Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken will Menschen für das Streuobst begeistern und damit in Sachen Neupflanzungen, Obstbaumpflege und regionale Verwertung das bereits Geleistete sichern.
Zukunftsfähiges Streuobst funktioniere nur mit den Menschen vor Ort, meinte Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband (LPV), der das Projekt „Streuobst für Mittelfranken” dem Stadtrat vorstellte und die Möglichkeiten der Förderung aufzeigte. Gedacht sei nicht unbedingt an die Anlage neuer Streuobstwiesen, sondern daran, in Ortsrandlagen der Stadtteile beispielsweise alte Bestände durch Nachpflanzungen und Pflegemaßnahmen aufzufrischen.
Der LPV hat sich das Dinkelsbühler Stadtgebiet genauer angeschaut und infrage kommende Flächen herausgesucht. Metz nannte im Stadtrat beispielhaft eine Obstbaumanlage bei Oberradach, die noch in Restbeständen vorhanden sei und durch das Förderprojekt wieder verjüngt werden könnte. Bei dem Streuobstprojekt könne sich nicht nur die Stadt engagieren, sondern auch Bürgerinnen und Bürger. 90 Prozent der Kosten gebe es als Zuschuss, zehn Prozent müssten die Kommunen oder die Privatleute aus der eigenen Tasche zahlen, erklärte Metz die finanzielle Seite.
Der Fachmann vom Landschaftspflegeverband lobte in diesem Zusammenhang das Engagement für die Streuobstbestände, das in Dinkelsbühl bereits geleistet worden sei. „Da ist schon viel passiert.”
Das Projekt „Streuobst für Mittelfranken” wird im Rahmen des Bayerischen Streuobstpaktes angeboten, erläuterte Metz, der auch einige statistische Zahlen nannte: Habe es 1965 im Freistaat noch rund 20 Millionen Obstbäume gegeben, so seien es derzeit geschätzt zwischen fünf und sechs Millionen. Um diesen Bestand dauerhaft zu erhalten, würden nun auch Pflegemaßnahmen erstmals „richtig gefördert”.
So sei der Schnitt von Obstbäumen mit bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten förderfähig. Zudem biete der Landschaftspflegeverband im Frühjahr auf ausgewählten Flächen Obstbaumschnittaktionen an. Bürger und Bürgerinnen lernten dort, wie sie die Streuobstbestände ihrer Umgebung schneiden und damit langfristig erhalten können.