Mit einer Sonderschau, bei der Bilder des Ansbacher Künstlers Reiner Grunwald präsentiert werden, startet das Doerfler-Museum in Schillingsfürst am Samstag, 4. April, in die neue Saison. Passend zu Ostern gibt es überdies im Erdgeschoss zwei neue Vitrinen mit bemalten Eiern aus der Sammlung von Marga Ortner zu sehen.
Die Eier-Exponate bestehen aus verschiedenen Materialien und sind in unterschiedlichen Techniken gestaltet. Die meisten der Eier hat Hildegund Herzinger kreiert. Sie stammte ursprünglich aus Schöllschitz, einem kleinen Ort der Brünner Sprachinsel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. Hildegund Herzinger fand in Rothenburg eine neue Heimat. Sie galt als feinsinnig und künstlerisch vielseitig begabt. Für ihr vielfältiges Wirken wurde sie sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Die Leiterin des Doerfler-Museums, Hai Yan Waldmann-Wang, ist begeistert von der Sammlung: Jedes einzelne Ei ist ein Unikat und sorgfältig gestaltet, erzählt eine kleine Geschichte. Manche der Eier hat die Künstlerin zunächst grundiert. Die Motive, die sich auf den Winter beziehen, hat sie mit schwarzer Farbe bemalt, dann verschiedene Bilder, wie Christrosen oder eine Weihnachtssternblüte nebst Schrift aufgebracht.
Die Künstlerin hat Motive aus dem gesamten Jahreskreis verarbeitet. Vögelchen, Blumen und Tierelemente finden sich, auch ein Osterhäschen spitzt heraus. In der Regel verwendet sie Acrylfarben zur Gestaltung der Eier. Die Eier stammen von Hühnern, Enten, Gänsen und Straußen, doch auch Keramik-, Holz- und Porzellaneier sind dabei. So manches Ei ist mit einem Schriftzug versehen, wie „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ oder „Im schönsten Wiesengrunde steht meiner Heimat Haus“.
Auf einem der dunkel grundierten Eier ist zu lesen: „Erinnerungen sind Rosen für den Winter“. Umrahmt wird der Spruch mit zauberhaften Heckenrosen. Ein Buchstabenband umfängt weiße und lilafarbene Fliederblüten. Darauf wird der Mai als „Mozart des Kalenders” angekündigt. Dem berühmten Komponisten hat die Künstlerin noch ein weiteres Ei gewidmet. Sie hat die ersten Töne von „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün” aufgemalt, umfangen von herrlichen Maiglöckchen.
Das Lieblingsei der Museumsleiterin ist mit Stiefmütterchen übersät – weiße, blaue, lilafarbene, gelbe und orangefarbene Blütenköpfe lachen dem Betrachter fröhlich entgegen. Daneben ist ein rosafarben grundiertes Ei mit Maiglöckchen ausgestellt – ein weißes Band umwindet die Blütenstängel nebst Blättern.
Die Kunstliebhaberin Marga Ortner erwarb jahrzehntelang immer wieder neue Eier - hin und wieder dekorierte sie damit auch das Schlosscafé. Jetzt hat sie einen Großteil ihrer Sammlung dem Doerfler-Museum überlassen. Da die Eier das gesamte Kalenderjahr abbilden, so Hai Yan Waldmann-Wang, bleiben sie ganzjährig und dauerhaft zu sehen.
Zur Eröffnung der Sonderausstellung mit Bildern von Reiner Grunwald wird am Samstag, 4. April, ab 17 Uhr gerufen. „Der Blick Zurück - Malerei aus den letzten Jahren“ lautet der Titel der Schau, die bis Ende Mai aufgebaut bleibt. Der freischaffende Künstler mit einer tiefen Affinität zu Griechenland gibt seit Jahrzehnten Malkurse auf der Insel Patmos. Der Ansbacher stellte regelmäßig in seiner Heimatstadt aus, aber auch schon in Köln, Karlsruhe, Bonn und an zahlreichen anderen Orten.
Seine Tätigkeiten liegen laut Mitteilung des Doerfler-Museums schwerpunktmäßig in der Aquarell- und Acrylmalerei. Dem mit Schillingsfürst verbundenen Komponisten Franz Liszt widmete sich Grunwald ebenfalls intensiv. Er illustrierte Bücher zum Thema Liszt und Kardinal Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst. Seine Bilder zu biblischen Motiven waren zuletzt in der Ansbacher Kirche St. Johannis zu sehen.
Zugänglich ist das Doerfler-Museum über Ostern am Samstag, 4., Sonntag, 5., und Montag, 6. April, jeweils von 12 bis 18 Uhr. Gleiches gilt für das benachbarte Museum der Jenischen Sprache, das parallel in die Saison startet. Ab der folgenden Woche sind beide Häuser dann wieder bis Anfang Oktober von Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 12 bis 18 Uhr geöffnet.