In der Sitzung des Wettringer Gemeinderates stand die Verabschiedung des Haushaltsplans für das Jahr 2026 im Mittelpunkt. Die anstehende personelle Veränderung im Gemeinderat wurde durch die Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder eingeleitet.
Unterstützt wurde Bürgermeister Matthias Rößler dabei zu Beginn der Sitzung von Florian Beck, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Schillingsfürst. Der sprach gleich zu Beginn von einem „historischen Haushalt für Wettringen“. Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Zahlen die besondere Dimension. Der Verwaltungshaushalt wurde mit 2.443.770 Euro angesetzt, während der Vermögenshaushalt mit 6.153.492 Euro deutlich höher ausfällt. Hauptgrund hierfür sind umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur, allen voran im Bereich Abwasser. Rund 4,4 Millionen Euro fließen in Maßnahmen an der Kläranlage und im Kanalnetz. Für weitere Investitionen verbleiben damit etwa zwei Millionen Euro.
Auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts bleibt eine konstante Einkommensteuerbeteiligung mit 650.000 Euro die wichtigste und leicht wachsende Säule. Es folgen die Schlüsselzuweisungen mit 302.964 Euro, die jedoch auf dem niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre liegen. Als Ursache nannte Beck unter anderem die im Vergleich hohen Gewerbesteuereinnahmen von 250.000 Euro, die sich auf die Berechnungsgrundlagen auswirken.
Bei den Ausgaben dominiert die Kreisumlage mit 673.620 Euro deutlich. Dahinter folgen der Zuschuss zu den Kindergarten-Personalkosten in Höhe von 310.000 Euro, von denen allerdings 185.000 Euro durch Fördermittel gedeckt sind. Die Personalausgaben der Gemeinde selbst liegen bei 328.100 Euro, während die VG-Umlage 207.800 Euro beträgt. Für den Schulverband sind 70.310 Euro angesetzt, wobei mögliche künftige Instandhaltungsmaßnahmen oder Sanierungen noch nicht berücksichtigt sind.
Die Nettoverschuldung liegt in diesem Jahr bei rund 168.000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag Ende 2025 bei 2017,79 Euro. Beck ordnete diesen Wert ein: Man müsse bei der Pro-Kopf-Verschuldung genau darauf achten, was die Gemeinde geleistet habe. Er blicke im Vergleich zum Stand anderer Gemeinden „sehr zuversichtlich nach Wettringen“. Auch bei den Rücklagen ist die Gemeinde weiterhin gut aufgestellt. Zum Jahresbeginn 2026 werden diese auf rund 1,22 Millionen Euro geschätzt. Durch Zuführungen, unter anderem einen Sollüberschuss aus dem Jahr 2025 von etwa 4,5 bis 5 Millionen Euro, könnte sich der Gesamtbestand auf rund 6,2 Millionen Euro erhöhen.
Im Vermögenshaushalt spiegeln sich die großen Projekte konkret wider. Beck erklärte zu Beginn, unter anderem den neu gewählten Gemeinderäten in der Zuhörerschaft, dass es sich bei diesen Planungen nicht um beschlossene Investitionen handle, sie biete lediglich die finanziellen Möglichkeiten für diese. Neben den 4.050.000 Euro für den Neubau beziehungsweise die Ertüchtigung der Kläranlage sind 265.000 Euro für die Kanalsanierung und sonstige Maßnahmen im Bereich Abwasser vorgesehen. Weitere Mittel fließen in die Feuerwehr, etwa für einen möglichen Transportwagen in Höhe von rund 80.000 Euro, sowie in Maßnahmen der Dorferneuerung, den Straßenunterhalt und den Grunderwerb.
Der Gemeinderat verabschiedete die Haushaltssatzung sowie den Finanz- und Stellenplan einstimmig. Ebenso einstimmig fielen der Feststellungsbeschluss für das Jahr 2024 sowie die Entlastung der Verwaltung aus.
Ein weiteres Thema der Sitzung war die Unterstützung des Wettringer SV. Der Verein plant Investitionen in Höhe von rund 150.000 Euro und hat für die Sanierung des Sportheims und des Sportgeländes einen Zuschuss von der Gemeinde beantragt. Die Gemeinde beteiligt sich daran mit einem Zuschuss von 20 Prozent der nachgewiesenen Gesamtkosten, maximal jedoch mit 20.000 Euro. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Zum Ende der Sitzung verabschiedete Bürgermeister Matthias Rößler mehrere ausscheidende Mitglieder des Gemeinderats und würdigte deren Engagement. Mario Hieber verlässt das Gremium nach einem Jahr als Nachrücker, Martin Frank nach sechs Jahren, ebenso Nadja Rößler. Markus Wack war insgesamt 18 Jahre im Gemeinderat tätig und bekleidete zudem zwei Amtszeiten das Amt des Zweiten Bürgermeisters. Besonders hervorgehoben wurde Irene Lang, die dem Gremium 24 Jahre angehörte. Bürgermeister Matthias Rößler würdigte das Engagement der Gemeinderätinnen und -Räte mit persönlichen Worten und dankte für die „stets gute und konstruktive Zusammenarbeit“. Der neue Gemeinderat könne mit den soliden finanziellen Grundlagen „viel investieren und beschließen“, fasste Florian Beck zusammen.