Für einige Tage ist die Gemeinde Burk wieder zu einem Mekka für Weltenbummler geworden. Noch bis Sonntag findet die 33. Auflage des Globetrotter-Treffens statt. Dazu reisten Teilnehmende aus ganz Deutschland sowie einige aus der Schweiz und Österreich ein. Neben vielen Stammgästen sind auch etliche Neulinge dazugestoßen.
Für die über 100 teils wüstentauglichen Gefährte ist das Gelände an der Meierndorfer Straße ideal. Wohnmobile, Pick-ups, Jeeps, Landrover, Lastkraftwagen und Motorräder wurden auf dem Areal geparkt. Die Teilnehmenden schlugen ihre Zelte auf.
Exemplarisch für die mit allem Notwendigen ausgerüsteten Fahrzeuge gewährte Wolfgang Schubert aus Waiblingen einen Blick in seine „Lisel“, einen 18 Tonnen schweren, geländegängigen MAN mit 340 Pferdestärken. Das Gefährt wurde eigens für Off-Road-Fahrten gebaut und hat eine Reichweite von 3000 Kilometern. Wolfgang Schubert war mit „Lisel“ schon mehrfach im Süden Marokkos unterwegs.
Beatrice und Walter Bucher aus Graubünden in der Schweiz bereisten seit 1980 insgesamt 20-mal Nordafrika – von Algerien über Niger und Benin bis nach Togo und von Libyen über Tschad und Mali nach Mauretanien. Die beiden inzwischen über 80-Jährigen schlossen unterwegs Freundschaften mit den als Nomaden lebenden berberstämmigen Menschen. Den von ihnen dort erworbenen, traditionellen Schmuck der Tuareg aus Niger bietet das Ehepaar in Burk zum Kauf an.
Das alljährliche Globetrotter-Treffen in Burk diene dem Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, wie Organisator Hartmut Nixel erläutert. Zusammen mit seiner Frau Bianca gebe er gern seine Kenntnisse in Bezug auf Fernreisen weiter. Vor allem für viele afrikanische Länder gilt Hartmut Nixel in Insiderkreisen als ausgewiesener Experte.
Täglich nach Sonnenuntergang beginnt das Open-Air-Vortragsprogramm. Afrika mit dem Schwerpunkt Libyen, der Sudan und Madagaskar werden in Beiträgen vorgestellt. Auch wird über eine Reise entlang der Seidenstraße bis in die Mongolei berichtet sowie über Touren in Island und Tibet. Die Vorträge am Lagerfeuer ziehen Gäste an. Diese müssen sich allerdings generell anmelden, um die Anzahl von Besucherinnen und Besuchern überschaubar zu halten.
„Vom schönsten Event in ganz Süddeutschland“ schwärmen Teilnehmende, die kein Treffen auslassen. Viele richten ihre Jahresplanung nach der Veranstaltung in Burk aus – so wie Reise-Schriftstellerin Ilona Hupe, die das südliche Afrika mit Sambia, Botswana, Simbabwe und Mosambik schon zweimal mit dem Auto durchquert hat.
„Wir freuen uns auf die Stammgäste“, betont Bianca Nixel. „Sie werden jedes Jahr wie Freunde begrüßt und verabschiedet.“ Die Altersspanne reicht vom Kleinkind, das mit den Eltern anreist, bis hin zum 87-Jährigen, der zum „Inventar“ gehört. Auch mehrere junge Leute um die 20 suchen gezielt nach Informationen über geplante Reiserouten.
Mehrfach hingewiesen wird auf den stets sehr familiären Charakter des Treffens. „Wir wollen keine Massenveranstaltung“, unterstreichen die Organisatoren. Der Kommerz stehe nicht im Vordergrund. Die Teilnehmenden würden es sehr schätzen, dass es Zeit gebe für Gespräche über die Reisen, aber auch über Gott und die Welt.
Der Sonntag ist nach insgesamt zehn Tagen für die meisten gleichbedeutend mit der Abreise. Einige Stammgäste, die mittlerweile zu Freunden geworden sind, bleiben allerdings bis zum Montag und helfen mit, aufzuräumen und das Gelände wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Bei einem letzten gemeinsamen Frühstück mit Bianca und Hartmut Nixel kreisen die Gedanken des harten Kerns erfahrungsgemäß schon um die nächste Auflage des Globetrotter-Treffens in Burk und um Expeditionen in ferne und geheimnisvolle Regionen der Welt.