Stundenlange Staus, Zehntausende auf einem Festival oder Naturkatastrophen: Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) der Dinkelsbühler Rot-Kreuz-Bereitschaft hat schon einiges erlebt. Die Mitglieder fahren dann mit ihrem Transporter dorthin, wo Unterstützung benötigt wird. Das Fahrzeug ist allerdings in die Jahre gekommen. Ein Ersatz muss her.
Seit 1998 ist der ehemalige Münztransporter, Erstzulassung im Jahr 1992, für die Arbeit der SEG unerlässlich. Im Laderaum ist alles untergebracht, was für einen SEG-Einsatz notwendig ist: Vom Notstromaggregat über ein Zelt und Betten bis hin zu Verbandsmaterial ist das Material fein säuberlich verstaut. Allerdings hat die Zeit Spuren an dem Fahrzeug hinterlassen, Verschleiß hat Karosserie und Aufbau zugesetzt. Außerdem schluckt der Benziner gehörig Sprit.
Die Entscheidung, sich von dem betagten Transporter zu trennen, reifte, weil auch ein neues Zelt nicht mehr in den Laderaum passte, erklärte Bereitschaftsarzt Dr. Frank Friedrich. Eine TÜV-Plakette war ebenfalls nicht mehr zu erwarten.
Handlungsbedarf war also gegeben. Der Ersatz ist ein Gerätewagen mit Doppelkabine und Kastenaufbau, in dem die vorhandene Ausrüstung weitestgehend untergebracht werden kann. Die Angebote lagen zwischen 135.000 und 240.000 Euro. Das ausgewählte Modell kostet rund 146.000 Euro und soll im Herbst ausgeliefert werden.
Weil es für solche Anschaffungen aber keine staatlichen Zuschüsse gibt, hofft das Rote Kreuz auf Spenden. Einige sind schon verbucht: Jeweils 5000 Euro kamen von der VR-Bank im südlichen Franken, vom E-Center Ammon und vom Bestattungsinstitut Wendel. Anonyme Spender gaben 40.000 Euro. Die Firma Wisa machte 1000 Euro locker.
Die Stadt Dinkelsbühl selbst steuerte ebenfalls einen Betrag bei. Außerdem hatte der Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer bereits im vergangenen Jahr die Kommunen im südlichen Landkreis Ansbach um eine finanzielle Unterstützung gebeten, weil das Fahrzeug zur Unterstützung aller Rot-Kreuz-Bereitschaften im Umkreis gedacht sei. Schließlich werde es ja von der Rettungsleitstelle dorthin geschickt, wo Bedarf sei, so das Argument.
Im Einsatz ist die SEG beispielsweise auch bei Großbränden, um die Einsatzkräfte zu versorgen und zu verpflegen.
Für die Finanzierung war bereits ein Grundstock vorhanden, berichtete Friedrich. Was nicht aus Spenden gedeckt werden könne, müsse aus dem Etat des Rot-Kreuz-Kreisverbands bestritten werden.