Man wollte, dass sich etwas bewegt in Dinkelsbühl. Mit diesen Worten erinnerte Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer an die Jahre nach der Jahrtausendwende, als das Konzept für ein Haus der Geschichte gereift ist. Inzwischen existiert das Museum seit 15 Jahren. Dies nahm die Stadt am Wochenende zum Anlass für ein Fest.
Nun sind die 15 Jahre des Bestehens der Einrichtung eher so etwas wie ein Wimpernschlag, verglichen mit der Existenz des Gebäudes, in dem sich das Haus der Geschichte befindet. Man spricht vom ersten steinernen Haus der Stadt Dinkelsbühl. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es im Jahr 1361, doch wie der Oberbürgermeister ausführte, ist es wohl weit über tausend Jahre alt.
Schlaglichtartig ließ Christoph Hammer die Geschichte des altehrwürdigen Gebäudes am heutigen Altrathausplatz Revue passieren: Ab zirka 1550 tagten hier die Ratsherren, 1919 ist das Gebäude bis zum zweiten Obergeschoss niedergebrannt, nach dem Wiederaufbau befanden sich hier eine höhere Bildungsstätte und die Malschule.
Seit 15 Jahren nun das Haus der Geschichte. Die Zielsetzung: „Den Leuten die Geschichte von Dinkelsbühl erzählen.“ Hammer skizzierte drei Themenbereiche, die das Haus seinen Besuchern bietet: die Reichsstadt, die Zeit des Kampfes zwischen Katholiken und Protestanten sowie die napoleonischen Umstrukturierungen. „Drei herausragende Themen, die sich in Dinkelsbühl widerspiegeln und die beispielhaft sind für die gesamte Nation.“
Auf das neue Logo zur Eröffnung des Hauses ging Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Vorsitzender des Historischen Vereins als Träger des Museums, ein. Dieses sei bewusst in allen Regenbogenfarben abgebildet worden. Das Haus sollte die Geschichte der Reichsstadt darstellen – spannend erzählt, attraktiv illustriert und erlebbar mit moderner Technik. Jeder Besucher sollte in der Lage sein, die Frage zu beantworten: Warum ist Dinkelsbühl wie es ist?
Zudem sollte das Haus ein Ort der Ideen und Begegnung sein. Mit Musik, Malerei, Vorträgen, Workshops, Filmen und Festen. „Also ein offenes Haus mit vielen Möglichkeiten – dafür stand und stehen die Farben des Regenbogens“, wie Jürgen Ludwig betonte. Nach 15 Jahren könne man sagen: „Die Ziele wurden erreicht, sogar übertroffen!“ Ludwig ging auch auf das Raumkonzept des Museumsgestalters Erich Hackel ein. Jeder Raum sei individuell, aber durch einen Erzähl- und Designfaden aus Materialien und Farben verbunden.
Hackel selbst sprach in der Feierstunde am Samstag von einem herausragenden Projekt in der Geschichte seines Ateliers. Neben den bereits erwähnten Themenbereichen nannte er auch die Wiederentdeckung Dinkelsbühls durch die Maler des 19. Jahrhunderts.
Und auch dies hob Erich Hackel hervor: Es habe kaum ein Museum gegeben, das mehr Rückhalt, Aufmerksamkeit und Unterstützung aus der Bevölkerung bekommen hat wie hier in Dinkelsbühl. Hackel sprach von einem herausragenden Erlebnis in seiner Tätigkeit als Museumsgestalter.
Schließlich kamen in der von Museumsleiterin Ute Heiß moderierten Feierstunde auch Jochen Neuhäuser, der an die Malschule im Alten Rathaus erinnerte, der Konservator des Historischen Vereins, Hubertus Schmidt, und die frühere Museumsleiterin Ingrid Metzner zu Wort.
Am Sonntag wurde im Innenhof des Hauses gefeiert. Zum Jazzfrühschoppen spielte das Alex Binder Trio. Es gab Rundgänge durch das Museum, historische Spiele zum Ausprobieren und ein abwechslungsreiches Programm.