Während in Bayern im ersten Halbjahr 2023 nur sechs Windräder in Betrieb genommen wurden, geht es beim Ausbau der Solarenergie inzwischen spürbar voran. Die Zahl der neu in Betrieb genommenen Photovoltaikanlagen hat sich auch in Westmittelfranken im Vergleich zum Vorjahr zum Teil fast verdreifacht.
Der Ausbau der Solarenergie in der Region geht rasant vorwärts: Im ersten Halbjahr 2023 sind im Landkreis Ansbach insgesamt 1828 neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen worden. Im selben Zeitraum im Jahr 2022 waren es noch 662. Die Zahl hat sich im Landkreis also fast verdreifacht.
Diese Daten lassen sich aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur entnehmen. Dabei werden vom großen Solarpark, über Anlagen auf Dächern und an Fassaden bis hin zum kleinen Balkonkraftwerk alle Größen erfasst.
Eine Pressemitteilung der Grünen im Landkreis Ansbach hebt vor allem das private Engagement der Bevölkerung hervor: „So viele Dachflächen und Fassaden wie nie zuvor werden im Landkreis Ansbach genutzt, um Energie vor Ort zu erzeugen. Jede einzelne davon leistet einen Beitrag für den Klimaschutz und macht uns ein Stück unabhängiger von teuren fossilen Energien aus Ländern wie Russland“, erklärt Kreissprecher Oliver Rühl.
In der Stadt Ansbach wurden im ersten Halbjahr 2023 insgesamt 332 neue Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Im selben Zeitraum 2022 waren es noch 99.
Auch im Landkreis Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim schreitet der Ausbau der Solarenergie aktuell schnell voran. Im ersten Halbjahr 2023 wurden hier 1118 neue Anlagen angemeldet. Im ersten Halbjahr 2022 waren es noch 364. Auch hier liegt also beinahe eine Verdreifachung der Zahlen vor.
Bayernweit wurden im ersten Halbjahr 2023 laut der Pressemitteilung bereits über 66.000 Dächer und Fassaden mit Solarenergie ausgestattet. Auch das sind demnach mehr als doppelt so viele wie im ersten Halbjahr 2022. Vor fünf Jahren wurden im gesamten Jahr 2018 laut der Mitteilung bayernweit grade einmal 19.000 neue Anlagen installiert.
Laut den Grünen wächst die Zahl installierter Solaranlagen derzeit in allen Landkreisen, womit das Land Bayern im bundesweiten Trend liege. Doch geht es nach der Partei, dann wäre noch mehr möglich: „Wir wollen bis 2030 die Sonnenstromproduktion in Bayern vervierfachen. Wir wollen unter anderem sicherstellen, dass jede neue Solaranlage schnell und unbürokratisch ans Stromnetz angeschlossen wird und neue Möglichkeiten schaffen, damit Menschen in Miete ihre Dächer leichter für die Stromproduktion nutzen können“, verdeutlicht Rühl.
Insgesamt kommt der Ausbau der Solarenergie in Deutschland aktuell sogar schneller voran, als es Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geplant hatte. Das Ausbauziel für dieses Jahr war bereits Mitte September erreicht.
In den sonnenreichen Monaten Mai bis August trugen alle erneuerbaren Energiequellen zusammen in Deutschland bereits durchgängig mehr als 60 Prozent zur gesamten Stromerzeugung bei. Im Winterhalbjahr von Oktober bis März produziert aber eine PV-Anlage in der Regel nur rund 20 bis 30 Prozent ihres jährlich erzeugten Stroms.