Lichterfahrt in Neustadt: Der Erlös geht an den Hospizverein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.12.2025 07:00

Lichterfahrt in Neustadt: Der Erlös geht an den Hospizverein

Das Orgateam der Lichterfahrt der Landwirtschaft übergab mit ihren Helfern vom „Häusla” in Diebach 1100 Euro an den Neustädter Hospizverein. (Foto: Ulli Ganter)
Das Orgateam der Lichterfahrt der Landwirtschaft übergab mit ihren Helfern vom „Häusla” in Diebach 1100 Euro an den Neustädter Hospizverein. (Foto: Ulli Ganter)
Das Orgateam der Lichterfahrt der Landwirtschaft übergab mit ihren Helfern vom „Häusla” in Diebach 1100 Euro an den Neustädter Hospizverein. (Foto: Ulli Ganter)

Die Lichterfahrt der Landwirte war eine Idee, die während der Coronazeit –gemäß den damaligen Regeln – Licht und Hoffnung in einer für viele schweren Zeit spendete. Jetzt, wo es diese Einschränkungen nicht mehr gibt, ebbt die Resonanz aber nicht etwa ab. Im Gegenteil. Davon profitierte in Neustadt/Aisch nun der Hospizverein.

1100 Euro spendeten das Orgateam der Lichterfahrt, vertreten durch Bastian Dietrich, Patrick Kutscherauer und Johannes Beihl, sowie der Diebacher Dorfverein „Häusla Diebach”, für den Peter Schweigert und Hannes Dietrich gekommen waren, dem Hospizverein, der ebenfalls in großer Besetzung zur Spendenübergabe angerückt war. Neben der Vorsitzenden Elisabeth Schmidt kamen Stefan Koch, Trauerbegleiter und Mitglied des Vorstands, Hans-Ulrich Wowy, Hospizbegleiter und Protokollführer, sowie Inge Göß, die Koordinatorin des Hospizvereins.

So diente die Spendenübergabe zugleich dem gegenseitigen Kennenlernen und dazu, sich Respekt dafür zu zollen, was man für die Gemeinschaft leistet. Da sind natürlich zum einen die Organisatoren der Lichterfahrt. Bastian Dietrich zeigte sich selbst etwas überrascht, dass die einstige Corona-Idee nicht etwa an Attraktivität verliert, sondern sich im Gegenteil immer weiter auswächst.

82 Fahrzeuge waren dabei

Waren im ersten Jahr 2020, als mit knappem zeitlichen Vorlauf vor allem das Krankenhaus und die Senioreneinrichtungen im Landkreis angefahren wurden, noch 32 Traktoren mit von der Partie, die schön geschmückt und beleuchtet für eine willkommene Abwechslung in einer Zeit der Kontaktbeschränkungen sorgten, so waren es in diesem Jahr 82 Gefährte.

Die Idee, den Lichterzug möglicherweise nur im zweijährigen Turnus stattfinden zu lassen, haben er und seine Mitstreiter Kutscherauer und Beihl inzwischen auch aufgegeben. „Die Leute kommen schon ab September auf uns zu und fragen, wann der Zug stattfindet”, freut er sich. „Aus der Nummer kommen wir nicht mehr raus”, hat auch Kutscherauer inzwischen erkannt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt und der Polizei sei sehr erfreulich. „Die Polizisten haben gleich Selfies mit den Bulldogs gemacht.” Und der Marktplatz war in diesem Jahr so voll wie noch nie.

Der Konvoi war 1,2 Kilometer lang

Da der 1,2 Kilometer lange Lichterzug (bei 15 Metern Abstand von einem Gefährt zum nächsten) inzwischen nicht mehr am Krankenhaus vorbeifahren kann, um das Durchkommen von Rettungswagen nicht zu gefährden, suchte man sich eine neue Route. Immer häufiger kam auch die Anfrage, ob es nicht zum Abschluss auf dem Festplatz noch ein Zusammenkommen geben könnte.

So wurde dort inzwischen für einen gemütlichen Ausklang gesorgt. Bratwürste und Getränke werden gegen eine Spende abgegeben – und die kam im Vorjahr der Knochenmarkspenderdatei „DKMS” zugute. In diesem Jahr wurde erstmals der Dorfverein aus Diebach mit einbezogen, weil die Landwirte mit der Organisation der Fahrt ausgelastet sind. Dorthin bestehen gute Kontakte. Bastians Bruder Hannes Dietrich gehört mit Peter Schweigert zu den Verantwortlichen. Der Dorfverein sorgte für die Getränke, und „Bratwurstmann” Dieter Jaeckel rückte mit seinem Unimog aus Buchbach bei Burghaslach an. Er trug zum Spendenergebnis bei.

1100 Euro kamen zusammen

Das Ergebnis, 1100 Euro, wurde nun dem Hospizverein Neustadt übergeben. Damit bewirkt die Lichterfahrt gleich zweifach Gutes – neben der Freude, die man dem Publikum bereitet, unterstützen die Teilnehmenden einen sozialen Zweck. „Und wir tun ein bisschen was für unseren Berufsstand”, ergänzt Dietrich.

Die Verantwortlichen des Hospizvereins sind dankbar für das Geld, das sie gut brauchen können, um ihren Ehrenamtlichen Fortbildungen, zum Beispiel für die Trauerbegleitung, zu ermöglichen. Fast genauso freuten sie sich aber darüber, dass die allesamt noch jungen Männer vom Orgateam Lichterfahrt und dem „Häusla” in Diebach an sie gedacht hatten. Sie wissen, dass das Thema Sterbebegleitung eines ist, um das viele Leute einen großen Bogen machen. „Für uns ist auch die Sichtbarkeit wichtig”, betonen sie.

Aufmerksamkeit für schwieriges Thema

Deshalb sind sie froh, als die jungen Männer bei der Spendenübergabe interessiert nachfragen, worin ihre Arbeit besteht. 40 Hospizbegleiter und Hospizbegleiterinnen sind für den Verein unterwegs, zusätzlich gibt es insgesamt fünf Menschen, die auch die Hinterbliebenen bei der Trauerarbeit unterstützen. Diesen Bereich würde man gerne noch ausbauen, zum Beispiel durch ein Trauercafé. Dafür absolvieren die Hospizbegleiter und Hospizbegleiterinnen eine zusätzliche Fortbildung. Andere Fortbildungen bereiten die Ehrenamtlichen auf die Sterbebegleitung von Kindern vor. Es gibt auch drei Ehrenamtliche, die im Vorfeld bezüglich Patientenverfügungen oder einer Vorsorgevollmacht beraten können.

Der Verein sorgt dafür, dass die Mitglieder selbst wiederum über das Erlebte sprechen können und bietet viermal im Jahr eine Supervision an. Peter Schweigert vom „Häusla” spricht wohl für alle, als er den Aktiven des Hospizvereins für ihren Einsatz dankt. Der Dank von Ehrenamtlichen an Ehrenamtliche ist beidseitig. „Man muss dankbar sein für jeden, der sich engagiert.”


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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