Im Landkreis Ansbach blühen Felder für den Grundwasserschutz | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.11.2023 11:00

Im Landkreis Ansbach blühen Felder für den Grundwasserschutz

Der Anbau der Durchwachsenen Silphie kann die Nitratbelastung im Boden reduzieren. (Foto: Fritz Arnold)
Der Anbau der Durchwachsenen Silphie kann die Nitratbelastung im Boden reduzieren. (Foto: Fritz Arnold)
Der Anbau der Durchwachsenen Silphie kann die Nitratbelastung im Boden reduzieren. (Foto: Fritz Arnold)

Trinkwasser ist ein kostbares Gut. Durch Kooperationen mit Landwirten unter anderem aus dem Landkreis Ansbach setzen Wasserversorger auf besseren Grundwasserschutz.

In Mittelfranken gibt es, bedingt durch den Klimawandel, ein Trinkwasserdefizit von 4,0 Millionen Kubikmetern pro Jahr, diese Zahlen wurden beim 3. Wasserforum Mittelfrankens genannt.

Die Reckenberg-Gruppe mit Sitz in Gunzenhausen versorgt rund 150.000 Menschen mit Wasser, darunter auch Gemeinden im Landkreis Ansbach. Um den hohen Anforderungen im Bereich der Rohwasserqualität gerecht zu werden, setzt man auf Wasserschutzverordnungen.

Neben diesem gesetzlichen Weg arbeiten die Reckenberg-Gruppe, die Stadtwerken Ansbach und die Fernwasserversorgung (FWF) eng mit Landwirten zusammen. „Wasser ist ein Schatz, der geschützt werden muss“, dieser Überzeugung ist Christian Freytag, der Leiter des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Reckenberg-Gruppe.

Dazu gehört auch, die landwirtschaftlichen Flächen im Wasserschutzgebiet und besonders die Brunnen im Auge zu behalten. Unter anderem geht es darum, den Nitratgehalt im Grundwasser durch strenge Auflagen bei Düngung und dem reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gering zu halten.

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Nitratsalze werden auch in der Landwirtschaft als Mineraldünger in Form von Kalium-, Kalzium-, Natrium- oder Ammoniumnitrat verwendet. Aber auch organische Stickstoffverbindungen, die zum Beispiel in Gülle enthalten sind, können durch mehrstufige Prozesse zu Nitrat oxidieren. Das Problem: Nitrat gelangt über den Boden ins Trinkwasser. Laut der deutschen Trinkwasserverordnung darf ein Nitratwert von über 50 Milligramm pro Liter nicht überschreiten. Ein zu hoher Nitratwert kann gesundheitsschädigend für Säuglinge sein.

Um die Anteile von Nitratstickstoff und Pflanzenschutzmitteln zu senken, kooperieren die Wasserversorger mit den Landwirten, die Flächen im Wasserschutzgebiet bewirtschaften. „Durch eine Grundwasser schonende Landbewirtschaftung schützen wir unser wertvolles Trinkwasser“, betonte Freytag.

Aktuell arbeitet die Reckenberg-Gruppe mit 61 Landwirten auf 880 Hektar landwirtschaftlicher Vertragsfläche zusammen. Für den Grundwasserschutz können sich die Landwirte an Programmen wie dem Anbau von Zwischenfrüchten oder Energiepflanzen, dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder Düngemittel oder der Aussaat von Blühflächen beteiligen. Für die erschwerte Bearbeitung und als Ausgleich für geringere Erträge erhalten sie eine finanzielle Unterstützung von der Reckenberg-Gruppe..

„Wir haben Blühflächen von Windsbach bis Abenberg. Das trägt dazu bei, dass sich wieder vermehrt Insekten und Vögel auf den Flächen ansiedeln“, so Freytag. Auf anderen Feldern wachsen Energiepflanzen, wie das Ungarische Riesenweizengras und die Durchwachsene Silphie, die die Nitratbelastung im Boden und im Brunnenrohwasser reduzieren.

Sowohl die Blühflächen als auch der Anbau von Energiepflanzen fördern laut Freytag die Biodiversität und tragen zur Schaffung wichtiger Refugialräume in der Feldflur bei.

Der Nitrateintrag ins Grundwasser wird nachweisbar unterbunden. Laut dem Leiter der Reckenberg-Gruppe konnten die Nitrateinträge ins Grundwasser innerhalb der letzten zwanzig Jahre um fünf bis 20 Milligramm pro Liter gesenkt werden.

„Das ist ein gewaltiges Potential für den Grundwasserschutz“, sagte Christian Freytag beim Wasserforum.

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