Hängepartie für die Uffenheimer Wasserstoff-Pläne | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.02.2025 17:00

Hängepartie für die Uffenheimer Wasserstoff-Pläne

Die Stadt Uffenheim baut an ihrer Energieversorgung der Zukunft. (Foto: Flugsportgruppe Neustadt/Maxi Graf)
Die Stadt Uffenheim baut an ihrer Energieversorgung der Zukunft. (Foto: Flugsportgruppe Neustadt/Maxi Graf)
Die Stadt Uffenheim baut an ihrer Energieversorgung der Zukunft. (Foto: Flugsportgruppe Neustadt/Maxi Graf)

Die Stadt Uffenheim baut weiter an ihrer Energie-Zukunft. Zwei große Bausteine dafür sind in der Planung bereits weit fortgeschritten, noch allerdings liegen Steine im Weg. Für zwei Nahwärmenetze wartet Bürgermeister Wolfgang Lampe weiter auf den Förderbescheid des Bundes. Zum Thema Wasserstoff erreichte eine Anregung das Rathaus.

Wieso für die Finanzierung der Anlage nicht eine Bürgergemeinschaft gründen? Diese Frage warf ein Bürger aus der Burgbernheimer Ecke in einer Mail auf, wie Lampe im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Denn am Geld hakt das 24-Millionen-Euro-Projekt der Wasserstoff-Produktion derzeit. Die Banken wünschen sich eine 100-prozentige Sicherheit, welche mit der noch relativ jungen Technologie nicht gegeben ist, der Freistaat will bislang auch nicht bürgen. Lampe spricht vom Henne-Ei-Prinzip. Ohne Finanzierung kein Wasserstoff, ohne Wasserstoff keine Gegenfinanzierung. Noch nicht?

Bürgt das Ministerium jetzt doch?

Wie Lampe erfahren hat, gibt es im bayerischen Wirtschaftsministerium wohl Gedankenspiele, eventuell doch eine Bürgschaft zu übernehmen. Schließlich kämpfe nicht nur Uffenheim mit dem Finanzierungsproblem, „das haben alle 13 Akteure, die eine Förderzusage bekommen haben“. Die versprochenen fünf Millionen Euro seien zwar wertvoll, reichten aber lange nicht, um ein solches Leuchtturmprojekt zu schultern. Das ist mittlerweile offenbar auch in München so angekommen.

Entsprechend blickt Lampe optimistisch in die Uffenheimer Wasserstoff-Zukunft, auch weil die Stadt mit der Firma Walther Gase aus Schweinfurt einen erfahrenen Akteur mit im Boot hat. Trotzdem bleiben die 24 Millionen Euro – gerade auch mit Blick auf die klamme Stadtkasse – eine Herausforderung. Ist da die vorgeschlagene Bürgerbeteiligung ein probates Mittel für ein drittes Finanzierungsstandbein? Der Bürgermeister zögert und beantwortet diese Frage letztlich mit Jein.

Grundsätzlich sei die Idee gut – schließlich machten gerade Windkraftprojektierer und Windrad-Beteiligte im westlichen Landkreis mit diesem Modell gute Erfahrungen und Rendite. „Beim Windrädle ist sowas problemlos möglich, beim Wasserstoff ist das aber nicht so einfach“, sagt Wolfgang Lampe.

Relativ geringer Handlungsspielraum

Schließlich bewege sich das Projekt mit dem Gas im „Gefahrenbereich“. Da könne eine Teilnehmerversammlung nicht eben mal Zukunftsentscheidungen treffen, der Handlungsspielraum sei durch die gesetzlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben relativ gering. Viel Fach-Expertise ist nötig. Ein wirkliches Mitspracherecht könne man da möglichen Beteiligten einfach nicht einräumen.

Was er sich vorstellen könnte, ist eine stille Unterstützung durch ein Investment. Ob das für die Anleger allerdings so rentabel wäre, sei noch schwer abschätzbar. Zwar rechnet Lampe fest damit, dass Wasserstoff besonders in der Binnenschifffahrt und im Schwerlastverkehr ein weit verbreitetes Antriebsmittel sein wird. Wann sich das nach dem Bau allerdings rechnet, könne er aktuell noch überhaupt nicht abschätzen.

Der Bürgermeister hofft nun auf die neue Bundesregierung – dass diese womöglich einen Fokus auf den Wasserstoff legt und vielleicht sogar Förderungen oder zumindest Bürgschaften für derartige Projekte übernimmt. Bevor das allerdings wirklich relevant wird, stehen bekanntlich in anderthalb Wochen Bundestagswahlen an, die es nun abzuwarten gelte – nicht nur beim Wasserstoff.

Am Bahnberg und rund um die CvB

Denn auch in Sachen Nahwärme wartet die Stadt weiterhin auf grünes Licht für eine in Aussicht gestellte Förderung für zwei Netze aus Berlin. Ob es nach der Wahl noch Zuschüsse gibt und wie hoch die sein werden? Derzeit noch nicht absehbar. Ein Netz soll die Siedlung am Bahnberg versorgen – sowohl den Bestand als auch die geplante neue Wohnanlage auf dem ehemaligen Sägewerk-Areal, erklärt Wolfgang Lampe. Ein zweites Netz soll die Bomhardschule, Landwirtschaftsschule, das AELF, die Fernwasser, Grund- und Mittelschule, Freibad und Finanzamt mit Wärme versorgen.

„Wir stehen in den Startlöchern und könnten loslegen.“ Die Zuschüsse wurden 2024 beantragt, aber bis heute ist kein Bescheid eingetroffen – und ein vorzeitiger Maßnahmebeginn könnte förderschädlich sein. „Aber Interessenten wären da“, betont Lampe. Immer wieder fragten ihn potenzielle Anschließer, was denn jetzt Stand der Dinge sei.

Ohne die Fördergelder wären die Nahwärmenetze allerdings unwirtschaftlich. „Jetzt dauert es halt noch ein bisschen.“ So lange, bis sich die neue Bundesregierung gesucht, gefunden und sortiert hat – und eine Entscheidung über die Bescheide fällt. Ob es überhaupt weitergeht? „Davon bin ich überzeugt“, sagt Lampe. Hackschnitzel sollen das Betriebsmittel der Wahl sein. Bislang läuft das Blockheizkraftwerk am Reitplatz mit Biogas – aber dessen Zukunft bleibt ungewiss. „Wir sind weit in den Nahwärme-Planungen“, auch wenn die Feinabstimmung noch aussteht. Erst ist der Bescheid nötig, „wir warten auf die neue Regierung“.

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