Was bedeutet das drohende Verbot von Holz als Brennstoff? | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 05.05.2023 16:57

Was bedeutet das drohende Verbot von Holz als Brennstoff?

Das aus fachlicher Sicht heterogen besetzte Podium mit (von links): Herbert Hechtel, Dr. Ralf Straußberger, Dr. Karl-Heinz Neuner, Harald Benkert, Hermann Lorenz und Georg Dischner. (Foto: Fritz Arnold)
Das aus fachlicher Sicht heterogen besetzte Podium mit (von links): Herbert Hechtel, Dr. Ralf Straußberger, Dr. Karl-Heinz Neuner, Harald Benkert, Hermann Lorenz und Georg Dischner. (Foto: Fritz Arnold)
Das aus fachlicher Sicht heterogen besetzte Podium mit (von links): Herbert Hechtel, Dr. Ralf Straußberger, Dr. Karl-Heinz Neuner, Harald Benkert, Hermann Lorenz und Georg Dischner. (Foto: Fritz Arnold)

„Ist Brennholz ein unverzichtbarer Energieträger oder ein unnötiger Kohlendioxid-Emittent vor dem Hintergrund des Klimawandels?“ Zu diesem Thema hatte Dr. Karl-Heinz Neuner Experten zu einem Treffen der Grünen Runde eingeladen. Das Gremium besteht aus Land- und Forstwirten aus ganz Mittelfranken.

Aufregungen um ein drohendes „Brennholzverbot“ hatte schon vor Monaten die RED III-Verordnung der EU ausgelöst, nach dem es nicht mehr zu den Erneuerbaren Energien zählen sollte.

Hinzu kam nun das vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte neue Gebäudeenergiegesetz (GEG), nach dem ab nächstem Jahr in neuen Häusern keine Holzheizung mehr eingebaut werden dürfte.

Auf den Dörfern, wo oft Abfallholz verschürt wird, trifft diese Entscheidung auf Unverständnis. Herbert Hechtel, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ansbach-Fürth (FBG), teilte mit, dass deshalb die Waldbauernorganisationen erwägen, zu Protesten nach Berlin zu fahren.

Die bäuerlichen Zuhörer freuten sich über die Feststellung von Dr. Ralf Straußberger, dem Waldreferenten des Bund Naturschutz, dass neben den Ozeanen und Mooren nur die Landwirtschaft und der Wald zur Senkung des Kohlendioxid-Gehaltes in der Luft beitragen und die Emissionen von Verkehr und Industrie ausgleichen können. Doch verwunderte dann die Feststellung, dass bei der Erzeugung von einer Megawattstunde Wärme durch Brennholz mehr Kohlendioxid emittiert werde, als bei der Verbrennung von Erdgas oder Kohle. Dabei wurde von den Fachleuten bestätigt, dass beim Verfaulen von Holz, wenn es im Wald verbleibt, ebenso viel Kohlendioxid entsteht als bei der Verbrennung – wenn auch in einem etwas längeren Zeitraum.

Das könnte Sie auch interessieren
In Triesdorf zeigen junge Bäuerinnen und Bauern, wie man eine Kuh richtig melktGroßes Hoffest bei Oberdachstetten: Rund 2000 Interessierte kamen nach MöckenauFass ausgeschüttet: Unbekannte verschmutzen in Schopfloch einen Bach mit HeizölLetztes Jahr im Amt: Renate Ixmeier zieht sich bald als Kreisbäuerin zurückÜber 60 Karpfen bei Lehrberg verendet: Kam Gülle in den Teich?Schwankende Rapspreise sorgen für Unsicherheit in der LandwirtschaftMomente, die im Herzen bleiben: Neue Weinprinzessin in Ippesheim gekröntÜberraschende Attacke beim Fahrradfahren: Hund springt aus Traktor und beißt zu„Ist unsere Demokratie gefährdet?”: So war der Landfrauentag 2026 in AnsbachUnfall bei Baumfällarbeiten: 19-Jährige bei Wassertrüdingen verletztDachsbacher Kultrind Frodo teilt mit seiner Herzensdame Esmeralda ein SchicksalLichtmesstag in Triesdorf: Wie fahren und arbeiten die Schlepper der Zukunft?Hermine als Star der Grünen Woche: Kuh aus Oberhöchstädt beeindruckt in BerlinStudycheck Awards: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist unter den Top 10Bayerische Jungbauernschaft Mittelfranken will die Zukunft mitgestalten

In der Diskussion wurde dann bemängelt, dass die Thematik mehr global und wissenschaftlich betrachtet wird. Ein kleiner Waldbesitzer müsse sich vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn ihm die Verwendung von Abfallholz anstatt Öl, Gas oder Kohle verboten werden soll.

Georg Dischner, der bei den bayerischen Staatsforsten für die Verwertung von Energieholz zuständig ist, lieferte dazu Zahlen. Nach seinen Angaben beläuft sich der Zuwachs in den bayerischen Staatsforsten auf 6,1 Millionen Festmeter im Jahr, von denen 5,2 Millionen eingeschlagen und 69 Prozent als Stammholz genutzt werden. Die 1,2 Millionen Schüttraummeter Holzhackschnitzel ersetzen 90 Millionen Liter Heizöl.

Harald Benkert als Spezialist für Holzheizsysteme nannte als A und O beim Klimaschutz, den Energieverbrauch insgesamt runter zu fahren. Ebenso wie Hermann Lorenz vom Energiebündel Roth-Schwabach wies er auf die heute mögliche Kombination beim Bau und der Energiegewinnung von der Sonne bis zur Wärmepumpe hin.

Letztlich werde Holz als Energieträger gebraucht, man dürfe aber die Emissionen nicht vergessen. Deshalb bestand Einigkeit darin, dass Stämme aus weit entfernten Gebieten nicht als Energieholz eingesetzt werden sollten.

FBG-Vorsitzender Herbert Hechtel appellierte eindringlich, dass das Abfallholz verwertet werden müsse, weil ohne Rendite die Waldbauern die dringend benötigten Wälder nicht pflegen und erhalten können.


Von Fritz Arnold
north