Die Stadtkulturreihe in Bad Windsheim startet am Sonntag, 7. Juni, in die neue Saison. Insgesamt sechs Konzerte wird es geben. Mit dabei sind auch wieder Mitglieder der Bamberger Symphoniker – und als Besucher Ex-Bürgermeister Jürgen Heckel, der Ideengeber und Initiator dieser musikalischen Reihe.
Dass er diese Konzertreihe einst ins Leben gerufen hat, betont Heckel während eines Pressetermins in den Räumen der Kur-, Kongress- und Touristik-GmbH (KKT) ausdrücklich. In seiner jetzigen Form gibt es das Angebot seit nunmehr sechs Jahren. Finanziert wurde es stets durch großzügige Sponsoren. Dass dies möglich war, sei seinen persönlichen Kontakten zu verdanken, erklärte Heckel. Rund 12.000 Euro hat er auch diesmal wieder zusammengetragen, um die Stadtkultur umsetzen zu können.
Wie die Finanzierung im kommenden Jahr aussehen wird, ist bislang ungewiss. „Ich kann nicht garantieren, dass ich das Geld wieder zusammenbekomme”, sagte er. Sollte es partout nicht gelingen, so KKT-Geschäftsführerin Birgit Grübler, werde dies nicht zwangsläufig das Ende dieser Kulturreihe bedeuten. Schließlich gebe es seitens der KKT eine Budgetplanung und in diesem Zuge wäre dann auszuloten, was die Stadt bereit wäre, für dieses Angebot an finanziellen Mitteln zur Verfügung zu stellen.
Die Konzertreihe pausieren zu lassen, auch angesichts der Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim, sei indes keine Option, betonte Grübler. „Wir sollten die Kontinuität von Veranstaltungen beibehalten”, sagte sie und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Erwartungshaltung der Gäste. Grübler will stattdessen den „LGS-Schwung” nutzen und sich gemeinsam mit ihrem Team zusätzlich zum bislang Gewohnten noch etwas Besonderes überlegen.
Während bei den Konzerten der Stadtkultur anfangs zwischen 50 und 100 Besucher und Besucherinnen gezählt wurden, sind es mittlerweile regelmäßig bis zu 300. Und die kommen bei weitem nicht nur aus Bad Windsheim, wie Jürgen Heckel klar macht. Auch aus dem Umland – aus Neustadt, Uffenheim und Höchstadt – würden Interessierte anreisen. „Wir haben mittlerweile ein treues Publikum. Das ist uns ohne viel Werbung gelungen”, so Heckel.
Ihm ist zudem wichtig, dass die Konzerte keinen Eintritt kosten. Weil jeder an einem solchen Angebot teilhaben können sollte. „Ich sehe es ein Stück weit als einen Auftrag an, die Menschen an solch hochwertige Kulturveranstaltungen heranzuführen.“ Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich verschiedene Angebote anzuschauen, und da sei ein Klassikangebot neben den normalen Kurkonzerten und den jetzt neu initiierten Rockkonzerten im Kurpark stets eine gute Ergänzung.
Die Kirche mit im Boot zu haben, war Heckel ebenfalls von Anfang an wichtig. Schließlich gehöre ihr der Dr.-Martin-Luther-Platz. Und sie mache es möglich, dass die Konzerte nicht vom Wetter abhängig sind. Denn sollte es doch einmal regnen, könne kurzfristig in die Stadtkirche St. Kilian ausgewichen werden. Heckel ist fest davon überzeugt, dass dies ein Grund für den Erfolg des Angebots ist. Weil Interessierte die Konzerte fest einplanen können und die Wetterlage dabei nicht einbeziehen müssten.
Dekanin Ursula Brecht begrüßte die erneute Kooperation ausdrücklich. „Wir freuen uns, dass der Platz in Klang gesetzt wird”, sagte sie und wies darauf hin, dass die Kirche innerhalb der Stadt ebenfalls ein kultureller Akteur sei. Man ergänze sich hier auf eine gute Art und Weise. Brecht versprach zudem, dass im Rahmen des sonntäglichen Gottesdienstes selbstverständlich auf die abendlichen Konzerte hingewiesen werde.
Heckel ist diese „Abkündigung”, wie er es nennt, besonders wichtig. Genauso wichtig ist es ihm aber auch, dass den Besucherinnen und Besuchern ein gewisses Niveau geboten wird. Deswegen besteht er auf farbenfrohe Blumen und einen insgesamt „hochwertig gestalteten” Platz – und dass die ausgeschenkten Getränke nicht in Plastikbechern gereicht werden, sondern stilvoll in Gläsern.
Ein wichtiges Anliegen ist Heckel zudem, dass die öffentlichen Toiletten in der Nähe des Marktplatzes an den Konzertabenden geöffnet sind, dass sie sauber sind und ausreichend Toilettenpapier vorhanden ist. Denn im vergangenen Jahr hätten die Toiletten letztlich geschlossen werden müssen, weil kein Papier mehr vorhanden gewesen sei. Das will Heckel nicht noch einmal erleben.
Die Konzerte der Stadtkultur-Reihe finden immer sonntags statt, Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Den Anfang machen am kommenden Sonntag, 7. Juni, das Streichquartett der Bamberger Symphoniker und Janos Wollenweber. An diesem Tag steht der Abend unter dem Motto „Meisterwerke aus Barock, Klassik und Romantik”.
„Rudi Zapf & Zapf'nstreich” kommen am 14. Juni mit „Weltwärts” nach Bad Windsheim, während das Blechbläser-Ensemble „Colours of Brass” für den 19. Juli gebucht ist. „Ungarischer Salon” heißt das Programm, das vom Ensemble Lewandowski am 26. Juli gespielt wird. Und am 2. August stehen Christoph Eß und Swantje Vesper gemeinsam mit dem Streichquartett der Bamberger Symphoniker im Veranstaltungsflyer. Sie laden ein zum „Waldhörner-Klang der Wiener Klassik”.
Während all diese Konzerte auf dem Dr.-Martin-Luther-Platz stattfinden, gastieren Brigitte und Killen McNeill am 8. November im Jugendtreff „Schneiderscheune” in Bad Windsheim. Für Heckel ist dieser Spielort „absolut cool” und bestens geeignet für ein überschaubares Publikum mit rund 50 Interessierten, die erfahrungsgemäß an diesem Abend erwartet werden. Außerdem werde die mitunter ältere Generation dorthin geführt, wo die Enkel möglicherweise regelmäßig vor Ort sind.