acrylbildern oft abstrakte Formen – zwar frei vom Gegenstand, doch immer noch mit dem Ursprung verbunden. In den expressiven Farbflächen, kraftvoll aufgetragen, scheinen immer noch Blüte und Blatt, Busch, Bach, Wiese und Feld zu stecken. Nicht mehr unmittelbar erkennbar, aber stets wahrnehmbar.
Bei seinen Aquarellen bleibt Hofmann näher an der Natur. Die knalligen Farben, das Rot und Orange, das Blau und Grün, können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung draußen im Hofgarten wiederfinden. Vor allem in den bunten Rabatten vor der Orangerie.
Eröffnet wird die Ausstellung im Citrushaus mit dem Titel „Bilderwelten in Farbe und Schwarzweiß” am Freitag, 22. August, um 19 Uhr. Zu sehen ist sie bis Sonntag, 31. August: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr, am Mittwoch von 12 bis 20 Uhr. Am Mittwoch stehen die beiden Künstler für Gespräche zur Verfügung.