Wenig Sonne im Mai: Das ist die Bilanz der Getreideernte in der Region | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.09.2024 06:00

Wenig Sonne im Mai: Das ist die Bilanz der Getreideernte in der Region

Mais-Feld bei Sachsen, Mais-Ernte, Ernte (Foto: Kurt Güner)
Mais-Feld bei Sachsen, Mais-Ernte, Ernte (Foto: Kurt Güner)
Mais-Feld bei Sachsen, Mais-Ernte, Ernte (Foto: Kurt Güner)

Die Bilanz der regionalen Getreideernte ist gemischt. Anders als bayernweit gab es bei der Erntemenge keine Einbußen. Es wurde insgesamt sogar mehr eingebracht als 2023. Doch die Qualität, also der Körnerertrag, ließ vielfach zu wünschen übrig.

In diesem Fazit und in allen wesentlichen Einschätzungen stimmten auf FLZ-Anfrage die Experten der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach sowie Fürth-Uffenheim überein. So erläuterte Wolfgang Kerwagen als Leiter des Ansbacher Amts im Hinblick auf Stadt und Landkreis Ansbach: „Wir waren relativ euphorisch aufgrund der guten Wasserversorgung.“

Doch warum gab es dann bei der Erntequalität eine Enttäuschung? Pflanzenbauberater Jürgen Hufnagel benannte die Hauptursache: „Im Mai und im Juni war die Sonneneinstrahlung zu gering. Das ist die Zeit, in der die Körner gebildet werden. Da war es relativ oft bedeckt und auch kühl.“

Windsheimer Bucht fällt negativ auf

Ein sehr ähnliches Gesamtbild ergibt sich nach den Worten des Pflanzenbauberaters Nikolaus Ehnis für den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Der Fachmann, der im Amt Fürth-Uffenheim arbeitet, hob jedoch ein Gebiet besonders hervor, nämlich die Windsheimer Bucht mit ihren sehr guten Böden. Im Vergleich zu den ansonsten meist durchschnittlichen Erträgen auf normalen Böden seien diese im Raum Bad Windsheim eher unterdurchschnittlich gewesen.

Warum war das so? In der Antwort stimmte Ehnis mit seinem Ansbacher Kollegen Hufnagel überein. Auf derart guten schweren Böden mit einer Lehmschicht habe das reichlich vorhandene Wasser schlecht versickern können, und es sei zu Staunässe gekommen, anders als auf den üblicherweise nicht derart ertragreichen leichteren sandigen Standorten.

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Nikolaus Ehnis betonte vor diesem Hintergrund, „dass die Ernte heuer sehr standortabhängig war“. Er meinte mit Blick auf die Aussagen seiner Kollegen für den Raum Ansbach zum Raum Neustadt/Aisch: „Für dieses Jahr kann man das eins zu eins übernehmen.“

Noch unklar, wie Maisernte ausfällt

Ebenso übereinstimmend waren die Einschätzungen der befragten Experten für eine wichtige Nutzpflanze, die zumeist noch auf den Feldern steht. Ehnis: „Die Maisernte steht bevor. Die Bestände schauen gut aus.“ Dabei bezog er sich insbesondere auf die Ausbildung der Kolben. Man könne davon ausgehen, dass die Ernte „leicht überdurchschnittlich ausfällt“.

Doch aufgrund der jüngsten Hitzeperiode bestehe die Gefahr einer zu schnellen Abreife. „Es ist eine sehr interessante Frage, was da letztlich an Menge anfällt.“

Relativ genaue Antworten darauf gibt es, angesichts der Ernteergebnisse, beim Getreide. Beim Weizen war die Spanne nach den Worten von Hufnagel sehr groß, nämlich in etwa zwischen „60 bis 80 Doppelzentner pro Hektar. Insgesamt war das eher mehr als vergangenes Jahr“.

Oft bleibt nur das Verfüttern an die Tiere

Doch er bekräftigte, dass die Qualität meist nicht zufriedenstellend gewesen sei, etwa mit Blick auf die Gerste, konkret die Ausbildung der Gerstenkörner. Wenn 100 Liter Gerstenkörner ein hohes Gewicht haben, könne man sie gut als Futtergerste verkaufen.

62 Kilo sei dafür die Grenze. „Bayernweit sind wir heuer bei 63,5.“ Eine genaue regionale Durchschnittszahl sei nicht verfügbar. Es gebe jedoch auch Werte von nur 58. Dann werde das Getreide meist an die eigenen Tiere verfüttert.

Bei den rein quantitativen Erträgen seien die Ergebnisse beim Winterweizen besser als bei der Wintergerste. Für die Weizenkörner gelte jedoch, dass „das wichtigste Qualitätskriterium der Eiweiß- beziehungsweise der Rohproteingehalt“ sei. Im Vergleich zu 2023, so Hufnagel, sei der „Rohproteingehalt heuer nochmals schlechter“.

Doch nur Weizen mit entsprechend hoher Qualität können die Bauern zu einem guten Preis verkaufen, etwa für Semmeln. Ansonsten bleibt nur die Verwertung als Futtermittel. Doch was die Erntemengen betrifft, sei es beim Weizen so gewesen, „dass viele unserer Bauern zufrieden waren“, zog Hufnagel eine regionale Bilanz.


Von Kurt Güner
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