Hans Götz und Gerhard Meierhöfer aus Marktbergel haben gemeinsam ein Buch veröffentlicht. Das Thema – wie sollte es anders sein – ihr Heimatort: Marktbergel.
Wenn zwei ehemalige Lehrer ein Werk verfassen, dessen Inhalt nie langweilig wird, im Hintergrund kein erhobener Zeigefinger droht und keine ausschweifenden Erläuterungen den Leser ermüden, dann trifft das haargenau auf diese Publikation zu. Ihr „Lesebuch“ über Marktbergel, den Marktflecken unterhalb des Petersberges, und seiner Ortsteile, verspricht „Alles, was Berglmer über ihren Heimatort wissen sollten. Etliches, was Auswärtige an Marktbergel interessieren könnte. Vieles, das nicht in Vergessenheit geraten darf.“
Zu diesen drei Aussagen auf dem Buchtitel finden Leser auf 232 Seiten Kurzweiliges, viele Fotos, Antworten, Amüsantes, Wissenswertes, Mundart und zahlreiche Erinnerungen. Wenn sich die beiden ehemaligen Pädagogen Götz und Meierhöfer, beides Heimatforscher, zusammentun, darf der Leser auf das Ergebnis gespannt sein. Die Ortsbesichtigung zum Teil in Mundart, die Nachkriegszeit, „Arbeit früher“, „Erinnerungen“: Der Inhalt beschäftigt sich mit dem vielfältigen Leben, mit Ein- und Auskommen der Marktbergeler.
Den beiden ist mit ihrem eben erschienenen Buch etwas gelungen, das vielen vergleichbaren Titeln fehlt. Die Kapitel sind in sich geschlossen. Es warten Anekdoten und „Gschichtli“, als da unter anderem wären: „Wie sunsd die Berglmer Kerwa wor“, „Verlorene Bauwerke“, „Berglmer Dialekt“, „Das Waaghäuschen“, „Weiher, Fischteiche und Biotope“ oder „Luftbilder – Veränderungen zwischen 1937 und 1997“.
Ein weiterer Beitrag: Selbst Kindern und jungen Erwachsenen auf dem Land fehlt mittlerweile häufig der Bezug zum Nahrungsmittel Fleisch, zur Herkunft der Tiere und zu den Schlachtungen. Hans Götz dokumentierte in einem Bilderbogen eine letzte Hausschlachtung.
Das Puzzle auf dem Titel „will schon mal signalisieren, worum es geht. Aus vielen kleinen Einzelteilen soll ein Gesamtbild unseres Heimatortes Marktbergel entstehen“, schreiben die beiden Autoren im Vorwort. Seit Pfarrer Johannes Blank vor genau 100 Jahren – 1925 – die „Blank’sche Chronik verfasste, war von einem technischen Fortschritt in der Landwirtschaft, in Handwerk und Industrie gerade auf dem Land noch nicht so viel zu spüren. Umso mehr änderten sich in den vergangenen Jahrzehnten das persönliche Umfeld, Arbeitsweisen und Freizeitverhalten.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist die Arbeit der beiden heimatverbundenen ehemaligen Pädagogen, die Generationen von Schülern in der Marktbergeler Schule unterrichtet haben, nicht hoch genug einzuschätzen.
Gastbeiträge werten das Buch noch weiter auf. „Man kann dieses heimatgeschichtliche Werk als Nachschlagewerk benutzen oder vielleicht auch als Anregung, einmal mit neu geöffneten Augen durch Marktbergel und die kulturgeschichtlich reiche Landschaft zu spazieren“, bringen es die Autoren auf den Punkt.
Das Buch ist bei Hans Götz und Gerhard Meierhöfer, im Marktbergeler Gemeindeladen oder der dortigen Raiffeisenbank zu erwerben.