Die Uffenheimerin Renate Appel ist Hobby-Künstlerin. Ihr letztes Werk liegt zwar schon eine Zeit lang zurück – trotzdem hat sich die 64-Jährige diese einmalige Chance nicht entgehen lassen: Einige ihrer Malereien und Collagen zieren als Ausstellung derzeit das Haus der Kirche. Noch einige Monate werden sie dort zu sehen sein.
Die Jahrtausendwende war für Renate Appel mehr als nur ein Jahreswechsel. Die 00er-Jahre sollten eine besondere Überraschung für sie bereithalten. Durch Zufall, genauer gesagt durch eine Freundin, hat sie zur Malerei gefunden. „Ich kann das doch nicht”: Das war zuvor die feste Überzeugung der Uffenheimerin. Bis ihre Vertraute sich durchsetzte und Appel im Jahr 2000 mit zum Vhs-Kurs von Ursula Krüger in Gollhofen nahm. Eine Entscheidung, die ihr Leben verändern sollte: Einmal den Pinsel auf der Leinwand gehabt, hätte sie ihn am liebsten nie wieder aus der Hand gelegt.
Zum 40. Geburtstag hat Renate Appel ein mehrtägiges Malseminar auf Burg Hoheneck (Gemeinde Ipsheim) geschenkt bekommen. Ihr erster Kontakt zum Emskirchener Künstler Jürgen Schülein. Acryl- und Aquarellkurse, Workshops und vieles mehr: Die Uffenheimerin hatte plötzlich eine neue Passion. Ein Ausgleich zum Beruf (Appel ist gelernte Einzelhandelskauffrau), ein Nach-innen-Hören, ein Seelenspiegel.
Einen hohen künstlerischen Anspruch habe sie nie verfolgt, sagt Appel. Die Farben waren ihr wichtig, ihre Werke sollten eine gewisse Fröhlichkeit transportieren: „Ich male Bilder, die ich mir auch selbst in die Wohnung hängen würde.” Es dauerte nicht lange, bis Renate Appel mit ihrer Gesamt-Positivität erste Fans gewann. In der Bad Windsheimer Kiliani-Klinik durfte sie unter anderem ausstellen, auch in der Windstützpunkt-Galerie in Uffenheim. „Ich habe dann auch Neues gewagt und ausprobiert.”
Im Aquarell-Bereich fallen vor allem Landschaften auf. Die Toskana. Fränkische Winterlandschaften. Blumen. Alles bunt. Alles friedlich. Ein Teil ihrer Bilder ist sogar im Freien entstanden. Aber Appel hat auch noch eine ganz andere Seite: abstrakte Kunst. Sie experimentierte mit Materialien: Sand, Gewebe und Kaffeesatz. Collagen entstanden. „Das ist schon aufwendiger.” Mehr Gefühlsarbeit. Keine festen Formen, eher ein innerer Gefühlsausdruck. Titel gibt sie diesen Werken nicht, sie möchte die Kreativität der Betrachterinnen und Betrachter nicht einschränken. Jeder darf, nein, jeder soll darin sehen, was er sehen möchte.
In knapp 20 Jahren ist so ein großer Fundus entstanden. Dieser hätte auch durchaus noch größer werden können, hätten nicht schwere Erkrankungen Renate Appel immer wieder ausgebremst. Mittlerweile ist sie aber gerne wieder kreativ tätig, zwar nicht unbedingt mit Anspruch an der Leinwand, dafür aber mit ihren beiden Enkelkindern.
Wenn es die Zeit zulässt, malt sie aber noch, gerne auch Geschenke für Geburtstage im Bekannten- und Verwandtenkreis. Und wenn ihr etwas auffällt, zückt sie schon noch die Kamera. Ob sie das Motiv dann auch künstlerisch umsetzt? Ausschließen will sie das nicht. Aber wichtiger ist ihr die Geselligkeit, die Zeit in der Natur, beispielsweise beim Walken.
Trotz mehrerer Schicksalsschläge: „Ich bin immer positiv geblieben.” Das sieht der geneigte Betrachter ihren Werken auch an. Wie aber kam es jetzt überhaupt zur Ausstellung im Haus der Kirche, wenn Renate Appel künstlerisch gar nicht mehr so wirklich aktiv ist? Einen großen Anteil daran hat Pfarrerin Anita Sonnenberg. Sie hatte Appel-Bilder gesehen und war sofort begeistert – und die 64-Jährige hatte gleich Lust darauf.
Die Exponate für die Ausstellung hat die Uffenheimerin gemeinsam mit der erfahrenen Künstlerin Isgard Peter ausgesucht. Appel hat ihre Favoriten in ein Zimmer gelegt, dann wurde beratschlagt. „Ich möchte schließlich nichts aufhängen, was mir nicht gefällt.” Zusammen haben die beiden Serien gewählt, die zusammenpassen, und für den geräumigen Saal einen Fokus auf ihre großen Acryl-Bilder gelegt. „Die wirken in so einem großen Raum.” Wer Interesse hat: Appels Kunstwerke sind auch käuflich zu erwerben. So zeigt die Schau im Haus der Kirche einen bunten Querschnitt aus ihrem Schaffen. Eine Reise in ihre Lebensabschnitte. Eine Werkschau.
Die Bilder der Uffenheimerin Renate Appel sind noch bis August zu den üblichen Öffnungszeiten und bei Veranstaltungen im Haus der Kirche in Uffenheim (Ringstraße 25) ausgestellt.