ANregiomed in Dinkelsbühl bildet Pflegefachkräfte in Teilzeit aus | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 13.03.2026 10:00

ANregiomed in Dinkelsbühl bildet Pflegefachkräfte in Teilzeit aus

Die Auszubildenden Yesim Taner (links) und Vanessa Heinze (rechts) lernen gemeinsam in Dinkelsbühl, worauf es in der Pflege ankommt.<br> (Foto: Lukas Schliepkorte/Agentur für Arbeit)
Die Auszubildenden Yesim Taner (links) und Vanessa Heinze (rechts) lernen gemeinsam in Dinkelsbühl, worauf es in der Pflege ankommt.
(Foto: Lukas Schliepkorte/Agentur für Arbeit)
Die Auszubildenden Yesim Taner (links) und Vanessa Heinze (rechts) lernen gemeinsam in Dinkelsbühl, worauf es in der Pflege ankommt.
(Foto: Lukas Schliepkorte/Agentur für Arbeit)

Der Unterricht endet kurz vor 13 Uhr. Für viele beginnt danach der zweite Teil des Tages: Familie, Termine, Alltag. Für angehende Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner, die bei der ANregiomed-Akademie in Dinkelsbühl in Teilzeitausbildung sind, ist das kein Widerspruch, sondern Konzept.

Yesim Taner ist 45 Jahre alt und hat fünf Kinder. Vier sind minderjährig – von denen eines pflegebedürftig ist. Für Taner ist die Teilzeitausbildung deshalb der einzige Weg, die familiäre Verantwortung mit dem beruflichen Aufstieg in den Pflege-Wunschberuf unter einen Hut zu bringen. Sie sagt: „Die Akademie hält mir den Rücken frei, auch wenn ich mich um meine Kinder kümmern muss. Wir sind hier im Klassengefüge eine kleine Familie und auch die Leitung steht mir in allen Fragen zur Seite“, so wird die Frau in einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg zitiert.

Förderung und Flexibilität

Die Agentur für Arbeit begleitet ihren Weg nach eigenen Angaben mit Förderung. Gerade Menschen mit familiären Verpflichtungen oder einem späteren beruflichen Neustart eröffne die Teilzeitausbildung neue Perspektiven. Sie verbindet eine staatlich anerkannte Ausbildung mit flexiblen Strukturen und verlässlicher Planung – ein Ansatz, der dem steigenden Fachkräftebedarf in der Pflege ebenso Rechnung trägt wie den individuellen Lebensrealitäten der Auszubildenden.

Teilzeitausbildung in der Pflege – einzigartig in Mittelfranken

Ein zentrales Element der Ausbildung sei die persönliche Begleitung. Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter unterstützen die Auszubildenden im Berufsalltag. Theorie und Praxis greifen eng ineinander. Die Ausbildung schließt mit einem staatlich anerkannten Abschluss ab und ist grundsätzlich förderfähig – hierzu berät die Agentur für Arbeit individuell. Gefördert können Teilzeit-Auszubildende bereits etwa so viel verdienen wie fertig ausgebildete Pflegehelfende.

„Viele andere Auszubildende fragen mich oft, ‚wie schaffst Du das?‘. Dann erkläre ich immer die Vorteile des Teilzeitmodells“, äußert sich die Auszubildende Yesim Taner. Die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann in Teilzeit ist auf viereinhalb Jahre angelegt. Sollten persönliche Umstände es verlangen, kann die Ausbildung auf bis zu sechs Jahre gestreckt werden.

Schulleiterin Barbara Berner-Ehrmann erläutert: „Dieses Modell ist mittelfrankenweit einzigartig. Bei uns bleiben die Teilzeitklassen über die gesamte Ausbildungsdauer zusammen. So entstehen ein enges Klassengefüge und echte Freundschaften fürs Leben.“ Ihren Praxisanteil können Auszubildende im Radius von etwa 50 Kilometern um Dinkelsbühl absolvieren. Hier sammeln sie Erfahrungen in unterschiedlichen Versorgungsbereichen.

Halbtags und planbar

Taner, die ihren Praxisort im heimischen Rothenburg hat, beschreibt vor allem die
Kombination aus Struktur und Flexibilität als entscheidend. Die klaren Unterrichtszeiten, die planbaren Praxisphasen und die enge Begleitung hätten es ihr ermöglicht, Ausbildung und private Verpflichtungen miteinander zu verbinden. „Durch meine Eindrücke in der Ausbildung weiß ich, dass ich im Bereich der Endoskopie bleiben will. Dieser Bereich ist auch für die Behandlung meiner pflegebedürftigen Tochter sehr wichtig“, sagt sie.

„Die Pflege ist eine tragende Säule der Gesellschaft und auch ein finanziell attraktiver Beruf. Wir als Agentur ermöglichen mit der Förderung der Teilzeitausbildung vielen Menschen den Zugang, die ihn bislang nicht für möglich hielten“, sagt Angelika Süßmuth von der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg. Bewerberinnen und Bewerber müssten neben Motivation, Verantwortungsbewusstsein und Empathie einen mittleren Bildungsabschluss oder eine mindestens zweijährige Ausbildung und einen Mittelschulabschluss mitbringen. Interessierte an der Teilzeitausbildung in der Pflege können sich bei der Agentur für Arbeit individuell beraten lassen.


Von mls/dr
north