Neuendettelsau plant ein MVZ in kommunaler Trägerschaft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.11.2023 15:25

Neuendettelsau plant ein MVZ in kommunaler Trägerschaft

Die Situation ist auch in Neuendettelsau keine andere: Die Hausärzte vor Ort werden nicht jünger, die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich mindestens schwierig. Deshalb geht die Verwaltung jetzt gemeinsam mit den Ärzten einen anderen Weg. (Archivfoto: Jim Albright)
Die Situation ist auch in Neuendettelsau keine andere: Die Hausärzte vor Ort werden nicht jünger, die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich mindestens schwierig. Deshalb geht die Verwaltung jetzt gemeinsam mit den Ärzten einen anderen Weg. (Archivfoto: Jim Albright)
Die Situation ist auch in Neuendettelsau keine andere: Die Hausärzte vor Ort werden nicht jünger, die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich mindestens schwierig. Deshalb geht die Verwaltung jetzt gemeinsam mit den Ärzten einen anderen Weg. (Archivfoto: Jim Albright)

Die medizinische Versorgung sicherzustellen, ist das oberste Ziel: Um dieses zu erreichen, geht die Gemeinde Neuendettelsau neue Wege. In Zusammenarbeit mit den Hausärzten soll ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) vor Ort entstehen – unter kommunaler Trägerschaft.

Die Situation ist in vielen Städten und Gemeinden gleich: Die Hausärzte vor Ort werden immer älter, die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich mindestens schwierig und ist in vielen Fällen sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Da bildet die Lage in Neuendettelsau keine Ausnahme, wie Geschäftsleiter Stefan Grün und dritter Bürgermeister Siegfried Horn im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung berichten.

Die Gespräche laufen seit zwei Jahren

Der Fall, dass ein selbstständiger Arzt deutlich über 40 Stunden in der Woche arbeitet und teilweise eine Sieben-Tage-Woche hat, passt offenbar nicht mehr so ganz mit den Vorstellungen der nachwachsenden Generationen in der Arbeitswelt zusammen, wie Grün ausführt. Deshalb ist in der Gemeinde die Idee entstanden, ein MVZ in kommunaler Trägerschaft für die Versorgung der Bürger mit Hausärzten aufzubauen.

Dass dies nötig ist, zeigt einerseits, dass laut dem Geschäftsleiter mittlerweile auch Menschen aus Ansbach nach Neuendettelsau kommen, um sich hausärztlich versorgen zu lassen. Andererseits zeigt auch der Versorgungsatlas der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), dass Handlungsbedarf besteht.

Die Versorgung ist auch ein Standortfaktor

Im Versorgungsbereich „Ansbach Süd“, zu dem neben Neuendettelsau unter anderem auch Ansbach, Heilsbronn, Herrieden und Bechhofen gehören, stehen aktuell 13,5 freie Hausarztsitze. Als die Verantwortlichen in Neuendettelsau vor etwa einem Dreivierteljahr tiefer in die Materie eingestiegen sind, waren es noch dreieinhalb, wie Grün betont.

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„Für uns ist es wichtig, eine gute Versorgung im Ort zu haben“, stellt Grün fest. „Das ist das A und O.“ Immerhin sei dies auch ein Standortfaktor. Da könne man auch nicht hoffen, dass der Markt das selbst regelt. Deshalb laufen die Gespräche mit den Ärzten vor Ort auch schon seit eineinhalb bis zwei Jahren.

Unterstützung wurde schon zugesichert

Die aktuellen Planungen sehen vor, dass man im ersten oder zweiten Quartal 2024 ein Kommunalunternehmen gründet. Zum Start rechnen die Verantwortlichen mit drei Arztsitzen. Diese sollen und können dann später auf fünf Sitze ausgebaut werden. Für den Anfang werde man auf die bestehenden Praxisräume setzen, erklärt Grün. In der Zukunft wird es aber wohl auf eine Zentralisierung hinauslaufen.

Was da in Neuendettelsau geplant ist, stößt auf Interesse. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und die KVB haben das Vorhaben laut dem Geschäftsführer sehr positiv aufgenommen und auch eine Unterstützung signalisiert.

Alle Fraktionen stehen dahinter

Damit schickt sich die Gemeinde an, in naher Zukunft zwei medizinische Versorgungszentren im Ort zu haben. Eines für Fachärzte, das von Diakoneo betrieben wird, und das kommunale MVZ, in dem neben Haus- auch Kinderärzte vorstellbar sind.

Der Gemeinderat ist freilich in die Gedankenspiele der Verwaltung involviert. Bereits mehrfach hat das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung über das Thema diskutiert. Die Haltung der Politiker ist eindeutig: „Alle Fraktionen des Gemeinderates stehen dahinter“, betont Horn.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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