Die Feuerwehr ist in der Bevölkerung tief verwurzelt. Was die Aktiven bei Einsätzen zu tun haben und mit welcher Spezialausstattung sie dabei zu Werke gehen, ist aber vielen nicht bewusst. Genauere Einblicke wurden jetzt bei einem Tag der offenen Tür gewährt, der ersten Veranstaltung dieser Art seit elf Jahren.
Hunderte von Leuten aus allen Altersgruppen nutzten die Gelegenheit, sich auf dem Gelände vor dem Gerätehaus umzuschauen. Sämtliche Fahrzeuge waren auf den Hof gefahren worden. Dort konnten sich die Besucherinnen und Besucher die technische Ausstattung erläutern lassen. Wer wollte, konnte auch am Steuer Platz nehmen, wovon insbesondere Kinder rege Gebrauch machten. Die leere Fahrzeughalle diente derweil Bewirtungszwecken.
Stadtbrandinspektor Manuel Gerich äußerte sich am Nachmittag hochzufrieden mit der Resonanz. Die Erwartungen seien übertroffen worden, natürlich auch begünstigt von einem perfekten Wetter, meinte er gegenüber unserer Zeitung. Es gehe darum, den Leuten zu zeigen, womit die Aktiven ihre immer komplexer werdenden Aufgaben bei Einsätzen erledigten.
Der Fuhrpark sei in den vergangenen Jahren noch einmal stark modernisiert worden, angefangen vom Prunkstück, dem vor vier Jahren angeschafften Drehleiterfahrzeug, über das Ende 2024 in Betrieb gegangene Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) Wasser bis hin zum Anfang 2025 erhaltenen neuen Einsatzleitwagen. Inzwischen bestehe der Fuhrpark der Feuerwehr aus 14 Gefährten. Die Aktivenzahl liege bei 75 Frauen und Männern, so Gerich.
Hinzu kommen aktuell zwölf Jugendliche, die in der Nachwuchsgruppe an die künftigen Einsatzaufgaben herangeführt werden. Was sie drauf haben, zeigten die Jugendlichen bei einer nachmittäglichen Löschübung auf dem Gelände. Mit zahlreichen Fahrzeugen und Gerät vor Ort vertreten waren auch das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz.
Die Kooperation der Rettungsorganisationen im Stadtgebiet sei vorbildlich, lobte Oberbürgermeister Dr. Markus Naser: „Wir können dankbar sein, eine so intakte Blaulichtfamilie zu haben”, meinte er. Es sei auch wichtig, in einem solchen Rahmen die Ausstattung vorzuführen und zu erläutern.
Dass hier abseits des oft stressigen und sehr fordernden Einsatzgeschehens die Aktiven Gelegenheit hätten, die Geselligkeit zu pflegen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen, halte er für sehr wichtig. Klar sei, dass ohne die Ehrenamtlichen der Feuerwehr und der anderen Organisationen die Stadt aufgeschmissen wäre. Unverzichtbar seien diese bei Notfällen, aber auch für die Absicherung und Organisation von jeder größeren Veranstaltung, so Naser.
Auf rund 200 Einsätze kommt die Rothenburger Feuerwehr im Schnitt pro Jahr. Während des Tags der offenen Tür musste nicht ausgerückt werden. Am Vorabend hatte es aber eine Alarmierung gegeben. Von einem Bürger war eine unklare Rauchentwicklung in der Altstadt gemeldet worden.
Die Angelegenheit stellte sich als schließlich als Fehleinschätzung des Anrufers heraus, wie Kommandant Gerich erläuterte. Die Rauchschwaden, die der besorgte Mann im Dachstuhlbereich eines Hauses verortet hatte, rührten vom Marktplatz her und gehörten zur Bühnenshow eines dort stattfindenden Rockkonzerts.
Natürlich sei es suboptimal, wenn die Feuerwehr in solchen Fällen mit großem Aufwand ausrücke und vor Ort dann schnell klar werde, dass nichts vorliege, so Gerich. Aber lieber so als keine Mitteilung, wenn es tatsächlich brenne.