Die Neuerungen im Schwedenlager, die zur Kinderzeche 2025 eingeführt worden waren, waren trotz schwieriger Wetterverhältnisse ein voller Erfolg. Dieses Resümee zog der Festspielvorstand in der Hauptversammlung.
Der Kleine Schrannensaal war gefüllt, als Maximilian Mattausch, Sprecher des Festspielvorstandes, die Kinderzechfamilie begrüßte und im weiteren Verlauf der Versammlung das zurückliegende Heimatfest bilanzierte. Man sei zwar zunächst wettertechnisch sehr gut gestartet. Aber schon der Umzug am ersten Sonntag habe die Verantwortlichen vor einen Belastungstest gestellt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. So mussten mehrere parallele Notarzteinsätze mit dem Festzuggeschehen in Einklang gebracht werden.
Mattausch hob in diesem Zusammenhang das gute Zusammenwirken mit Polizei, Feuerwehr und Rotem Kreuz hervor. Die Einsatzkräfte hätten gezeigt, „dass wir uns auf unsere Sicherungsnetze und -konzepte verlassen können“. Der Sprecher des Festpielvorstandes würdigte zudem die Unterstützung durch das örtliche THW, das 2025 zum ersten Mal die äußere Absicherung des Festzuges übernommen hatte, sowie durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauhofes, die während der Kinderzechzeit immer besonders belastet seien.
Am Kinderzechmontag hätten die Wetterkapriolen zu großen Problemen im Ablauf gesorgt und am Dienstag sogar zur Absage des Kinderumzuges geführt. Glücklicherweise habe man hier von den Mechanismen der Coronapandemie profitiert und die Guckenverteilung kurzerhand in die Wagenhalle des Zeughauses verlegt. Dies sei wiederum nur durch die tätige Mithilfe der Feuerwehr und des städtischen Bauhofs möglich gewesen.
Von den viele Neuerungen im Bereich des Schwedenlagers berichtete Kinderzechvorstand Andreas Mack. Neben der Einrichtung eines Exerzierplatzes für die Aufführungen der Gruppen habe man einen Ausschank etabliert, der in Eigenregie gebaut und von der Heereszahlmeisterei organisiert werde. Auch habe man den Tross neu organisiert und eine Kinderbetreuung eingeführt. Außerdem können sich die Besuchenden des Schwedenlagers auf Schildern über die jeweiligen Gruppen informieren. Sehr positiv sei aus den Reihen der Aktiven die neu eingeführte zentrale Verabschiedung langjähriger verdienter Kinderzecher im Schwedenlager aufgenommen worden.
Auch Kinderzechvorstand Philip Schürlein berichtete positiv. Er informierte über die Abläufe im Reichsstädtischen Lager im Spitalhof. Hier hätten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, in direkte Interaktion mit den Aktiven der Kinderzeche zu treten.
Einzigen Wermutstropfen des Abends stellte der Kassenbericht, vorgetragen durch Kinderzechvorstand Philipp Kamm, dar. Durch Kostensteigerungen, die Erhöhung des Mindestlohns, nötige Investitionen in den Fundus und die wetterbedingte schwächere Einnahmesituation des letzten Jahres stehe am Ende ein dickes Minus von rund 20.000 Euro zu buche. Das sei nicht existenzgefährdend, man habe aber bereits begonnen, die Ausgabensituation bei der Kinderzeche auf den Prüfstand zu stellen und hoffe nun, dass sich die Einnahmesituation in diesem Jahr deutlich besser darstellen werde. Hier sei man auch auf die Unterstützung der örtlichen Gastronomie und Hotellerie angewiesen.
Maximilian Mattausch fügte an, dass die erneute Erhöhung des Mindestlohns und auch die weiteren zu erwartenden Preissteigerungen im laufenden Jahr dazu führte, dass man den Preis des Festabzeichens im Jahr 2027 auf 10 Euro anheben müsse. Diese Entscheidung sei sicherlich nicht leichtgefallen und man werde auch am Vorverkauf zu reduzierten Preisen festhalten. Dieser Schritt sei aber nötig, um die Kinderzeche finanziell wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen.
Als Kulturgut erster Kategorie bezeichnete CSU-Landtagsabgeordneter Helmut Schnotz die Kinderzeche in seinem Grußwort. Er freue sich schon jetzt auf das kommende Fest, an dem er gerne wieder teilnehmen werde. Gleichzeitig zeigte er sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement. Das sei nicht selbstverständlich, drücke aber das Selbstverständnis der Dinkelsbühler und das Verhältnis der Bevölkerung zu ihrem Fest aus. In gleicher Weise äußerte sich Bürgermeisterin Nora Engelhard, die den Besuch der schwedischen Botschafterin im zurückliegenden Jahr hervorhob.
Den Abschluss der Versammlung bestritt der Bürgermeister der letztjährigen Besetzung, Dr. Burkhard Kallert: Er übergab den Staffelstab zum letzten Mal, wie er betonte, an Robert Hippelein, der in diesem Jahr an der Reihe ist und die Rolle das letzte Mal spielt. Hippelein gebührte, so Kallert, „Ehr und Dank“ für dessen Leistung auf der Bühne.